Was zu Quoten und überhaupt

Wann genau der Wechsel von Gleichberechtigung zu Gleichstellung erfolgte, vermag der Werwohlf nicht mehr zu sagen. Es muss irgendwann passiert sein, als er beruflich zu sehr abgelenkt war. Galt es früher noch, Hürden zu beseitigen, die Frauen daran hinderten, in gleichem Maß wie Männer ihre Rechte wahrzunehmen, zielt man jetzt darauf ab, in jeder denkbaren Gruppe von Menschen eine geschlechtliche Gleichverteilung anzustreben[1]. Warum das Geschlechtsorgan eines Menschen eine Rolle dabei spielen soll, welche Rolle in welcher Gruppe er einnehmen soll, hat sich dem Werwohlf bisher noch nicht erschlossen[2]. Heutzutage gilt jede Ungleichverteilung als Hinweis auf Diskriminierung. Das ist per se schon fraglich, aber noch fraglicher wird es durch die absurde Argumentation, die dabei gerne angewendet wird. Als Argument für „Diversität“ wird angeführt, dass Frauen eben (dann plötzlich irgendwie) anders denken und handeln würden als Männer, und dass es der Entscheidungsqualität in einer Gruppe förderlich wäre, diese andere Denkweise zur Geltung kommen zu lassen. Das stimmt natürlich, aber wenn diese andere Denkweise dazu führt, dass Frauen viel weniger Interesse an einer solchen Position zeigen, insbesondere angesichts des Weges, der dazu zurückzulegen wäre, dann soll sie plötzlich nicht mehr existieren. Oder wie sonst soll man erklären, dass eine ca. 50/50-Verteilung in allen Fällen als „normal“ angesehen wird?

Nehmen wir nur mal das besondere Interesse der Quotenverfechter an Positionen der Wirtschaft. Weiterlesen

Was zu Diskussionen auf Twitter

Wenn sich über Diskussionen im Online-Dienst „Twitter“ generell etwas sagen lässt, dann, dass sie schnell in Hysterie ausarten, in der zwei gegnerische Seiten sich gegenseitig ihres unbedingten Willens zur Vernichtung versichern, als wollten sie ein Remake von „Der Untergang“ drehen. Der sehr geschätzte Twitterer „Dr. Atomreisfleisch„, mit dessen Ansichten der Werwohlf in der Regel übereinstimmt, ohne über dessen Zeit und Ausdauer zu verfügen ;-), hat, begonnen schon vor einigen Jahren, Regeln für Twitter-Diskussionen aufgestellt, und zwar diese hier[1]:

1. Niemals i.d.Defensive gehen.Defensive wirkt auf Shitstormer wie Blut a.Hai!

2.Stets offensiv sein!

3.Niemals in Diskussionen über Nebensächlichkeiten verwickeln lassen. Weiterlesen

Was zum CDU-Parteitag

Wenn man den Medien glauben konnte, stand auf dem jüngsten CDU-Parteitag in Leipzig der große Showdown bevor. Merz hatte eine große, programmatische Rede angekündigt, und die Vorsitzende Kramp-Karrenbauer (AKK) galt als angeschlagen. Zudem war da noch die Junge Union mit ihrer Forderung nach einer Urwahl des Kanzlerkandidaten, was auch als Angriff auf die Vorsitzende empfunden wurden, der doch irgendwie dieses Recht des ersten Zugriffs offen stehen soll.

Und was passierte? Nix.

Okay, aus Mediensicht schon. Weiterlesen

Was zu Union und AfD (Ziemiak auf SPON)

Paul Ziemiak, der Generalsekretär der CDU, hat – interessanterweise auf „Spiegel Online“ – einen Gastbeitrag verfasst, in dem er die CDU scharf von der AfD abgrenzt. So scharf, dass der neue deutsche Vorzeigeintellektuelle (jedenfalls nach den Maßstäben der „Zeit“) namens „Rezo“ dafür nur „Props“ übrig hatte (was auch immer das ist, es muss irgendwas Positives sein – bitte keine Erläuterungen in den Kommentaren, denn es ist affig, wenn sich Erwachsene der Jugendsprache nachwachsender Generationen bedienen).

Nun verhält es sich mit dem Werwohlf und seiner ehemaligen Partei AfD wie folgt: Er findet, dass sie seit dem ominösen Essener Parteitag insgesamt mehr und mehr nach rechts abgedriftet ist und hält sie deswegen auch aktuell nicht für einen denkbaren Kooperationspartner der Union. Und er wird jederzeit einen Umgang mit der AfD kritisieren, den er grundsätzlich für einer Demokratie nicht angemessen erachtet und den er nicht allein deswegen zu akzeptieren bereit ist, weil dessen Ziel etwas „Rechtes“ ist. Deswegen hat er auch Ziemiaks Beitrag einiges auszusetzen.

