Rituale als Instrumentalisierung

Geht es noch sperriger in der Überschrift, Werwohlf? Hier meist eher nicht, aber wenn es denn zutrifft…

Gestern, am 19. Februar, jährte sich zum ersten Mal der Tag der Morde von Hanau. Da es leider, und auch darum wird es jetzt hier gehen, zu einem Ausweis sozialer Zugehörigkeit gemacht werden soll, wie man über diese Tat redet, sei an dieser Stelle erstmal nur zitiert, und zwar aus dem rechter Umtriebe reichlich unverdächtigen deutschen Wikipedia:

Beim Anschlag in Hanau am 19. Februar 2020 erschoss der 43-jährige Hanauer Tobias Rathjen, im Folgenden »R.« genannt[1], in und vor einer Shisha-Bar, einem Kiosk und einer Bar neun Hanauer Bürger mit Migrationshintergrund. Danach erschoss er in der elterlichen Wohnung seine Mutter und sich selbst. Die Tat wird als rechtsextremer Terrorakt mit rassistischen Motiven eingestuft. Der Täter war arbeitslos und den Behörden seit Jahren mit paranoiden Wahnvorstellungen aufgefallen. Es ist noch nicht vollständig geklärt, warum es dem Täter möglich war, trotz seiner psychischen Auffälligkeiten, seit 2002 legal Waffen zu besitzen.

Zum Jahrestag wurde eine Kampagne unter dem Namen „Say their names“ gestartet. Mit ihr soll  lt. offizieller Darstellung

besonders auf die Opfer aufmerksam gemacht werden, damit die Namen nicht in Vergessenheit und der Hass hinter der Tat und der Täter selbst nicht in den Vordergrund geraten

Da gegen dieses lobenswerte Unterfangen niemand etwas haben kann, entschloss sich z.B. auch der Bundesligaverein Eintracht Frankfurt dazu, mutig die Namen der Opfer auf speziellen Aufwärmtrikots anzuführen. Auch in einem Tweet des Bundesjustizministeriums wurde der Opfer namentlich gedacht.

Aller Opfer? Weiterlesen

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Wenn Nachrichten zur Propaganda werden

Von „Rechten“ wird gerne die Behauptung aufgestellt, der öffentlich-rechtliche Rundfunk sei politisch einseitig. „Linke“ weisen das in der Regel zurück.

Der Werwohlf ist sich allerdings sicher, dass in diesen – wie allerdings auch in privaten – Medien politische Sachverhalte nur mit einem auf links geeichten Filter berichtet werden. Dahinter steckt keine Verschwörung, sondern vor allem der Werdegang von Journalisten, der es diesen ermöglicht, ein Berufsleben lang ohne verstörende nicht-linke Argumente auszukommen.

Beispiel gefällig? Gerne. Am 12.02.2021 beschloss das Bundeskabinett das sogenannte Lieferkettengesetz. Weiterlesen

Sprachmagie

An zwei Meldungen möchte der Werwohlf diesmal seine Gedanken festmachen. Da wäre zum einen die, dass der Online-Duden das generische Maskulinum abgeschafft hat. Zum anderen die, dass ein Journalist der New York Times seinen Job verlor, weil er nicht-öffentlich das „N-Wort“[1] benutzt hat.

Beide Meldungen haben mit Sprache zu tun, und beide offenbaren ein Sprachverständnis, das Bezüge zu Magie ausweist. Die Protagonisten, die in beiden Fällen für die dann eingetretene Entwicklung sorgten, eint die Vorstellung, dass Sprache Bewusstsein und Handeln präge. Wiewohl ein solcher Einfluss sicher besteht, wird er von ihnen aber offenbar nicht nur maßlos überschätzt, sondern führt in seiner Überhöhung auch zu quasi-religiösen Auswüchsen. Weiterlesen

Aus der Katze ein Pferd machen

Die Meinungsäußerungen auf Twitter zur Corona-Pamdemie sind immer schwerer zu ertragen. Natürlich ist der Werwohl selbst schuld an seiner Timeline, aber die Verfechter einer Beendigung des Lockdowns werden in ihrer Wortwahl immer maßloser, zum Teil auch angefeuert durch eine kaum verhohlene Ausrichtung des Springer-Konzerns.

