Transgender (nicht nur) im Sport

Sowohl der internationale Schwimmverband FINA als auch der DFB beschäftigten sich jüngst mit der Zuordnung von Sportlern, die weder Mann noch Frau sind, noch sich einer der beiden Kategorien zuordnen.

Während der Schwimmverband für solche Sportler eine eigene, „offene“ Kategorie vorgesehen hat und nur dann eine Ausnahme macht, wenn eine Geschlechtsumwandlung vor der Pubertät stattfand (genauer: vor dem 12. Lebensjahr – welch eigentlich grausige Vorstellung), scheint sich der DFB für ein „anything goes“ entschieden zu haben. Die Rede ist allgemein von „Transgender“, aber damit ist wohl nicht die engere Definition gemeint, die allein auf die empfundene Identität abstellt, sondern der Begriff umfasst hier auch die Personen, die als „intersexuell“ oder „transsexuell“ gelten, als solche, die von Geburt an keinem Geschlecht zuzuordnen sind, oder solche, die eine gründliche Umwandlung auch physischer Art anstreben oder bereits hinter sich haben.

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Manchmal eben doch

Ein Beitrag für das Ökonomen-Blog „Wirtschaftliche Freiheit“ argumentiert nur wenig verhohlen in Richtung des ersten, bei EMMA erschienenen „offenen Briefs“ an Kanzler Scholz, indem er das sog. „Trade-Off-Denken“ einer „orthogonalen Positionierung“ gegenüberstellt.

„Trade-Off-Denken“, das dürfte die in den Medien (und insbesondere auch auf Twitter), und bei Union, Grünen und FDP sowie Teilen der SPD vorherrschende Sicht beschreiben, wonach es im Ukraine-Krieg einen eindeutig „Bösen“ gibt (Putin), weil Aggressor, und einen eindeutig „Guten“ (Ukraine), weil Opfer, und man letzterem unbedingt gegen ersteren zu helfen habe, mit möglichst allem, was geht – wobei das „möglichst“ auch noch zwischen „Auf ihn mit Gebrüll!“ und „Vorsicht, der hat Atomwaffen!“ changiert. Diese Einstellung wird vom Autor mit den üblichen, relativierenden Einwänden zurückgewiesen: Es seien an einem Konflikt ja immer beide Seiten irgendwie schuld, aber das dürfe man unter der Herrschaft dieses Denkens ebenso wenig noch sagen wie darauf hinweisen, dass vielleicht nicht die Kooperation mit dem Bösen, sondern vielmehr die mit dem Opfer mitursächlich für den Krieg gewesen sein könnte.

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Zwischen den Briefen

Das Schicksal der Welt kann nur von Deutschen entschieden werden. Da ist nun einmal unsere Bestimmung, wir können nicht anders. Nur wie, darin sind wir uns manchmal etwas uneins.

Nach wie vor steht die Welt vor der Situation, dass eine Atommacht ein kleines Nachbarland überfallen hat, um, wenn man den Worten des Staatsoberhaupts des Aggressors glauben kann, seiner unwürdigen und illegitimen Existenz ein Ende zu setzen – zumindest faktischer Art, indem man es seiner Fähigkeit zur Selbstverteidigung beraubt und von Marionetten regieren lässt.

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Was zum Gasembargo

Wenn man ein politisch interessierter Mensch (oder auch nur ein politisch interessierter Wohlf) ist, kann man in der Regel zu jeder aktuellen Frage eine vorherrschende Meinung ausmachen. Die muss keineswegs gleich der Meinung der Mehrheit der Bürger entsprechen, wird aber nach einiger Zeit meistens dazu, weil sie von vielen Stimmen, die öffentlich Gehör finden, permanent wiederholt wird, sehr gerne gestützt auf eine vorwiegend moralische Begründung, die alle Andersdenkenden zu Menschen niederer Gesinnung verkommen lässt.

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Kapitulieren?

Jüngst ist in der Diskussion um den Krieg in der Ukraine die Idee vertreten worden[1], es sei für die Menschen in der Ukraine besser, das Land kapituliere. Die Argumente, so sie von den Falken in den Medien überhaupt genehmigt werden (in der Regel wird der Gedanke bei der ersten Erwähnung mit maximaler Empörung weggewischt – was einen immer misstrauisch machen sollte), haben etwas für sich:

Kriegshandlungen würden eingestellt, die Städte würden nicht mehr beschossen, militärische und zivile Opfer wären (zunächst) nicht mehr zu beklagen, Versorgungswege könnten wieder geöffnet werden, und auch die drohende Hungerkatastrophe in Teilen der Welt ließe sich womöglich abwenden. Das addiert sich zu vielen Todesopfern, die dann keine mehr sein müssten. Denn klar ist auch: Geht der Krieg weiter, wozu auch die Waffenlieferungen an die Ukraine führen, geht das Töten weiter, auch das von Zivilisten und eben z.B. auch Kindern.

Es wird zwar nicht gern gehört, aber es ist nicht nur Putin, der es in der Hand hat, ob der Krieg weiter andauert. Zu einem Krieg gehören immer zwei: ein Aggressor und ein Verteidiger. Und letzterer hat immer die Möglichkeit zur Kapitulation. Sicher, populäre Kunst und Unterhaltung verherrlichen genau das Gegenteil: Durchhalten, niemals aufgeben! Das ist auch lobenswert, aber nur dann, wenn man selbst der einzige ist, der den Preis dafür zahlen muss. Das steht in einem Krieg zwischen Staaten nicht zur Debatte. Da zahlen den Preis auch die, die gar nicht mitmachen.

