Klein-Fritzchen und der CSU-Generalsekretär

Es geht die Mär von einem Klassenbucheintrag, der da lautete: „Klein-Fritzchen pfeift schmutzige Lieder!“

Ein Witz ist es deswegen, weil offenbar wird, dass die eintragende Lehrerin anscheinend sehr genau den Text des Liedes kennt, das von dem Schüler nur gepfiffen wurde. Somit ahndet sie eigentlich in erster Linie ihre eigene Assoziation, da von Klein-Fritzchen gar nicht bekannt ist, ob er zu der von ihm dargebotenen Melodie überhaupt den passenden Text anführen könnte.

Der Generalsekretär der CSU, Andreas Scheuer, sagte gegenüber dem Bayerischen Rundfunk u.a. folgendes: „Entschuldigen Sie die Sprache, aber das Schlimmste ist ein fußballspielender, ministrierender Senegalese, der über drei Jahre da ist. Weil den wirst du nie wieder abschieben.“

Und die Rassismus-Vorwürfe ließen nicht auf sich warten, selbstverständlich auch nicht in den sogenannten Qualitätsmedien. Den Rest des Beitrags lesen »


Bosse, Bonzen und Büros

Das Problem bei vielen Journalisten und Publizisten, die sich mit Wirtschaftsthemen beschäftigen, ist: Da reden Blinde von der Farbe. Nicht nur, dass ihnen die Erfahrung fehlt, länger in Schlüsselpositionen von Unternehmen gearbeitet zu haben, sie unterliegen auch einer Blickverzerrung, weil sie ihre eigene Arbeitswelt auf die gesamte Volkswirtschaft projizieren. Dieser bias hat uns z.B. schon die angebliche „Generation Praktikum“ beschert, die den meisten Akademiker außerhalb der „Irgendwas mit Medien“-Welt als Erzählung von einem anderen Stern vorkam. Und auch der Furor, mit dem in dieser Branche die Frauenquote gefordert wird, hat ein gutes Stück damit zu tun, dass in der Medienwelt nicht ein derartiger Frauenmangel herrscht wie z.B. in sehr technikgetriebenen Unternehmen – im Gegenteil.

Über Twitter wurde der Werwohlf aufmerksam auf diesen Artikel: „Ich bin im Büro – holt mich hier raus!“ Der Autor Patrick Spät beschäftigt sich auf „Zeit Online“ mit der Frage, warum Großraumbüros bei Unternehmen weiter so populär seien, obwohl sie auch erhebliche Nachteile besitzen. Die Gründe, die er aufführt, stammen dabei aus der Mottenkiste linker Kapitalismuskritik, die ihren Mangel an Erfahrung wettmacht durch das Zitieren ideologisch in den Kram passender Autoritäten (denen die Erfahrung selbstverständlich ebenfalls fehlt, aber „Ich habe doch Foucault zitiert!!Einself!!“):

„BWLer“ hätten „penibel genau errechnet, dass der erhöhte Verschleiß der Mitarbeiter durch andere Faktoren wieder wettgemacht wird“. Unternehmen sparten durch Großraumbüros Miet- und Energiekosten. Außerdem könnten die „Bosse und Bonzen“ in ihnen ihre Lohnsklaven (der Begriff kommt im Artikel nicht vor, würde aber zu dessen Ton passen) besser kontrollieren, und auch die gegenseitige Kontrolle der Mitarbeiter würde so gefördert. Im Grunde seien die Großraumbüros Gefängnisse, „mit deren Insassen ein perfides Spiel getrieben wird“.

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Was zum Erfolg der AfD

Geht es nach den schlichten Geistern, die gerne mal Parteizentralen, Studios, Redaktionen und Talkshows bevölkern, dann ist eigentlich minütlich mit einem Fackelmarsch in Schwerin zu rechnen, denn über 20% der Wähler hätten sich dort als Nazis entpuppt. Wahrscheinlich über Nacht, denn das Nazisein ist offensichtlich so eine Art Jekyll-Mr.Hyde-Syndrom, das nur dann ausbricht, wenn man eine Partei wählt, die den Herrschenden nicht in den Kram passt. Andererseits sollten sich gerade die Freunde der assoziativen Denunzierung Gedanken machen, was bei der letzten Wahl an den Programmen von SPD, CDU oder Linken so attraktiv war, dass jetzt als Jünger Hitlers entlarvte Subjekte daran Geschmack fanden. 

