Was wir wollen

  • Die Kanzlerin begann 2015 nationalen Alleingang und verprellte alle anderen Europäer, sieht eine Abkehr davon jetzt aber einer „europäischen Lösung“ entgegenstehend.
  • Deutschland nimmt seit 2015 jeden, aber auch wirklich jeden, auf. Daraufhin folgt eine lange Prüfung, ob Asyl nach irgendeiner der zahlreichen Rechtsgrundlagen gewährt werden kann. Abschlägige Bescheide werden in der Regel, unterstützt von inländischen Helfern, in langen Verfahren vor Gericht angefochten. Sollten sie dann noch Bestand haben, wird nur ein extrem geringer Teil der Ausreisepflichtigen auch wirklich abgeschoben. Es Wer tatsächlich das Land verließ (meistens, weil er einen negativen Bescheid erhielt und sich, vielleicht auch durch eine Prämie, zur Ausreise bereit erklärte), kann jederzeit wiederkommen und die Prozedur wiederholen (ein etwaiger Verzicht auf diese Praxis gilt als „Entgegenkommen der Kanzlerin“). Weiterlesen
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Nationalismus? Party!

Vorweg eins: Der Werwohlf kann diesem ganzen „Fußball-Patriotismus“ auch nichts abgewinnen. Wenn er sich ein Länderspiel anschaut, hält er zwar auch prinzipiell zum deutschen Team, aber er sieht das in Perspektive: Es handelt sich um Fußballspiele. Er freute sich, als das Team, das er seit 2006 am Bildschirm begleitete und dessen Entwicklung er verfolgte, am Ende den verdienten Lohn erhielt, er kann aber auch sehr gut damit leben, dass diesmal eine andere Mannschaft an der Reihe ist und einem anderen Land ein paar Stunden Freude schenkt. Erst recht, wenn ihm die Spielweise der „Mannschaft“ nicht gefällt und andere den erkennbar besseren Fußball zeigen. Also: Auf seinem Balkon weht keine Schwarz-Rot-Gold, die Außenspiegel seines Fahrzeugs zeigen die vom Hersteller vorgesehene Farbe, und auch sonst finden sich in seiner Wohnung keinerlei Fan-Devotionalien. Auch „Public Viewing“ schenkt er sich, aber das könnte auch was mit seiner Abneigung gegen zu viele Menschen auf einem Haufen zu tun haben. Ihn nervt auch der Hype, der alle zwei Jahre dazu künstlich angefacht wird. 

Aber es gibt eben einige, die finden das gut, die lieben es sogar. Weiterlesen

It’s the despair, stupid!

Warum steht die AfD eigentlich in den Umfragen immer noch so gut da? Diverse Linke bieten dafür jetzt eine Erklärung: Weil in Talkshows „die Themen der AfD“ aufgegriffen werden. Es ist also so einfach: Wenn Anne Will, Hart aber fair, Maischberger & Co. nicht mehr über Migration oder Islam diskutieren, und wenn am besten noch alle „Nazis“ (also Personen, denen diese Themen am Herzen liegen) aus diesen Talkshows verschwinden, dann werden diese Themen keine Rolle mehr spielen und die AfD wird auf den üblichen Stimmenanteil rechter Splitterparteien zurückfallen. 

Nun, die Älteren werden sich vielleicht noch erinnern, sangen aber unisono alle öffentlich-rechtlichen Medien, die Regierung, alle im Bundestag vertretenen Parteien und auch die Chefs der großen Konzerne zur Zeit der großen Migrationswelle Ende 2015 das hohe Lied von den jungen, dynamischen Fachkräften und Medizinern, von den Menschen, die uns geschenkt wurden und die unser Land bunter machen werden. Als das losging, lag die AfD in den Umfragen bei ungefähr 3%. Und noch, als ihr Anteil längst die 10%-Marke überschritten hatte, regierte allerorten die Willkommenskultur – nur sächsisches Pack war noch dagegen, aber diese „besorgten Bürger“ waren schnell öffentlich als tumbe Deppen entlarvt, wie es sich gehört. Die Medienwelt war also noch in Ordnung, die des Wahlvolks allerdings schon weniger. Weiterlesen

