Was zu dämlichen Bemerkungen, verletzter Privatsphäre und Effekthascherei

Jens Lehmann scheint niemand zu sein, den man jetzt auf Anhieb als besonders sympathisch einordnen würde. Und auch der windige Lars, der bei Hertha mittlerweile sein Unwesen treibt, gehört nicht zwingend in die Reihe der Menschen, die der Werwohlf gerne mal beim Bier treffen würde.

Aber das Theater, das wegen einer dämlichen Bemerkung Lehmanns in einem WhatsApp-Chat losgetreten wurde, kann der Werwohlf nicht anders als komplett durchgedreht und absurd empfinden. „Quotenschwarzer“ ist das Wort, das seine Nachricht als rassistische qualifizieren soll. Man möge dem Werwohlf mitteilen, ob „Schwarzer“ mittlerweile das Schicksal des N-Worts teilt, also zum Unsagbaren geworden ist, aber sein letzter Kenntnisstand ist noch so, dass der Begriff zwar nicht den strengen Anforderungen woker SJWs entspricht, die auf eine in der Länge stetig wachsende und komplizierte Abkürzung hinausliefen, aber andererseits gilt er auch nicht als wirklich herabsetzend und diskriminierend. War zumindest des Werwohlfs letzter Stand, aber da mag dessen mangelnde Aktualität ihn dann auch als Rassisten ausweisen. Und „Quote“? Wirklich jetzt? Man kennt das meist im Zusammenhang mit Frauen. Das ist für diejenigen, auf die er angewendet wird, nicht angenehm und auch generell unhöflich, sicher auch polemisch und angreifbar, aber sowas kommt im Leben nun einmal vor. Die von um jegliche auf die Person abzielende Begriffe bereinigte Sprache ist zugleich auch eine tote, denn das Herabsetzen anderer Menschen scheint nun einmal leider ein Grundbedürfnis zu sein – und, wie der Werwohlf nicht grundlos vermutet, auch eins, das selbst in den Wokesten der Woken schlummert, nur dass es, wenn es dort zum Ausdruck kommt, ja immer gegen die „Richtigen“ geht, per definitionem auch gehen muss (erweiterte Stegner-Doktrin).

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Was Likes kosten

Die Diskussion über die Antworten der Politik auf das SARS-COV-2-Virus hat manch wundersame Aspekte. Da wäre zum einen die Scheidung der Argumente entlang politischer Präferenzen zu beobachten, was an sich vielleicht nicht ganz so interessant wäre (was wird heute nicht als Gesinnungsausweis diskutiert?), wenn sich die Richtungen nicht simultan gedreht hätten.

Als es losging mit den ersten Meldungen über das neue Virus, da überschlugen sich eher rechts orientierte (denen man mit der Bezeichnung als „AfD-nah“ wohl kein großes Unrecht zufügt) Nutzer sozialer Medien vor lauter Warnungen und Forderungen an den Staat, endlich hart durchzugreifen. Gut, an erster Stelle stand damals der Wunsch nach Schließung der Grenzen, was die zeitweise Popularität einer Anti-Corona-Politik in diesen Kreisen womöglich erklärt, aber dieser Wunsch ist heute, weil nicht zur Öffnungs-Rhetorik passend, in diesem Zusammenhang kaum noch zu vernehmen, während aus linker Sicht zwar wohl weiter „kein Mensch illegal“ ist, aber durchaus infiziert sein kann, was das „no borders“ dann schwer argumentierbar macht.

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Was zu Handschuhen

Der Werwohlf, der olle Zapper, blieb kürzlich bei der Sendung „Die Höhle der Löwen“ hängen und sah dort dann auch die Vorstellung der Gründer von „Pinky Gloves“. Die hatten sich eine Art Handschuh ausgedacht, mit Hilfe dessen eine Frau während ihrer „Tage“ den Tampon aus ihrem Körper entnehmen, hygienisch verpacken und entsorgen können sollte.

Die Runde der Investoren war sich einig, dass dies eine tolle Idee sei (auch die beiden anwesenden „Löwinnen“), und man wunderte sich unisono, warum bisher noch niemand auf diese Idee gekommen sei. Schließlich stieg ein Investor mit ein, und alle waren glücklich.

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Der Fluch des Schlusses

In einem Artikel wird auf FAZ.net (Bezahlschranke) berichtet, wie schwer es Frauen haben, sich in den oberen Regionen der Jungen Union zu behaupten. Es geht um Sexismus und um Anmache, auch um Handgreiflichkeiten.

Nun war der Werwohlf mal in der Jungen Union, aber erstens ist das hundert Jahre her, und zweitens bewegte er sich dort auch nicht in diesen Sphären, sondern auf Orts- und Kreisebene, wo es wohl auch dem Artikel zufolge noch weitestgehend „normal“ zugehen soll. Dennoch könnte er sich gut vorstellen, dass die im Artikel berichteten Fakten überwiegend wahr sind. Weiterlesen

Rituale als Instrumentalisierung

Geht es noch sperriger in der Überschrift, Werwohlf? Hier meist eher nicht, aber wenn es denn zutrifft…

Gestern, am 19. Februar, jährte sich zum ersten Mal der Tag der Morde von Hanau. Da es leider, und auch darum wird es jetzt hier gehen, zu einem Ausweis sozialer Zugehörigkeit gemacht werden soll, wie man über diese Tat redet, sei an dieser Stelle erstmal nur zitiert, und zwar aus dem rechter Umtriebe reichlich unverdächtigen deutschen Wikipedia:

Beim Anschlag in Hanau am 19. Februar 2020 erschoss der 43-jährige Hanauer Tobias Rathjen, im Folgenden »R.« genannt[1], in und vor einer Shisha-Bar, einem Kiosk und einer Bar neun Hanauer Bürger mit Migrationshintergrund. Danach erschoss er in der elterlichen Wohnung seine Mutter und sich selbst. Die Tat wird als rechtsextremer Terrorakt mit rassistischen Motiven eingestuft. Der Täter war arbeitslos und den Behörden seit Jahren mit paranoiden Wahnvorstellungen aufgefallen. Es ist noch nicht vollständig geklärt, warum es dem Täter möglich war, trotz seiner psychischen Auffälligkeiten, seit 2002 legal Waffen zu besitzen.