Aber keine Sorge, es gibt ja den Werwohlf mit seiner – nein, nicht „ultimativen“, denn wem sollte er das Ultimatum setzen – allumfassenden Erklärung des Wahlergebnisses von Mecklenburg-Vorpommern und vielen davor wie danach. Fangen wir sinnvollerweise an mit

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Angebissenes (I) – Die AfD, die Gewalt und der Hass

Einleitung: Der Werwohlf arbeitet seit Anfang des Jahres bei einem Projekt, das von Montag bis Donnerstag Auswärtstätigkeit erfordert. Am Donnerstag kehrt er spät abends heim, meist voller Gedanken, die sich im Lauf der Woche angesammelt haben (wenn sich nicht die Gelegenheit ergab, in „der Ferne“ mal einen Beitrag zu verfassen).  Unter dem Titel „Angebissenes“ sollen die ab sofort hier einfach mal rausgelassen werden, meist noch ziemlich roh und ungeschliffen, und manche davon werden vielleicht später wieder hier aufgegriffen.

Die ständig wiederkehrende Gewalt gegen AfD-Mitglieder und -Funktionäre war jetzt auch mal Anlass für einen Beitrag in der F.A.S. In der Tat kann sich der Werwohlf des Eindrucks nicht erwehren, dass in der Öffentlichkeit in solchen Fällen mit zweierlei Maas gemessen wird.

Für Wendehals Volker Wissing z.B. ist die Sache klar. 

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Zwielichtig und doppelbödig

In Deutschland hat man bekannterweise seit dem Ende der Naziherrschaft ein zwiespältiges Verhältnis zur eigenen Nation. Inbesondere unter den Eliten gilt Deutschsein eher als peinliche Angelegenheit, derer man sich durch häufigen Gebrauch des Englischen, Bevorzugung feiner italienischer Küche und offen bekannter Sehnsucht nach einem europäischen Zentralstaat gerne entledigen möchte. Im Pöbel allerdings hat spätestens seit der Fußball-WM 2006 eine Art Renaissance der Nation eingesetzt: Man verwendet, sehr zum Ärger der politischen Linken, ziemlich ungezwungen Symbole wie die schwarz-rot-goldene Fahne und singt hier und da auch mal „Einigkeit und Recht und Freiheit“ mit. Der politisch korrekte Reflex verlangt, hierin ein Aufkommen von Nationalismus zu sehen, der Menschen aus anderen Ländern auszugrenzen trachtet. 

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Kurz was zu Burka & Co.

Im Sommerloch erregt man sich für und gegen ein „Burka-Verbot“. Die Schlaumeier pflegen dann darauf hinzuweisen, dass die „Burka“ ein ganz spezielles Gewand ist und mitnichten alle Formen der muslimischen Vollverschleierung umfasst. Und sie hätten Recht damit, dass ein derart willkürlich ausgewähltes Verbot vermutlich reichlich sinnfrei wäre, zumal die Burka zu den in Deutschland eher nicht anzutreffenden Formen der Vollverschleierung zählen dürfte.

Aber darf ein liberaler Rechtsstaat so etwas überhaupt verbieten? Die Franzosen meinen: Ja. Der wissenschaftliche Dienst des Bundestags meint wohl: Nein. 

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Was zu Zwangslieben und Liebeszwang

Schlösser gelten als reichlich unflexibel. Was von ihnen umfasst wird, bleibt, bis jemand erhebliche Gewalt aufwendet, um diesen Zustand zu ändern. Aber es gibt Dinge, die sind viel fester als Schlösser. Ideologische Verbohrtheit beispielsweise.

Eine Künstlergruppe namens „Frankfurter Hauptschule“ hat den „Liebesschlössern“ den Kampf angesagt:

„Diese Schlösser sind moderne Keuschheitsgürtel. Hier geht es nicht um Liebe, sondern um Besitz. Es ist ein massenhafter Ausdruck von Zwangsliebe und Liebeszwang“, begründete eine Sprecherin die Aktion „Stahlbad ist 1 Fun“.

Der Werwohlf weiß nicht, woher die Sprecherin ihre Erkenntnis bezieht. Aber hey – wer muss das schon nachweisen als Künstler. Eine gewisse Realitätsferne ist ihr allerdings nicht abzusprechen. Denn es gehört keine seherische Gabe dazu anzunehmen,  dass von den vielen in „Liebesschlössern“ vermeintlich verewigten Beziehungen, die z.B. ein Treppengeländer nahe des großen Flusses in der Stadt des Werwohlfs „zieren“, nur noch ein nicht allzu hoher Prozentsatz fortbesteht, während der Rest den Weg aller Lebensabschnittsgefährten ging. Vielleicht ist das nur ein weiteres, aber auch eklatantes Beispiel linken Irrglaubens, dass Absicht Realität zu ersetzen vermöge, aber wenn dem so wäre, wäre es ein besonders krasses. Allein das Anbringen eines solchen Schlosses ist nicht in der Lage, im echten Leben Bindung zu erzeugen oder zu erzwingen. Da gibt es ganz andere Institutionen, die man sich genauer anschauen müsste, aber die wären für eine Künstlergruppe die die „Frankfurter Hauptschule“ vermutlich viel zu real und darüber hinaus auch politisch inopportun.