Was zur AfD und dem Verfassungsschutz

Es ist soweit. Der Verfassungsschutz hat die AfD zum „Prüffall“ erhoben. Ob es sowas als öffentlich verkündete Einstufung überhaupt gibt, darüber streiten sich die Gelehrten. Klar ist aber, dass es bei den anderen Parteien einem dringenden Bedürfnis abhilft. Dort war man schon bisher unwillig, sich mit der AfD argumentativ auseinanderzusetzen, und wenn diese jetzt ein quasi offizielles Bedenklichkeitssiegel erhält, haben sie ihr etwas Neues entgegenzuhalten, wieder ohne sich deswegen in die Niederungen der Argumentation begeben zu müssen. Auf der anderen Seite aber ist dies das Ergebnis einer Kette von Ereignissen, die es der AfD ermöglicht, das Ganze als Verschwörung gegen die „einzig wahre Oppositionspartei“™ erscheinen zu lassen. Weiterlesen

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Was zu Männern

Bevor der Werwohlf sich zu Männern äußern kann, müsste erstmal eins geklärt werden: Ist ein Wohlf auch ein Mann? Der Typ dahinter schon, und lassen wir das auf den(!) Wohlf abfärben. Es hat sich nämlich einiges getan, wobei sich Männer angesprochen fühlen sollen. 

Da wäre zum einen die SPD, die momentan auf dem Trip ist, dass wegen einer Vergrößerung des Frauenanteils das Wahlrecht zum Bundestag geändert werden müsse. An diesem Ansatz ist so viel falsch, dass man die Wahrscheinlichkeit, er könne sich in der Politik durchsetzen, als sehr hoch bezeichnen muss. Weiterlesen

Was zur Meinungsfreiheit eines Handballers

Stefan Kretzschmar, ehemaliger Handball-Star und heutiger Handball-TV-Experte und Mitglied im Aufsichtsrat des SC DHfK Leipzig, ist ein Typ. Schon zu aktiven Zeiten galt er, nicht mundfaul und auch äußerlich bereits als wenig Angepasster erkennbar, als „Paradiesvogel“ unter den Profi-Handballern. Nebenbei war er auch noch ein Linksaußen von Weltklasse.

Dieser Stefan Kretzschmar wurde jetzt von T-Online interviewt. Weiterlesen

Was zu Parolen

Die letzten Tage haben sich zwei Ereignisse auf wundersame Weise zusammengefügt.

Da entdeckte u.a. die „tagesschau“ mit einiger Verzögerung, dass die Journalistin Nicole Diekmann einen „Shitstorm“ überstehen musste, was wiederum vorhersehbar Solidaritätsadressen der Anständigen auslöste, die anscheinend vorher nichts davon mitbekamen. Unter den unerfreulichen Botschaften, die Frau Diekmann erreichten, sollen sich auch Drohungen aller Art befunden haben, also die übliche Netzausstattung[1]. Das ist alles andere als verwunderlich: Unter dem Deckmantel einer vermeintlichen Anonymität (@_0rbit lässt grüßen) gedeihen niedere Instinkte leider besonders gut – natürlich nicht zwangsläufig, wie man am Werwohlf sehen kann ;-).

Was den Anlass dieses „Blitz“ (wie man als gebildeter Anglophiler sagt) bildete, darüber gehen die Meinungen allerdings auseinander. Die Online-„tagesschau“ und alle, die von ihr abschrieben, behaupten, es sei ein Tweet gewesen, in dem Frau Diekmann lapidar „#Nazisraus“ twitterte[2]. Alle anderen, die den Verlauf auf Twitter live mitbekamen, sind sich aber sicher, dass es erst losging, als Frau Diekmann auf die Frage eines anderen Users, wer aus ihrer Sicht denn ein „Nazi“ sei, antwortete, dass darunter natürlich alle rechts von „Grünen“ fielen. Ironie ohne Smiley, selbst wenn sie einem derart ins Gesicht springt, geht im Netz immer schief. Ausnahmslos. Wenn es eine rechte Variante des SJW gibt, so wurde diese daraufhin hochaktiv. Was überhaupt des Werwohlfs Meinung bestätigte, dass man Extremisten jeder Couleur vor allem an ihrer Spaßbefreiung erkennt. Aus der Sicht Linker und aller, die um Aufnahme in den Kreis der Gerechten buhlen, war natürlich die Erzählung der „tagesschau“ die bessere, so dass der Hashtag „#Nazisraus“ binnen kurzem trendete und zu einer Art Schibboleth mutierte. Wer sich anschloss, gehört zu den Guten, wer nicht, zu den Bösen.  Weiterlesen

