Was zum jüngsten AfD-Parteitag (oder: Die Organisation des Zorns)

Zunächst eine kleine Vorbemerkung: Wer es sich angetan hat, auf diesem Blog frühere Beiträge zur AfD zu lesen, wird in diesem kaum etwas Neues finden. Es folgt also so eine Art Re-Mix.

Von vielen Kommentatoren ist die Entscheidung des Kölner AfD-Parteitags, den Antrag zur Richtungsentscheidung, den die Vorsitzende Frauke Petry einbringen wollte, nicht auf die Tagesordnung zu setzen, als Sieg des rechten Parteiflügels und folglich als Menetekel für die weitere Entwicklung  der Partei eingeordnet worden. Das zeugt allerdings nicht gerade von besonderem Einblick in die Führungsriege sowie die Masse der Mitglieder dieser Partei, und auch nicht in das, was tatsächlich geschah.

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Sieg oder Niederlage?

Der starke Mann im Staat erhoffte sich durch die Wahl eine Bestätigung seines Kurses. Dabei wollte er kein Risiko eingehen. Oppositionsparteien wurden in der Ausübung ihrer Rechte stark beschränkt, ihre Mitglieder verfolgt und eingesperrt. Den harten Kurs rechtfertigte er mit dem vor kurzem stattgefundenen Ereignis, das allgemein als Anschlag auf das Staatswesen betrachtet wurde. Und doch, obwohl auch die regierungskritische Presse mundtot gemacht wurde, erhielt sein Lager letztlich nur 51,9% der Stimmen.

Wenn es eine Niederlage war, so hat sie Adolf Hitler damals nicht gestört.


Was zu Ostern 2017

(Achtung, es folgt christlich motivierter Inhalt. Alle, die sich vom Religiösen an sich oder vom Christentum im besonderen abgestoßen fühlen, werden hiermit eingeladen, woanders weiter zu lesen.)

Es gibt ja religiöse Ansätze, wonach es dem Gläubigen obliege, einen Katalog an Forderungen abzuarbeiten.

Der Mann, dessen Auferstehung Christen heute feiern, hielt das für falsch. Schauen wir uns die berühmte Bergpredigt an. Auch die wird heute von vielen als Katalog von Geboten verstanden, den es Punkt für Punkt zu befolgen gilt. Den Rest des Beitrags lesen »


Von der Lust an der Ausgrenzung

Bei der Ausgrenzung anderer Menschen, ihrer Stigmatisierung und Verfolgung bis hin zur vollständigen Vernichtung scheint es sich um einen Trieb zu handeln, der ganz tief in uns Menschen angelegt ist. So lustvoll wird ihm gefrönt, und zwar auf der ganzen Welt, mal mehr, mal weniger intensiv und grausam. Aber überall ist dasselbe Schema zu beobachten: Menschen ordnen andere Menschen in eine auszusondernde Gruppe ein, um dann endlich lustvoll all die Dinge an dieser Gruppe praktizieren zu können, die ihnen sonst versagt sind. Natürlich nur im Namen des Hehren und Guten: Diese andere Gruppe ist das Böse, und eben deswegen ist es ja nur recht und billig, im Umgang mit ihr alle Zurückhaltung abzulegen. Wenn nicht im Namen eines Gottes, dann doch wenigstens zur Rettung der Menschheit. Den Rest des Beitrags lesen »


Neues der Woche (KW 12)

Mit Erschrecken stellt der Werwohlf fest, dass es schon gut einen Monat her ist, dass er hier einen Beitrag verfasste. Aber so ist das nun mal: selbst und ständig…

Heute ist aber mal Zeit für ein wenig „Neues der Woche“. Den Rest des Beitrags lesen »


Zwei Beobachtungen zu Karneval

Früher, als der Werwohlf noch ein unbedarfter junger Mann war (Ruhe da hinten! Ja, das war schon nach dem Krieg!), schaute er sich, obwohl in gänzlich unkarnevalesken Breiten lebend, gerne zwei Sendungen zur „fünften Jahreszeit“ an, und zwar „Mainz bleibt Mainz“ und die Übertragung der Rosenmontagsumzüge. An beiden mochte er besonders, wie gewitzte Beiträge, sei es in sprachlicher oder plastischer Form, die Politik und hierbei insbesondere die Regierung aufs Korn nahmen. Zugegebenerweise speiste sich ein nicht unerheblicher Teil des Vergnügens aus der Tatsache, dass die damals vom Werwohlf präferierte Partei auf Bundesebene die fiktiven Oppositionsbänke drückte und „die Anderen“ einen Großteil der Kritik ab bekamen, allerdings nicht nur.

Das scheint heutzutage etwas anders zu sein. Den Rest des Beitrags lesen »


Der Frust und die AfD

Justus Bender ist Journalist bei der FAZ. Dort schreibt er u.a. über die AfD. Seine Erkenntnisse aus der Beschäftigung mit dieser Partei hat er nun in einem Buch niedergeschrieben, aus dem gestern ein Auszug auf FAZplus (die mit der Bezahlschranke[1]) veröffentlicht wurde. Dessen Überschrift lautet „Das Recht des Lauteren“, und er behandelt die Frage, warum bei der AfD die radikaleren Kräfte fast naturgesetzlich an Bedeutung gewinnen. Eine besondere Rolle schreibt der Autor dabei dem Internet zu, und die geschilderten Wirkmechanismen erinnern sehr an einen Beitrag, den der Werwohlf selbst vor über einem Jahr verfasste: „Woher der Hass kommt“. Im Großen und Ganzen sind die Ausführungen Benders interessant, nicht unschlüssig und decken sich oft mit den auf diesem Blog vertretenen Ansichten, was für Qualität spricht[2].

Doch sie bedürfen auch der Kritik und der Ergänzung. Den Rest des Beitrags lesen »