Zwei Beobachtungen zu Karneval

Früher, als der Werwohlf noch ein unbedarfter junger Mann war (Ruhe da hinten! Ja, das war schon nach dem Krieg!), schaute er sich, obwohl in gänzlich unkarnevalesken Breiten lebend, gerne zwei Sendungen zur „fünften Jahreszeit“ an, und zwar „Mainz bleibt Mainz“ und die Übertragung der Rosenmontagsumzüge. An beiden mochte er besonders, wie gewitzte Beiträge, sei es in sprachlicher oder plastischer Form, die Politik und hierbei insbesondere die Regierung aufs Korn nahmen. Zugegebenerweise speiste sich ein nicht unerheblicher Teil des Vergnügens aus der Tatsache, dass die damals vom Werwohlf präferierte Partei auf Bundesebene die fiktiven Oppositionsbänke drückte und „die Anderen“ einen Großteil der Kritik ab bekamen, allerdings nicht nur.

Das scheint heutzutage etwas anders zu sein. Den Rest des Beitrags lesen »


Der Frust und die AfD

Justus Bender ist Journalist bei der FAZ. Dort schreibt er u.a. über die AfD. Seine Erkenntnisse aus der Beschäftigung mit dieser Partei hat er nun in einem Buch niedergeschrieben, aus dem gestern ein Auszug auf FAZplus (die mit der Bezahlschranke[1]) veröffentlicht wurde. Dessen Überschrift lautet „Das Recht des Lauteren“, und er behandelt die Frage, warum bei der AfD die radikaleren Kräfte fast naturgesetzlich an Bedeutung gewinnen. Eine besondere Rolle schreibt der Autor dabei dem Internet zu, und die geschilderten Wirkmechanismen erinnern sehr an einen Beitrag, den der Werwohlf selbst vor über einem Jahr verfasste: „Woher der Hass kommt“. Im Großen und Ganzen sind die Ausführungen Benders interessant, nicht unschlüssig und decken sich oft mit den auf diesem Blog vertretenen Ansichten, was für Qualität spricht[2].

Doch sie bedürfen auch der Kritik und der Ergänzung. Den Rest des Beitrags lesen »


Neues Deutschland (I)

Neue Rubrik für Diverses, das den Werwohlf dessen Asynchronität lehrt. Heute geht es um Pseudonymität und böse Zahlen. Den Rest des Beitrags lesen »


Bullshit-Rhetorik à la Schulz

Ganz Deutschland ist im Schulz-Fieber. Gut, die öffentlich-rechtlichen Medien tragen ihren Teil dazu bei, aber der Hype lässt sich nicht allein dadurch erklären. Große Teile der Wähler fallen geradezu in Trance wegen dieses Kandidaten, der dem Werwohlf bislang nur als Drescher hohler Phrasen und europäischer Zentralist aufgefallen war, und das eben auch noch unangenehm. Den Rest des Beitrags lesen »


Der Zorn des Werwohlfs

Es ist wohl so: Der Fußball bringt in uns die schlechtesten Seiten hervor. Der Werwohlf kennt sich eigentlich als jemanden, der, obwohl er nicht aus dem Rheinland stammt, jederzeit bereit ist zu sagen: „Man muss auch jönne könne!“. Sicher, das fällt in manchen Fällen leichter als in anderen (z.B. bei Selbstbedienungen von Managern und Politikern), aber im Grunde sieht der Werwohlf es entspannt, wenn der liebe Gott (oder das Schicksal) es offensichtlich besonders gut mit jemandem meint.

Von dieser Regel gab es bisher nur eine Ausnahme. Und seit gestern gibt es deren zwei. Beide haben mit Fußball zu tun. Den Rest des Beitrags lesen »


Fremd? Oder doch nicht?

Schon seit langem wollte der Werwohlf zum Thema mal was schreiben. Heute ist es soweit. Ein Tweet aus der „Tagesspiegel“-Reihe „Berliner Liste“ gab den Anlasss: https://twitter.com/TSPSonntag/status/832526544484589568

In ihm wird die Geschichte von einer Frau und zwei Männern „südländischen Aussehens“ erzählt. Sie sitzen im selben Restaurant, und die Frau fragt die beiden: „Woher kommen Sie denn?“ Worauf einer der beiden – wie der „Tagesspiegel“ betont: akzentfrei – antwortet: „Von der Arbeit.“ Den Rest des Beitrags lesen »


Keine Nazis!

Es gibt viele Gründe, als Deutscher die Spanier zu beneiden. Da wären die Tapas. Da wäre das Land, in dem man von schneebedeckten Bergen bis an den Sandstrand fahren kann. Da wären die Temperaturen. Da wäre der Club-Fußball, der die Champions League beherrscht.

Aber das einzige, um das wir die Spanier wirklich beneiden sollten, ist ihre Nationalhymne. Den Rest des Beitrags lesen »