Was zu Diskriminierung und -ismen

Der Werwohlf hatte es anderer Stelle schon angedeutet: Dass Menschen, die in irgendeiner Form anders sind als die, die in ihrer jeweiligen Peer-Group die große Mehrheit darstellen, es schwerer haben als andere, ist so alt wie die Menschheit selbst. Die Frage ist, was man damit gewinnt, solche Verhaltensweisen politisch „bekämpfen“ zu wollen. Lassen sich solche offensichtlich uralten Gelüste nach dem Herumtreten auf isolierten Einzelnen tatsächlich durch politische Maßnahmen eindämmen? Dadurch, dass man übliche Verdächtige mit viel Geld ausstattet, die dann viel Lärm in den Medien veranstalten und alles anklagen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist? Taugt das dazu, die Vielfalt der tatsächlichen Diskriminierungen in irgendeiner Form anzugehen?  Weiterlesen

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Lob der Wehrpflicht

Als der Werwohlf noch anders hieß und sich als Liberaler definierte, war ihm die Wehrpflicht ein Greuel[1]. Warum sollte die Last der Landesverteidigung hauptsächlich nur einer nach Geschlecht und Alter eng definierten Gruppe von Bürgern auferlegt werden? Wäre es nicht besser, der Staat heuere Willige an, zahle ihnen, was es braucht, bilde sie zu Profis aus und alle finanzieren das über Steuern? 

Heute, der reinen liberalen Lehre nicht mehr folgend, sieht es der Werwohlf anders. Heute wäre er für die Wiedereinführung.  Weiterlesen

Einer will nicht mehr

Es wurde schon alles zur Causa Özil gesagt, nur noch nicht von jedem? Stimmt auch[siehe ganz am Ende des Beitrags], aber jetzt ist nun mal der beste Zeitpunkt, um auch etwas dazu beizutragen. Warum? Natürlich, weil sich der dichteste Pulverdampf inzwischen gelegt hat und die Zeit gekommen ist für die – trommelwirbel – ultimative[1] Analyse! Okay, es spielt auch eine Rolle, dass der Werwohlf seine Pfoten nicht eher an die Tastatur bringen konnte, aber wen interessieren schon die Alltagsprobleme von Bloggern? Fangen wir an mit  Weiterlesen

Ein Diskussionsgewinn

Bei Twitter stieß der Werwohlf auf folgenden Tweet und Thread:

https://twitter.com/ThomasMichael71/status/1019954932563181568

Der Tweet steht hier eher am Ende des Threads, es lohnt sich aber, diesen von Anfang an zu lesen. Jetzt nicht nur, weil der Twitterer „Dr. Atomreisfleisch (@ThomasMichael71)“ so schlaue Sachen von sich gibt (das ist bei dem an der Tagesordnung), sondern weil es nahezu exemplarisch zeigt, wozu eine Diskussion taugen kann. Weiterlesen

Herzlichen Glückwunsch, Angelique Kerber!

Wer es noch nicht wusste: Als der Werwohlf noch jung war (Fragen nach dem Jahrhundert der Geburt sind mittlerweile berechtigt), frönte er zunächst dem Tischtennis-, danach dem Tennissport. Besondere Meriten errang er in dieser Zeit nicht (außer einem Aufstieg in die Kreisliga und einer Vereinsmeisterschaft im Mixed…), ihm machte das alles aber Spaß und er war in seinen Clubs stets ein gefragter Spielpartner. Und natürlich sieht man die Übertragungen im Fernsehen etwas anders, wenn man in dem Sport mal selbst aktiv war. Es ist ja nicht so, dass so einer wie der Werwohlf nie die Schläge drauf gehabt hätte, die da jetzt so in der Weltklasse dargeboten werden. Nur war für ihn das, was die Herren und Damen Spitzenspieler da in einem Spiel gleich mehrfach abfeuern, eher immer gleich auch so eine Art Saisonhöhepunkt. Man weiß also, wie es geht, nur ist man aufgrund fehlender Praxis, fehlenden Trainings und wohl auch fehlenden Talents eben nicht in der Lage, es in der gefragten Güte und Regelmäßigkeit abzuliefern, egal, was der Gegner, der ja auch noch da ist, so anstellt.. In dem Maß, in dem einem das gelingt, steigt man dann eben auf – bis zu Weltklasse. Warum schwafelt der alte Mann jetzt davon? Einfach, um zu bezeugen, wie schwer es ist, die so einfach erscheinenden Dinge tatsächlich immer wieder umzusetzen, und das unter zum Teil widrigsten Umständen.

Man sah es auch an Angelique Kerber. Weiterlesen

Höhle gegen Mittelmeer (nachtragend)

Nachtrag zu den Gedanken der KW 28:

In der letzten Woche wurde von Linken auch die Sau durch die sozialen und unsozialen Medien getrieben, dass „wir“ ja alle Heuchler seien, weil uns die in der Höhle eingeschlossenen thailändischen Jungens mehr beschäftigten als die ertrunkenen Migranten aka Flüchtlinge im Mittelmeer.

Die Erklärung, die auf der rechten Seite meines Lesespektrums dafür gegeben wird, ist, dass von den Thais nicht die Gefahr ausgeht, später in Deutschland üble Straftaten zu begehen. Der Werwohlf hält das für Unsinn. Eine Rolle könnte spielen, dass es sich bei der Gruppe wirklich nur im Jugendliche handelt, während die Bilder der „aus Seenot Erretteten“ überwiegend kräftige junge Männer zeigen. Eine weitere Rolle spielt sicherlich, dass die jungen Thais nicht die Absicht hatten, sich auf ein solches Abenteuer zu begeben, und dass ihre Rettung auch nicht der Teil eines Geschäftsmodells der Leute ist, die sie in diese Höhle gebracht haben. 

Der wichtigste Grund aber ist auch der üblichste: Medienaufmerksamkeit. Passiert etwas Dramatisches ein Mal, ist die Aufmerksamkeit bis zum Ende garantiert. Passiert es regelmäßig, wird es zur Routine, und Routine wird selten mit tiefen Gefühlen verbunden. Wäre nach der Rettung der jungen Fußballer das nächste Team in die Höhle gegangen, um sich wieder retten zu lassen, hätte sich die Aufmerksamkeit drastisch reduziert. Spätestens beim fünften Mal ginge sie gegen Null. Wir sind es intuitiv nicht gewohnt, dass exakt dieselben gefährlichen Situationen sich immer wiederholen, weil wir annehmen, dass Menschen ihr Verhalten entsprechend anpassen. Tun sie es nicht, neigen wir dazu, ihnen selbst die Schuld am Problem zu geben, was die Empathie erheblich senkt. Bitter für alle, die sich von dramatischen Bildern und treibenden Leichen im Mittelmeer mehr Rückhalt für die eigene politische Agenda versprechen, aber den meisten Menschen fehlt eben das Bewusstsein, das ihr ihnen so gerne einimpfen würdet, wenn man euch ließe.