Was zu diversen Untaten

Das Schöne am Leben und unserer Demokratie ist ja, dass man dieselbe Sache ganz unterschiedlich sehen und bewerten kann. Nehmen wir nur mal die zwei Untaten, die gerade durch die Medien gingen.

Da wäre zum einen die Prügeltour von vier jugendlichen[1] Asylbewerbern durch Amberg, die mit zwölf Verletzten endete. Die kann man sehen als Ausdruck der Verachtung dieser jungen Männer für die Gesellschaft, die sie aufnahm, und als Menetekel für das, was dem Land blüht, zumal die Zusammensetzung der jüngeren außereuropäischen Migration eine große Nähe zu den Tätern aufweist. Wenn man sehr Hardcore ist, bringt man das auch noch mit dem Islam in Verbindung angesichts der Herkunft der Schläger (Iran, Afghanistan)[2]. Man kann sie aber auch sehen als alkoholinduzierte Tat orientierungs- und perspektivloser Jugendlicher, die auch hätte von Einheimischen in vergleichbarer Lage begangen werden können.

Und dann war da der Versuch eines „50jährigen Esseners“, durch das Hineinfahren mit seinem Pkw in eine Menschengruppe, möglichst viele davon zu töten. Weiterlesen

Und noch was anderes

Wieder bei „Welt Online“ finden wir im Bereich „PS Welt“ einen jetzt nicht so tierisch ernsten Artikel von Guido Bellberg, in dem dieser fünf Autofahrer-Sünden anprangert bzw. durch positiv als entsprechende Vorsätze formuliert verringert sehen möchte.

Die Kommentare des Werwohlfs:

Punkt 1: Beim Linksabbiegen aus der Einbahnstraße auch links einordnen. Ja, logo, macht das einer etwa nicht?

Punkt 2: Navigation ausschalten, weil man die Strecke kennt oder auch, wenn nicht, dennoch ans Ziel findet. Weiterlesen

Mal was anderes…

Auf „Welt online“ wurde ein Interview veröffentlicht, das der Werwohlf nur jedem ans Herz legen kann. „Welt“-Chefredakteur Ulf Poschardt führte es mit dem Philosophen und Jesuiten Michael Bordt. Lesenswert ist es vor allem, wo es um die mit der zur Zeit vorherrschenden Diskussions(un)kultur und die von ihr verursachten Probleme geht. In einigen Passagen, namentlich da, wo es um den Klimawandel geht und das, was dagegen zu tun ist, würde der Werwohlf dem Herrn Bordt nicht so recht folgen wollen, aber wichtig sind nicht seine Einstellungen zu konkreten politischen Fragen, sondern seine Aussagen darüber, wie sie diskutiert werden sollten. Also: Die Lektüre lohnt sich!

Allerdings: Schon eingangs wird erwähnt, dass Herr Bordt auch Topmanager berät. Eine gute Sache für die Topmanager, meint auch der Werwohlf. Aber diese Passage fiel ihm auf:

Die Unsicherheiten, von denen wir gesprochen haben, stellen ja enorme Anforderungen an die Führungskräfte. Sie müssen Entscheidungen treffen, für die das Instrumentarium, das sie im BWL-Studium mitbekommen haben, nicht mehr ausreicht. Das spürt zurzeit jeder. Man muss in komplexen, unsicheren Situationen entscheiden und handeln. Das kann aber nur jemand, der eine starke Persönlichkeit hat, der sich selbst Orientierung geben kann.

„Das Instrumentarium, das sie im BWL-Studium mitbekommen haben…“ Weiterlesen