Ziemiak erhält die Belege für seine Argumentation, bei der AfD handele es sich um eine Art Erbe der NPD (und damit der NSDAP) vor allem aus Zitaten von in der Partei extrem rechts positionierten Personen sowie der Zusicherung Gaulands, dass diese Personen sich in der „Mitte der Partei“ befänden. Diese „Mitte“ will Gauland allerdings jetzt nicht im Sinn der post-revolutionären „Gesäßgeografie“ verstanden wissen – was er an ihre Stelle setzt, bleibt allerdings auch unklar.

Wenn es darum geht, ob die CDU in Thüringen sich mit der AfD in irgendeiner Form ins Benehmen setzen sollte, hat der Werwohlf eine klare Meinung: Weiterlesen

Was Grundsätzliches

Ja, der Werwohlf kann verstehen, wenn einem hier zu viele Beiträge erscheinen, die AfD-Politiker oder die AfD verteidigen. Aber das hat vor allem zwei Gründe:

Zum einen erkennt der Werwohlf, dass die AfD hier oft nur Platzhalter ist. Es geht um ein Muster. Die andere Meinung muss erst maximal dämonisiert, dann kann sie maximal bekämpft werden. Wenn normale Bürgerliche nur mit den Schultern zucken, wo man der AfD, z.T. unter Androhung von Gewalt gegen die Gastgeber, verwehrt, sich friedlich zu versammeln, dann müssen sie sich nicht wundern, wenn dieses Verdikt auch mal sie trifft. Im Giftschrank der Antifa finden sich genug Begründungen dafür – ist es des Werwohlfs Schuld, dass heutige Bürgerliche Lenin nicht mehr kennen? Was der Werwohlf hier zur Verteidigung der AfD vorbringt, dient nicht dazu, diese Partei wählbar erscheinen zu lassen, sondern vor allem, den Mitgliedern und Anhängern von Union und FDP die Augen zu öffnen für eine Strategie, die sich jederzeit gegen sie selbst richten kann (und nach Meinung des Werwohlfs auch konsequenterweise richten wird, wenn es nicht schon längst so weit ist, wie einzelne Anschläge mittlerweile nahe legen).

Der andere Grund geht tiefer. Der Werwohlf ist sich nämlich sicher: Wo es in zu vielen Fragen nur noch eine grundsätzlich richtige Antwort gibt, ist sein Widerspruch gefragt. Harmonie ist nur ein politischer Wunsch von Diktaturen. Es kann nichts moralisch Unangreifbares in der Politik geben. Dazu sind alle Ursache-Wirkungs-Beziehungen grundsätzlich viel zu komplex – es gibt immer, ja immer, unbeabsichtigte Folgewirkungen, und jede politische Entscheidung, die angeblich nur Wohl über die Menschen bringt, hat Kosten, die im besten Fall gerade mal das Ausmaß ihres Nutzens erreichen. Es ist egal, wo: Wo auch immer Widerspruch nicht angebracht zu sein scheint, wirkt er auf den Werwohlf enorm anziehend. 

Ich. Nicht.

Was zu bösen Wörtern

Es ist leider eine gängige Masche geworden, die Aussagen von Politikern, die rechts vom Konsens der Aufrechten stehen, auf „kontaminierte“ Wörter zu durchpflügen, um dann die Zitate dann hinterher triumphierend mit einem auf vielfältige Weise variierten „Ich habe es euch doch gesagt!“ der geschockten Öffentlichkeit zu präsentieren.

So war für sehr viele Angehörige der labernden Klasse von vornherein klar, dass es sich bei der AfD von ihrer Gründung an nur um verkappte Nazis handeln konnte. Zwar gab die Programmatik dazu konkret nicht allzu viel her, aber vermutlich reichte schon der Widerstand gegen den heiligen Euro für dieses Verdikt, das kurz zuvor schon in der FDP – wenn dort auch etwas verklausulierter – schon die Mitglieder traf, die sich beim Mitgliederentscheid gegen die „Rettungspakete“ aussprachen. Und so war es den üblichen Verdächtigen ein innerer Reichsparteitag(!!!!), dass Mitgründer Bernd Lucke von einer „entarteten Demokratie“ sprach und später, sich auf Flüchtlinge beziehend, von einem „Bodensatz“.

„Entartet“ – wir kennen natürlich (hoffentlich) alle noch den Begriff „entartete Kunst“, der von den Nazis nicht nur im Munde geführt wurde, sondern auch darin resultierte, dass die so stigmatisierten Künstler übler Verfolgung ausgesetzt waren. Und diese Assoziation ließ sich trefflich nutzen: „AHA!“ So trefflich, dass sie auch heute noch als Argument angeführt wird, um die Integrität des heute nur noch als Professor fungierenden Lucke zu beschädigen. Nun fällt der Hatz auf die bösen Worte schnell eins zum Opfer: der Kontext. Weiterlesen