Es wird so getan, als sei der Lockdown ein Wunschszenario wahlweise „von Merkel“, „der Regierung“ oder gleich „der Politik“, das entgegen dem Willen der Bevölkerung völlig unnötigerweise erbarmungslos durchgezogen werde. Weiterlesen

Die EU ist die EU ist die EU

Als rationaler Betrachter kann man angesichts der Impfstoff-Beschaffung durch die EU nur den Kopf schütteln. Es gab tatsächlich eine dominante Strategie, und die sah so aus:

Man kauft bei allen aussichtsreichen Impfstoffanbietern so viel Impfstoffe, dass man mit den Impfstoffmengen bereits jedes einzelnen Anbieters die gesamte Bevölkerung der europäischen Union impfen könnte. Die Kosten einer solchen Impfstrategie wären im niedrigen zweistelligen Milliardenbereich und in Anbetracht der volkswirtschaftlichen Schäden durch eine unnötige Verlängerung der „Corona-Krise“ vernachlässigbar.

Tatsächlich entschied man sich anders, und über die Zurkenntnisnahme und das Wundern hinaus stellt sich die Frage: Warum eigentlich? Weil da in der EU nur Deppen sitzen, die keine Ahnung haben? Weiterlesen

Laschet, Merz und der konservative Abgesang

Der neue Parteivorsitzende der CDU heißt Armin Laschet. Das war zu erwarten. Herr Laschet war nicht nur das personifizierte „Weiter so“, er war auch insgesamt das beste Angebot, um inhaltliche Festlegungen zu vermeiden. Was aus machtpolitischen Erwägungen – und diese haben in der Union schon immer eine besondere Rolle gespielt, im Gegensatz zu den ideologisch-selbstzerstörerischen Tendenzen ihrer ehemaligen Hauptgegenspielerin, der SPD – besonders erwünscht ist. Und, machen wir uns nichts vor, unter den Funktionären, die da abstimmen durften, dürften sich einige einflussreiche Personen befinden, die darauf angewiesen sind, dass die CDU auch in Zukunft diverse Möglichkeiten der politischen Mitgestaltung – vulgo: Pöstchen – zu vergeben hat.

Das Problem von Friedrich Merz war seine Wahrnehmbarkeit als Alternative. Weiterlesen

Entsetzen über ein Phänomen

Bei Trump muss man sich wohl entscheiden. Entweder man hält den Mann für einen Simpel, der nicht mehr ganz Herr seiner Sinne ist, oder für einen genialen Strategen. Wobei letztere Option in einer Verschwörungstheorie mündet.

Es gibt in der Twitter-TL des Werwohlfs einige Accounts, die man mit Fug und Recht als Trump-Anhänger bezeichnen kann. Bei den meisten davon ist das ein anti-linker Reflex, der als solcher beim Werwohlf durchaus Sympathien genießt, aber dennoch sollte man sich vielleicht, wenn man von den einen Deppen schon nicht viel hält, nicht gleich den nächsten an den Hals werfen. Zumal Trump, das muss man ihm zugute halten, selbst wohl kein Ideologe ist. Oder, wenn man es so wenden will: Seine Ideologie besteht in der Anbetung seiner selbst. Weiterlesen

Statt Light jetzt Medium?

„Light schmeckt nie“, postulierte der Werwohlf hier noch. Und jetzt, wo wir von „light“ zu – ja, was eigentlich? – „Medium“ wechseln, bliebe noch zu ergänzen: Es schmeckte nicht nur nicht, es hatte auch nicht die gewünschte gesundheitsfördernde Wirkung. Was für „Light“-Produkte ja auch so ungewöhnlich nicht sein soll.

Doch das, was „light“ zu „light“ machte, geht man auch jetzt nicht an. Weiterlesen

Der geliebte Verbraucher

Wer braucht wohlmeinende Diktatoren, wenn er ein Europaparlament hat? Die Damen und Herren MdEPs sind rührend besorgt um das Wohlergehen jedes Bürgers. Sie lieben uns doch alle.

