Fluch der Blase

Irgendwann, wenn er etwas mehr Zeit dafür hat, wird der Werwohlf auch mal was zu dem schreiben, was aus seiner Sicht das politische Kernübel dieser Zeit ist: die Etablierung einer labernden Klasse, die ohne Kontakt zur Lebenswirklichkeit der meisten Menschen eigene Regeln und Maßstäbe erarbeitet und diese über Massenmedien an den Rest der Bürger kommuniziert, ja, dekretiert. Mancher mag da jetzt an Verschwörungstheorien denken, aber aus Sicht des Werwohlfs handelt es sich hier um einen nicht intendierten Prozess, der durch das politische und gesellschaftliche System der Bundesrepublik Deutschland enorm begünstigt wird, und dessen Wirken über viele Jahre hinweg zu dem Ergebnis führt, das uns heute mehr denn je als unerwünscht erscheint. Also ein Ergebnis menschlichen Handelns, nicht menschlicher Absicht (Hayek). Weiterlesen

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Warum der Werwohlf die SPD mag

Zugegeben, für die drei, sorry, vier regelmäßigen Leser meiner Blogbeiträge oder Tweets mag das eher ein Karnevalsscherz sein, aber der Werwohlf mag die SPD. Er mag sie, obwohl er sie nie wählen würde. Er mag sie, obwohl er so gut wie alle ihre inhaltlichen Forderungen für blanken Unsinn hält. Er mag sie, obwohl er mit ihrem Personal nicht viel anfangen kann.  Weiterlesen

Was über ein Gedicht und über ein Forum

Nein, die beiden Themen hängen nur dadurch zusammen, dass der Werwohlf sie in eine Überschrift packt. Oder vielleicht… Mal schauen.

Viel Staub hat der Beschluss einer Berliner Hochschule aufgewirbelt, ein an der Außenwand ihres Gebäudes angepinseltes Gedicht übermalen zu lassen mit der Begründung, es sei sexistisch (der Wortlaut der Begründung selbst ist umständlicher, läuft aber darauf hinaus), weil sich in dem Gedicht zu Allen. Blumen und einer Frau ein Bewunderer gesellt und somit die Frau „zu einem Objekt männlicher Bewunderung degradiert würde““. Nun kennt der Werwohlf nur wenige Frauen, die sich als „Objekt männlicher Bewunderung“ tatsächlich „degradiert“ vorkämen, und auch er selbst empfände wohl alles andere als das, könnte er von sich sagen, Objekt dann weiblicher Bewunderung zu sein. Weiterlesen

Was zu Zeitverträgen

Auf „Zeit Online“ ging ein Autor hart mit Unternehmen ins Gericht, die jungen Berufseinsteigern Zeitverträge anbieten. Auf Twitter fand das Blatt den folgenden Passus für besonders zitierenswert:

Der Autor kritisiert in dem Artikel, dass junge Menschen überdurchschnittlich oft nur einen Arbeitsvertrag auf Zeit angeboten bekämen.

Mitarbeiter ohne Not in Zeitverträgen zappeln zu lassen, ist ein Armutszeugnis für jeden Arbeitgeber und ein offenes Eingeständnis mangelnden Anstands. Legt euch ordentlich ins Zeug für uns, aber wenn uns danach ist, lassen wir euch trotzdem fallen – das ist die Botschaft, die Firmen selbst in Hochkonjunkturzeiten wie diesen Millionen Menschen in diesem Land ins Gesicht sagen. Es ist eine Schande, dass wir uns in einer Ökonomie eingerichtet haben, die es Unternehmen erlaubt, ihre Mitarbeiter im großen Stil wie Wegwerfware zu behandeln.

Nun – was bewegt denn ein Unternehmen dazu, Berufseinsteigern nur Zeitverträge anzubieten? Weiterlesen

Das Ende des Rassismus

Fußballer mit anderer Hautfarbe haben es nicht leicht. Von den Fans der Gegner werden sie oft rassistisch beleidigt, und auch mancher Reporter entblödet sich nicht, tief in die Klischeekiste zu greifen, wenn er Aktionen dieser Kicker kommentiert.

Es ist keine Frage, dass solche Zustände alles andere als wünschenswert sind. Aber welche sind es dann? Solche, in denen überhaupt kein Unterschied mehr gemacht wird, mit welcher Hautfarbe jemand ausgestattet ist? Oder solche, in denen Nichthellhäutige weiterhin einen besonderen Typus Mensch darstellen, der anders zu behandeln ist? Nur eben anders anders? Weiterlesen

Was zu AfD-Fußball

Haltung zeigen! Das ist anscheinend auch der Fußballmannschaft des Deutschen Bundestags wichtig, die zwar Abgeordnete der SED[1] mitkicken lässt, aber solche der AfD nicht. Warum nicht?

Gegen Rassismus müsse überall Farbe bekannt werden – „im Plenum, in den Ausschüssen und auf’m Platz“. „Ich überlasse denen doch nicht den Fußballplatz“, sagte Wiese der Zeitung.

Jetzt würde der Werwohlf gerne mal wissen, wie man „auf’m Platz“ „gegen Rassismus Farbe bekennen“ will. Vielleicht dadurch, dass man mit Menschen anderer Herkunft und Hautfarbe zusammen kickt? Kann nichtz das Problem sein, denn offensichtlich möchten fußballbegeisterte AfD-Abgeordnete gerne mitspielen, ohne vorher einen Arier-Ausweis ihrer Mitspieler sehen zu wollen. Aber sonst? Der Mann ist immerhin Staatssekretär, also sollte er dazu eine Idee haben, die er uns aber leider nicht zuteil werden lässt. Es ist auch nicht gerade so, dass „Rassismus“ ein Programmpunkt der AfD wäre. Sicher, es gibt Funktionäre und Mitglieder von denen, die dieses Kriterium locker erfüllen würden, aber seit wann sind denn die Abgeordneten des Bundestags Anhänger eines „Generalverdachts“? Sollte es angesichts des bisher parteipolitisch unabhängigen Vergnügens nicht eher um den einzelnen Abgeordneten selbst gehen?

Immerhin:

Wiese zufolge ist die Diskussion darüber innerhalb des Teams noch nicht abgeschlossen. Der FC Bundestag stehe jedoch für Weltoffenheit und klare Werte.

Dann ist die Lösung des Problems doch ganz einfach: Der FC Bundestag formuliert einfach, was er unter „Weltoffenheit“ und „klaren Werten“ versteht, und dann lädt er auch AfD-Parlamentarier zum Mitspielen ein, wenn sie sich diesen Worten anzuschließen vermögen. Wenn AfDler dem zu folgen vermögen, was da an vermutlich hehren Thesen formuliert werden wird, sollte das doch im Sinne aller sein, oder? Vielleicht treibt es sogar einen Keil in die Fraktion, was jeden aufrechten Demokraten doch in Verzückung versetzen sollte. 

Also, lieber Dirk Weise, was außer dem Bedürfnis nach Virtue Signalling ist dann noch Ihr konkretes Problem?

[1] Ja, die Partei wurde mehrfach umbenannt. Aber nie aufgelöst.