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Sprachregelungen

„Labernde Klasse“ – so nennt der Werwohlf seit jeher das Konglomerat aus Politik, Journalismus und (im Wesentlichen geisteswissenschaftlichen) Akademikern, das die allgemein zugänglichen öffentlichen Kommunikationskanäle beherrscht, vor allem natürlich die etablierten Medien, aber ebenso, wenn auch vielleicht in etwas anderer interner Zusammensetzung, die „sozialen“.

Der Name deutet es an: Diese Klasse bezieht ihre Macht (um die geht es bei Klassen immer) aus dem Umgang mit Sprache. „Ich rede, also bin ich“ ist ihr Motto.

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Was aus den Medien – Ausgabe 4

Diesmal nur ein Mini-FAZ-Special.

In der Kolumne der FAZ mit dem Titel „Nine to Five“ schildert die Autorin („Redakteurin in der Wirtschaft“) einige exemplarische Beispiele für ernüchternde Erfahrungen von Berufsanfängern. Worauf diese Beispiele beruhen, ob sie vielleicht gar fiktiv sind, bleibt offen, aber vermutlich orientieren sie sich an Gegebenheiten, die der Autorin bekannt sind.

Was den Werwohlf wiederum verwundert. Er möchte ja keinesfalls ausschließen, dass der Einstieg in den beruflichen Alltag so manchen Berufsanfänger-Traum zerplatzen lässt, aber ob das – wie in der Kolumne berichtet – so durchgehend an böswilligen oder bestenfalls bräsigen Unternehmen liegt, wagt er dann doch zu bezweifeln.

Besonders der Fall der jungen „SAP-Managerin“ erscheint ihm seltsam. Diese soll, obwohl besonders schnell mit ihrer Arbeit, entgegen der Rechtslage immer nur befristete Verträge bekommen. Vorausgesetzt, das ist nicht das, was sie selbst will (ja, es gibt Leute, die schreckt der Gedanke an lange Kündigungsfristen eher ab) – warum geht sie nicht? Denn um mal die bekannten Interpreten deutschen Liedguts „Die Doofen“ abgewandelt zu zitieren: An der nächsten Lampe ist schon die nächste Beratungs-Schlampe für dich frei! Schon wer den Namen eines weit verbreiteten ERP-Systems fehlerfrei aufsagen kann (in der Tat gibt es ein paar mehr als die Klitsche aus Walldorf), wird vom Arbeitsmarkt aufgesogen wie ein Mojito vom durstigen Trinker. Und wenn derjenige dann sogar noch was kann, muss er oder sie sich regelrecht wehren, um nicht abgeworben zu werden.

Angesichts der sich abzeichnenden Effekte des demografischen Wandels, der dieses Land übrigens um ein Vielfaches härter treffen wird als der Klimawandel (aber „don’t look up“!), wird das bald in immer mehr Branchen so sein, so dass sich Arbeitgeber heute besser keinen schlechten Ruf leisten – zumindest nicht die, die auf Hochqualifizierte angewiesen sind.

Wenn also schon dieses Beispiel so richtig unglaubwürdig erscheint – was soll man dann von den anderen halten?

Wunderliches im Jahr 2021

Auf FAZ.net gibt es einen Beitrag mit dem Titel „Was wir 2021 übel nehmen“. Er kommt aus der Feuilletonredaktion der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung – somit weiß der Kenner, was ihn erwartet, und er wird nicht enttäuscht: deutsch-typischer „Linksliberalismus“ (also Sozialismus ohne Klassenkampf) mit all den für ihn typischen Fehlschlüssen und Irrtümern, aber selbstverständlich auch mit dem ein oder anderen Nachvollziehbaren.

Der Werwohlf allerdings nimmt nur wenig übel. Wenn, dann verachtet er. Aber ganz so negativ wollen wir das Jahr nicht ausklingen lassen. Stattdessen findet sich jetzt hier eine Liste von Dingen, die sich dem Denken und Fühlen des Werwohlfs so komplett entziehen, dass er ihr Vorkommen ihm ein völliges Rätsel ist. So wundert er sich noch heute darüber, dass…

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Was zu Weihnachten 2021

Vor seiner Verwandlung, also in seinem früheren Online-Leben, war es guter(?) Brauch, dass der Werwohlf, oder besser: die Online-Existenz vor ihm, einen Beitrag zu Weihnachten brachte. Sollte ein Christ eigentlich auch schaffen.

Aber Weihnachten ist für den Werwohlf, obwohl er aus Überzeugung Mitglied einer christlichen Kirche ist, ein schwieriges Terrain. Sicher, es ist die Menschwerdung Gottes, aber da fängt das theologische Theater ja schon an, bereits seit den Anfängen des Christentums. Wie viel Gott, wie viel Mensch, wann und wie lange? Und ist das Ganze nicht eigentlich lediglich das Vorspiel zum eigentlichen Höhepunkt: Ostern? Klar, kein Ostern ohne Weihnachten. Aber Ostern ist mächtiger, größer, sinnhaltiger und voller Herausforderungen – also alles, was Glauben im Grunde ausmacht.

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Zurück zu Twitter – ein bisschen

Der Werwohlf ist zurück auf Twitter. Aber nur ein bisschen. Was vor allem daran liegt, dass er die Zahl derer, denen er folgt, radikal zusammengestrichen hat und womöglich auch weiter zusammenstreichen wird. In Folge dessen rechnet ist natürlich auch zur erwarten, dass die „Entfolgten“ sich revanchieren werden – insofern wird die Flamme, auf der das ganze künftig köchelt, deutlich kleiner.

Aber auf Außenwirkung legt der Werwohlf wenig Wert. Er macht das alles hier und auf Twitter nur zur Selbsttherapie, weil er sonst an all dem Unsinn, der jeden Tag aufs Neue auf ihn einströmt, verzweifeln müsste. Wobei Corona schon noch etwas verändert hat, und zwar leider nicht zum Guten.

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