Und weil es viele stört, dass Sachen, die kaputt gehen, nicht mehr so wie früher repariert, sondern höchstens mal komplett ersetzt werden, haben sie beschlossen, diesem Miss-Stand einfach per Gesetz abzuhelfen.

Die Frage ist nur, wo das Problem liegt. Sicher – das Wegschmeißen alter Ware und die Produktion neuer ist ökologisch oft nicht sinnvoll. Wirtschaftlich aber schon, was dann bedeutet, dass die entsprechenden Produkte teurer werden. Man kann sich vorstellen, dass viele Verbraucher, für die manche Ware dann unerschwinglich wird, sich für dieses „Recht auf Reparatur“ herzlich bedanken werden.

Aber es geht eigentlich, wie beim oben verlinkten Vorbild, ja weniger darum, den Menschen einen Gefallen zu tun, sondern vor allem der eigenen ideologischen Weltsicht. Die es aber natürlich nur gut meint.

Der BEUC-Direktor für den Bereich Recht und Wirtschaft, Agustin Reyna, begrüßt das Vorhaben des EU-Parlaments. „Das ist genau die Art Initiative, die Verbraucher brauchen, um unsere Konsumgewohnheiten grüner zu machen.“

Die Konsumgewohnheiten sollen sich ändern, und die „Verbraucher brauchen“(!) eben einen kleinen gesetzgeberischen Schlag auf die Finger, um das zu ermöglichen.

Ökologisch kann das zwar, wie auch im Artikel zu lesen ist, durchaus auch unvorteilhaft wirken, aber an einer Ideologie ist ja gerade das praktische, dass sie auf solche Feinheiten keine Rücksicht zu nehmen braucht.

Auf Logik auch nicht, denn sonst käme man kaum auf solche Ideen:

Viele der Produkte werden extra so gebaut, dass sie nach kurzer Zeit kaputt gehen“, kritisiert die Grünen-Parlamentarierin Anna Cavazzini. Ein vorzeitiger Verschleiß soll nach dem Parlamentsbeschluss deshalb als unlautere Wettbewerbspraktik gelten.

Dass Sozialisten nicht mit Wettbewerb rechnen, kennen wir allerdings. Aber sie müssten ihn doch als Fakt zur Kenntnis nehmen. Wenn irgendein Hersteller Produkte vorzeitig altern und unbrauchbar werden lässt, warum sollte sich dann kein Konkurrent finden, der ihn durch eine höhere Lebensdauer aussticht? Die Verbraucher bestimmen es. Wenn sie lieber eine billige Waschmaschine hätten (oder sich keine andere leisten können), die dafür früher ihren Geist aufgibt, dann greifen sie eben zu einem der Modelle im unteren Preissegment. Und wenn sie mehr Wert darauf legen, dass sie die Maschine möglichst lange begleitet, dann greifen sie z.B. zu einem Modell eines Herstellers, der für diese Eigenschaften bekannt ist. Die kostet dann allerdings auch deutlich mehr. Auch im Automobilsektor hat man die Wahl zwischen Dacias und – sagen wir mal – Toyotas.

Auch hier dürfte das Wohlwollen der Parlamentarier die Verbraucher vor so manchem Erwerb schützen. Ohne, dass an seine Stelle eine Alternative treten würde natürlich.

Wirklich gegen Rassismus?

Rassismus ist schlimm und muss bekämpft werden. Das meint auch die Bundesregierung. Wird dieser Kampf je enden? Wohl kaum. Selbst bei der üblichen Definition von Rassismus, also der, die der Person auf der Straße einfällt, wenn man sie dazu befragen würde, nämlich der zum Ausdruck gebrachten Überzeugung, ein Teil der Menschen sei aufgrund über Generationen unveränderlicher, äußerlicher Merkmale dem anderen unter- bzw. überlegen oder minder- bzw. höherwertig, dürfte es angesichts des Bedürfnisses von Menschen, sich einer bestimmten Gruppe zuzuordnen und gegenüber anderen Gruppen möglichst vorteilhaft abzugrenzen, praktisch ausgeschlossen sein, Rassismus je zum Verschwinden zu bringen. Weiterlesen