Zwielichtig und doppelbödig

In Deutschland hat man bekannterweise seit dem Ende der Naziherrschaft ein zwiespältiges Verhältnis zur eigenen Nation. Inbesondere unter den Eliten gilt Deutschsein eher als peinliche Angelegenheit, derer man sich durch häufigen Gebrauch des Englischen, Bevorzugung feiner italienischer Küche und offen bekannter Sehnsucht nach einem europäischen Zentralstaat gerne entledigen möchte. Im Pöbel allerdings hat spätestens seit der Fußball-WM 2006 eine Art Renaissance der Nation eingesetzt: Man verwendet, sehr zum Ärger der politischen Linken, ziemlich ungezwungen Symbole wie die schwarz-rot-goldene Fahne und singt hier und da auch mal „Einigkeit und Recht und Freiheit“ mit. Der politisch korrekte Reflex verlangt, hierin ein Aufkommen von Nationalismus zu sehen, der Menschen aus anderen Ländern auszugrenzen trachtet. 

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Kurz was zu Burka & Co.

Im Sommerloch erregt man sich für und gegen ein „Burka-Verbot“. Die Schlaumeier pflegen dann darauf hinzuweisen, dass die „Burka“ ein ganz spezielles Gewand ist und mitnichten alle Formen der muslimischen Vollverschleierung umfasst. Und sie hätten Recht damit, dass ein derart willkürlich ausgewähltes Verbot vermutlich reichlich sinnfrei wäre, zumal die Burka zu den in Deutschland eher nicht anzutreffenden Formen der Vollverschleierung zählen dürfte.

Aber darf ein liberaler Rechtsstaat so etwas überhaupt verbieten? Die Franzosen meinen: Ja. Der wissenschaftliche Dienst des Bundestags meint wohl: Nein. 

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Was zu Zwangslieben und Liebeszwang

Schlösser gelten als reichlich unflexibel. Was von ihnen umfasst wird, bleibt, bis jemand erhebliche Gewalt aufwendet, um diesen Zustand zu ändern. Aber es gibt Dinge, die sind viel fester als Schlösser. Ideologische Verbohrtheit beispielsweise.

Eine Künstlergruppe namens „Frankfurter Hauptschule“ hat den „Liebesschlössern“ den Kampf angesagt:

„Diese Schlösser sind moderne Keuschheitsgürtel. Hier geht es nicht um Liebe, sondern um Besitz. Es ist ein massenhafter Ausdruck von Zwangsliebe und Liebeszwang“, begründete eine Sprecherin die Aktion „Stahlbad ist 1 Fun“.

Der Werwohlf weiß nicht, woher die Sprecherin ihre Erkenntnis bezieht. Aber hey – wer muss das schon nachweisen als Künstler. Eine gewisse Realitätsferne ist ihr allerdings nicht abzusprechen. Denn es gehört keine seherische Gabe dazu anzunehmen,  dass von den vielen in „Liebesschlössern“ vermeintlich verewigten Beziehungen, die z.B. ein Treppengeländer nahe des großen Flusses in der Stadt des Werwohlfs „zieren“, nur noch ein nicht allzu hoher Prozentsatz fortbesteht, während der Rest den Weg aller Lebensabschnittsgefährten ging. Vielleicht ist das nur ein weiteres, aber auch eklatantes Beispiel linken Irrglaubens, dass Absicht Realität zu ersetzen vermöge, aber wenn dem so wäre, wäre es ein besonders krasses. Allein das Anbringen eines solchen Schlosses ist nicht in der Lage, im echten Leben Bindung zu erzeugen oder zu erzwingen. Da gibt es ganz andere Institutionen, die man sich genauer anschauen müsste, aber die wären für eine Künstlergruppe die die „Frankfurter Hauptschule“ vermutlich viel zu real und darüber hinaus auch politisch inopportun.


Der Wert des Lächelns

Sicher: Wir können den Armen und Benachteiligten dieser Welt flammende Reden widmen. Wir können hochfliegende politische Forderungen zu ihren vermeintlichen Gunsten aufstellen. Wir können von einer besseren Gesellschaftsordnung träumen, in der all diese Menschen zu ihrem Recht kommen.

Aber das ist alles nichts, wenn es nicht gelebt wird.

Nun gehört der Werwohlf nicht zu den Leuten, die all das tun, was im Eingangssatz angesprochen wird. 

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Though this be madness yet there is method in it

Die Zeitungen berichten heute darüber: 

Als dringend reformbedürftig bezeichnen es die Autoren eines Evaluationsberichtes für die Antidiskriminierungsstelle des Bundes, der morgen vorgestellt werden soll. Wie die Zeitung „Die Welt“ berichtet, empfehlen die Forscher unter anderem eine Ausweitung der Kriterien, nach denen eine Benachteiligung verboten ist.

Unter anderem sollen Unternehmen mit einer „Migrantenquote“ gesegnet werden, und Vermieter sollen bei der Wohnungsvergabe nicht mehr die soziale Lage eines Mieters berücksichigen dürfen.

Nun ist es zunächst völlig logisch und im System so angelegt, dass auf einen Schelmen immer wieder neue anderthalbe gesetzt werden. 

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Bier gegen Rechts?

Der Traum aller aufrechten Bürger wird heute auf welt.de wahr: „Wer hier Bier trinkt, protestiert gegen Rechts“

Aber ach, wo Licht ist, ist auch Schatten, wie der Teaser leider mitzuteilen weiß:

Einerseits will man weltoffen sein auf der Biermeile in Berlin. Andererseits wird dort in diesem Jahr deutsche Reinheit verherrlicht.

Der Werwohlf kennt den Begriff „verherrlichen“ eigentlich nur aus dem Strafgesetzbuch im Zusammenhang mit unappetitlichen Erscheinungen. Also wie Nazi ist das deutsche Reinheitsgebot (bitte an dieser Stelle mit gutturaler Aussprache denken)?

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Für Meinungsfreiheit – aber wie?

Beiträge auf Facebook werden gesperrt, User aus Twitter ausgesperrt. Zum Teil ganz ohne Begründung, zum Teil mit einer etwas bizarren, und zum Teil, obwohl viel von der Art und Weise her Schlimmeres ungehindert auf denselben Plattformen weiter verbreitet werden darf. Bundesministerien mischen da auf recht undurchschaubare Art und Weise im Zusammenspiel mit von ihnen geförderten regierungsnahen NGOs (nein, das ist leider kein Oxymoron) mit, und die Empörung ist bei Kreisen, die nicht zu den politischen Gegnern der Gesperrten zählen, groß.

Der Werwohlf sieht das alles auch. Aber hey. Facebook und Twitter sind Unternehmen, keine altruistischen Plattformen. Und wenn man in unserem System des Crony Capitalism damit weiter kommt, dass einige User gleicher sind als andere, dann wird man dort kaum mit der Wimper zucken, auch so zu handeln. 

Daher gilt: Wer bei Facebook oder Twitter gesperrt wird, ist selbst schuld. 

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