Was zu #vonhier

Also, der Werwohlf ist jetzt nicht gerade der typische DSDS-Zuschauer. Dabei hat er prinzipiell gar nichts gegen Casting Shows – „The Voice“ tut er sich gerne mal an, aber der Werwohlf mag keine Shows, wo Peinlichkeiten zur Schau gestellt werden. Bei DSDS kann man nun mal nicht entscheiden, wer peinlicher ist, die Kandidaten oder die Jury. 

Aber dass der Dieter Bohlen bei einem Kind als Kandidaten, das in einer fremdländischen Tracht und mit offensichtlich asiatischen Gesichtszügen vor ihm auftrat, gerne wissen wollte, wo beides konkret zusammenkommt, hält er für völlig verständlich. Dass es ungeschickt geschah: Geschenkt, dafür ist es eben Dieter Bohlen. 

Twitter wäre nicht Twitter, wenn daraufhin nicht gleich ein #Irgendwas entstanden wäre. Dazu gibt es dort zu viele Sprach- und neuerdings auch Witze-Wächter, die dankbar jede Chance auf Empörung aufgreifen, um die eigene politische Agenda voranzutreiben. Also geht es jetzt um die Frage an offensichtlich „uneuropäisch“[1] Aussehende, woher man denn komme. Und wenn diese Frage dann, weil es sich um jemanden aus der xten Einwanderer-Generation handelt, mit einer deutschen Stadt oder Region beantwortet wird, um das Nachhaken in der Form, woher man denn „eigentlich“ komme. Ein solches Verhalten sei ausgrenzend. 

Stimmt das?

Wie so oft muss die Frage lauten: Es kommt darauf an. Weiterlesen

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Was zu „Schulstreiks“

Man kann sich dem Thema der „streikenden“ Schüler auf mehrere Arten nähern. 

Man könnte darauf abstellen, dass es sich nur um eine Minderheit von Schülern handelt – eine Minderheit, die politische Präferenzen in einer bestimmten Richtung ausgebildet hat. Und dass die Annahme, andere Schüler stimmten mit den Meinungen der „Streikenden“ nicht überein, keine allzu heroische wäre. Man könnte auch der Auffassung sein, dass wenig dafür spricht, der bisherigen Debatte habe es vor allem an mehr Emotionalität gefehlt, und dass eine darüber hinaus gehende Kompetenz der Demonstranten nicht erkennbar ist. 

Was aber den Werwohlf am meisten amüsiert, ist der Umstand, dass dieses nunmehr ja auch von höchster politischer Stelle[1] gewürdigte Engagement bereits einen unmittelbaren Gegenwartsnutzen für die Beteiligten mit sich bringt (sie entgehen einem wohl spaßbefreiten Unterricht), der allerdings zu Problemen in der Zukunft führen könnte (Bildungsdefizite) –  witzigerweise also genau das, was diese selbsternannten[2] Vertreter der Jugend den Älteren vorwerfen. Problematisch daran ist jedoch, dass wir in diesem Lande eine Schulpflicht haben. Weiterlesen

Selbstverzwergung

Mal was Unpolitisches.. Der Werwohlf ist nun seit über 30 Jahren in dem Zoo da draußen unterwegs, der sich „freie Wirtschaft“ schimpft. Wenn es genug Leute gibt, die da interessiert an seinen Erfahrungen sind, wird er sich vielleicht auch an anderer Stelle mal explizit mit dem beschäftigen, was ihm da so über den Weg lief, von betriebswirtschaftlichen Moden bis zu dysfunktionalen Führungskräften auf der einen, aber auch bewundernswerten Individuen und Vorbildern auf der anderen Seite.

Heute soll es nur um einen Aspekt gehen, den der Selbstverzwergung. 

Der Werwohlf ist zugegebenermaßen ein vielseitig interessierter Mensch. Wenn ihm etwas über den Weg lief, das sich als für ihn nützlich herausstellen könnte, beschäftigte er sich damit. Das führte dazu, dass er, ohne eine entsprechende Ausbildung genossen zu haben, sich Techniken der Programmierung aneignete, wozu dann u.a. auch der Umgang mit SQL zählte. Aber wenn er seine Techniken weitergeben wollte, stieß er fast immer[1] auf selbstauferlegte Beschränkungen derer, denen er sein Wissen weitervermitteln wollte. Irgendwie haben diese Kollegen anscheinend  irgendwann beschlossen, dass sie diesen Schritt, der ihnen zu IT-nah vorkommt, nicht mehr gehen wollen. Statt auf Begeisterung, eine Tür zu etwas Neuem zu öffnen, stieß der Werwohlf auf Skepsis bis Ablehnung. Im Nachhinein dürfte es sich um Angst gehandelt haben. Angst, mit den neuen Anforderungen nicht mehr zurecht zu kommen. Und nach des Werwohlfs Empirie macht es da auch keinen Unterschied, ob man sich an Frauen oder Männer wendet. Diese Angst, mit Neuem konfrontiert zu werden, scheint eine geschlechterübergreifende zu sein. 