Was zu Vogelschiss

Alle paar Wochen ist die deutsche Politik bei einem Ritual zu beobachten, und das geht ungefähr so:

  1. Ein Spitzenpolitiker der AfD lässt einen Satz vom Stapel, den man unschwer als rechtsextreme Aussage verstehen kann.
  2. Die restlichen Parteien überschlagen sich im Rennen darum, wer diesem Satz die übelste Konnotation und die schändlichste Absicht verleihen kann.
  3. Der Spitzenpolitiker und seine Fans weisen ihrerseits die Empörung als typisch ausgrenzende Reaktion der etablierten Parteien zurück und servieren stattdessen eine andere, dem Wortlaut nach aber auch zulässige Interpretation des fraglichen Satzes als Beweis dafür.

Wenn Höcke dieser Spitzenpolitiker ist, muss man davon ausgehen, es mit einem Überzeugungstäter zu tun zu haben. Höcke ist zwar kein Nazi, aber von da, wo er steht, kann man die schon verdammt gut sehen, und diese Nähe ist ihm derart lästig, dass er alles tut, um den Gedanken an die Braunen und ihre Untaten zu verdrängen. 

Wenn aber Gauland sowas sagt, dürfte eher Taktik im Spiel sein. Weiterlesen

Das Fundament ist eben doch christlich

Auf cicero.de meint ein Rechtsanwalt beweisen zu können, dass „unser Wertfundament nicht christlich ist“.

Der Artikel leidet an wesentlichen Stellen vor allem daran, dass zwischen Christentum und römisch-katholischer Kirche nicht unterschieden wird. Wann immer es dem Autor passt, nimmt er letztere stellvertretend für ersteres. Weiterhin suggeriert er ein „wir“, von dem nicht so recht klar wird, wer sich darin aufgehoben fühlen darf.

Für den Autor scheint es eine direkte Linie vom Perserkönig Kyros über die Magna Charta, die amerikanische Unabhängigkeitserklärung, die Erklärung der Menschenrechte der französischen Revolution 1789 bis hin zu unseren heutigen Menschenrechten zu geben. Nun kann man von Kyros kaum behaupten, dass er Teil einer christlichen Kultur gewesen sei, allerdings wäre es nur fair, diese Analyse auch weiter gehen zu lassen: Sein Einfluss auf das, was nach ihm in Europa oder Amerika geschah, dürfte allerhöchstens Spurenelementcharakter haben. Aber schon die anderen Werke, die in dem Artikel genannt werden, sind kaum als voraussetzungslos zu betrachten. Weiterlesen

Wie studieren?

Auf FAZ.net erschien jetzt sowas wie ein Ratgeber für ein Studenten: „Wie studiere ich richtig?“

Mögen die beiden Leser dieses Blogs sich diesen Text gerne zu Gemüte führen, aber er bietet dem Werwohlf Anlass, sich an damals™ zu erinnern. Wie war es bei ihm, und was könnte er neuen Studenten mit auf den Weg geben (wenn denn einer auf dieses obskure Blog stoßen sollte)? 

Nun, zunächst ist ganz wichtig: Man muss das Fach lieben, das man studiert. Irgendwie. Weiterlesen

Nochmal was zum Videobeweis

Der Werwohlf ist in einigen Teilen seines Lebens mit Genuss Teil des Pöbels. Das heißt, statt sich auf Vernissagen oder Lesungen herumzutreiben oder wenigstens andächtig einer Oper zu lauschen, sitzt er während der Saison meist um 15.30 Uhr am Samstag vor der Kiste, um die Samstagskonferenz auf Sky zu verfolgen. Und manchmal tut er sich tags drauf auch eine dieser stammtischähnlichen Fußball-Diskussionsrunden à la „Doppelpass“ (um nur die bekannteste zu nennen) an.

Was ihm dort seit einiger Zeit gewaltig auf die Rute geht, ist das ständige Genörgle fast aller Fußball-Journalisten wegen des Videobeweises. Weiterlesen