Zum Jahrestag wurde eine Kampagne unter dem Namen „Say their names“ gestartet. Mit ihr soll  lt. offizieller Darstellung

besonders auf die Opfer aufmerksam gemacht werden, damit die Namen nicht in Vergessenheit und der Hass hinter der Tat und der Täter selbst nicht in den Vordergrund geraten

Da gegen dieses lobenswerte Unterfangen niemand etwas haben kann, entschloss sich z.B. auch der Bundesligaverein Eintracht Frankfurt dazu, mutig die Namen der Opfer auf speziellen Aufwärmtrikots anzuführen. Auch in einem Tweet des Bundesjustizministeriums wurde der Opfer namentlich gedacht.

Aller Opfer? Weiterlesen

Wenn Nachrichten zur Propaganda werden

Von „Rechten“ wird gerne die Behauptung aufgestellt, der öffentlich-rechtliche Rundfunk sei politisch einseitig. „Linke“ weisen das in der Regel zurück.

Der Werwohlf ist sich allerdings sicher, dass in diesen – wie allerdings auch in privaten – Medien politische Sachverhalte nur mit einem auf links geeichten Filter berichtet werden. Dahinter steckt keine Verschwörung, sondern vor allem der Werdegang von Journalisten, der es diesen ermöglicht, ein Berufsleben lang ohne verstörende nicht-linke Argumente auszukommen.

Beispiel gefällig? Gerne. Am 12.02.2021 beschloss das Bundeskabinett das sogenannte Lieferkettengesetz. Weiterlesen

Sprachmagie

An zwei Meldungen möchte der Werwohlf diesmal seine Gedanken festmachen. Da wäre zum einen die, dass der Online-Duden das generische Maskulinum abgeschafft hat. Zum anderen die, dass ein Journalist der New York Times seinen Job verlor, weil er nicht-öffentlich das „N-Wort“[1] benutzt hat.

Beide Meldungen haben mit Sprache zu tun, und beide offenbaren ein Sprachverständnis, das Bezüge zu Magie ausweist. Die Protagonisten, die in beiden Fällen für die dann eingetretene Entwicklung sorgten, eint die Vorstellung, dass Sprache Bewusstsein und Handeln präge. Wiewohl ein solcher Einfluss sicher besteht, wird er von ihnen aber offenbar nicht nur maßlos überschätzt, sondern führt in seiner Überhöhung auch zu quasi-religiösen Auswüchsen. Weiterlesen

Aus der Katze ein Pferd machen

Die Meinungsäußerungen auf Twitter zur Corona-Pamdemie sind immer schwerer zu ertragen. Natürlich ist der Werwohl selbst schuld an seiner Timeline, aber die Verfechter einer Beendigung des Lockdowns werden in ihrer Wortwahl immer maßloser, zum Teil auch angefeuert durch eine kaum verhohlene Ausrichtung des Springer-Konzerns.

Es wird so getan, als sei der Lockdown ein Wunschszenario wahlweise „von Merkel“, „der Regierung“ oder gleich „der Politik“, das entgegen dem Willen der Bevölkerung völlig unnötigerweise erbarmungslos durchgezogen werde. Weiterlesen

Die EU ist die EU ist die EU

Als rationaler Betrachter kann man angesichts der Impfstoff-Beschaffung durch die EU nur den Kopf schütteln. Es gab tatsächlich eine dominante Strategie, und die sah so aus:

Man kauft bei allen aussichtsreichen Impfstoffanbietern so viel Impfstoffe, dass man mit den Impfstoffmengen bereits jedes einzelnen Anbieters die gesamte Bevölkerung der europäischen Union impfen könnte. Die Kosten einer solchen Impfstrategie wären im niedrigen zweistelligen Milliardenbereich und in Anbetracht der volkswirtschaftlichen Schäden durch eine unnötige Verlängerung der „Corona-Krise“ vernachlässigbar.

Tatsächlich entschied man sich anders, und über die Zurkenntnisnahme und das Wundern hinaus stellt sich die Frage: Warum eigentlich? Weil da in der EU nur Deppen sitzen, die keine Ahnung haben? Weiterlesen

Laschet, Merz und der konservative Abgesang

Der neue Parteivorsitzende der CDU heißt Armin Laschet. Das war zu erwarten. Herr Laschet war nicht nur das personifizierte „Weiter so“, er war auch insgesamt das beste Angebot, um inhaltliche Festlegungen zu vermeiden. Was aus machtpolitischen Erwägungen – und diese haben in der Union schon immer eine besondere Rolle gespielt, im Gegensatz zu den ideologisch-selbstzerstörerischen Tendenzen ihrer ehemaligen Hauptgegenspielerin, der SPD – besonders erwünscht ist. Und, machen wir uns nichts vor, unter den Funktionären, die da abstimmen durften, dürften sich einige einflussreiche Personen befinden, die darauf angewiesen sind, dass die CDU auch in Zukunft diverse Möglichkeiten der politischen Mitgestaltung – vulgo: Pöstchen – zu vergeben hat.

Das Problem von Friedrich Merz war seine Wahrnehmbarkeit als Alternative. Weiterlesen