Dabei ist sich der Werwohlf sicher: Die könnten das. Denn da kommen eh nur Leute in Frage, die logisch denken können und das auch unter Beweis gestellt haben. Nur scheint sie die Erweiterung ihrer Fähigkeiten zu schrecken. Warum ist das so? Sicher, der Werwohlf ist ein hundsmiserabler Lehrmeister, aber die Dinge, um die es geht, sind aus seiner Sicht so einfach und naheliegend, dass es dazu keinen besonderen Trainer bräuchte. Das Internet ist voll von Instruktionen dazu. Das, plus etwas eigene Anstrengung sollte doch zum Ziel führen. 

Was also führt zu so einem Verhalten? Wie gesagt: Der Werwohlf begreift es nicht.

 

[1] Es gibt Ausnahmen. Und fast immer handelt es sich dabei um Menschen, die der Werwohlf bewundert, weil sie ihn auf anderen Gebieten übertreffen.

Was zum „Manual“

Zu dem seltsamen „Framing Manual“, mit dem eine Sprachwissenschaftlerin die ARD beglückte, wurden schon von vielen schlauen Bloggern schlaue Dinge gesagt. Da kann der Werwohlf auch nichts Schlaueres hinzufügen. Aber an dieser Stelle seien einige Punkte angesprochen, die er bemerkenswert findet.

Da wäre erstens natürlich das seltsame „Berkeley International Framing Institute“. Der angesichts der Namensgebung nahe liegende Eindruck, dieses „Institut“ habe etwas mit der renommierten Universität Berkeley zu tun, ist wohl durchaus beabsichtigt, aber nicht zutreffend, wenn man davon absieht, dass die besagte Sprachwissenschaftlerin einen Abschluss dieser Hochschule vorweisen kann. Weiterlesen

Die Weisheit der Vielen

Was machen Sie als Journalist mit Haltung, der gerne seine unbelegten Bewertungen in einem Bericht unterbringen möchte, ohne dass es auffällt? Natürlich: Sie erfinden neutrale Zeugen. Ein gewisser Reportage-Spezialist R. wandte dafür viel Fantasie auf und wurde daher zu Recht mit Preisen überhäuft. Aber auch den weniger literarisch begabten Jüngern der Zunft bleibt immer noch ein Kniff. Nehmen wir z.B. das hier (nur im Bezahlabo F+ abrufbar):

Die Zeitschrift „Tichys Einblick“, die sich selbst als „liberal-konservatives Meinungsmagazin“ bezeichnet, jedoch von vielen als rechtspopulistisch eingestuft wird..

Hier tauchen plötzlich „viele“ als Leumundszeugen auf, ohne dass wir erfahren, wie viele es sind und vor allem, um wen es sich dabei handelt. Dass z.B. viele(!) Anhänger der SED „Tichys Einblick“ mit „rechtspopulistisch“ noch als eher harmlos eingeordnet ansehen würden, darf man ebenso annnehmen, wie dass dies bei AfD-Anhängern ganz anders gesehen wird. Die zitierte Aussage dient also wohl vor allem dem Zweck, das (hier nicht wiedergegebende, weil ein anderes Thema betreffend) im Text folgende Zitat aus der Publikation mit den nötigen „Weihen“ zu versehen: „Achtung – unglaubwürdig!“. Weiterlesen

Was zu Broder und der AfD

Auf Twitter gab es einen Shitstorm. Eine Loriot-Figur würde darauf zu Recht antworten: „Ach. Ach was.“ Aber diesmal traf es jemanden, der im Leben des Werwohlfs eine nicht allzu unwichtige Rolle spielte, nämlich den Journalisten Henryk M. Broder. Grund war dessen Besuch bei der AfD-Fraktion im Bundestag und ein dabei entstandenes Foto.

Fangen wir erstmal mit der Geschichte des Werwohlfs und dem Protagonisten, in Folge zärtlich „Broder“ genannt, an. Er kennt den Werwohlf natürlich nicht. Die beiden sind sich nie begegnet. Weiterlesen

Der Antisemitismus und die AfD

Es gibt etwas, das den Gegner der AfD bisher extrem zu schaffen machte. Zwar rückte man sie schon von Anfang gern in die Nähe der Nationalsozialisten, als sie im Wesentlichen nur gegen den Euro Stellung bezog[1], aber gerade jetzt, wo die Partei sichtbar nach rechts gerückt ist, störte es enorm, dass man ihr keinen Antisemitismus vorwerfen konnte. Zwar gibt es ausgewiesene Antisemiten in dieser Partei, von denen zwei z.B. im Stuttgarter Landtag sitzen und sich anscheinend nicht aus der Partei entfernen lassen[2], aber als Parteilinie konnte sich noch nichts Antisemitisches durchsetzen. Im Gegenteil, das Eintreten für Israel gehörte bisher zu festen Parteiräson. Von ihren Gegnern wurde das zwar als vor allem rein taktisch bewertet, weil es der AfD dabei nur gegen die Muslime ginge, aber immerhin unterschied sich diese Position bislang positiv von den Stimmen aus gewissen anderen Parteien, die gerne mal jeden Selbstverteidigungsversuch Israels als „ungerechtfertigten Angriff“ beklagen oder für einen Boykott israelischer Produkte eintreten.  Weiterlesen