Archiv des Autors: Werwohlf

Neutraler Journalismus, gute und böse Rechte

Beim „Spiegel“ hat man es ja neuerdings nicht so sehr mit „neutralem Journalismus“, also einem, der bei strittigen Fragen auch mal andere Stimmen zu Wort kommen lässt[1]. Man will eben den Leser nicht verschrecken, der seine permanente Rotlichtbestrahlung braucht. Das ist in den Zeiten, wo es den Medien wirklich nicht gut geht, und die durch Covid-19 nochmal verschlimmert wurden, durchaus verständlich: Bleib bei deinem Markenkern, bemühe dich um deine Kunden. Es ist ja auch so, dass bei der kleinsten liberalen oder konservativen Kontamination des stramm-linken Magazininhalts sich in den „sozialen“ Medien sofort ein Sturm der Entrüstung erhebt, der letztlich dazu führt, dass jedes Mal mehr Abo-Kündigungen mitgeteilt werden als der „Spiegel“ überhaupt Auflage hat. Das braucht wirklich keiner.

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Was zu den USA-Unruhen

Der Werwohlf hat die Nesseln schon gut im Blick, in die er sich gleich setzen wird…

Corona war gestern, heute ist George Floyd. Ja, der Schwarze, der offenbar aufgrund der übertriebenen Ruhigstellung durch einen Polizisten ums Leben kam. Und damit fängt es schon an. Diese Tat ist keine Angelegenheit von Minneapolis mehr, wo sie geschah, sie ist auch keine mehr der USA, wo sie massive und z.T. auch gewalttätige Proteste ausgelöst hat, sie ist wohl mittlerweile auch in Deutschland angekommen. Weiterlesen

Blogroll aufgeräumt

Ja, Blogs sind sowas von Nullerjahre, sowas von Prä-Facebook und Prä-Twitter[1], aber der Werwohlf als alter und zu großen Teilen konservativer Sack kann sich von alten Gewohnheiten eben schlecht trennen, und so pflegt er weiterhin eine Blogroll.

Aus der sind jetzt einige Sites verschwunden und neue hinzugekommen. Weiterlesen

Über unbehaarte Affen und Momente der Schwäche

Es war am Mitte letzter Woche, als folgender Tweet von Don Alphonso für Aufregung im mainstreamigen Teil der Twitter-Timeline des Werwohlfs sorgte:

Es dauerte nicht lange, und die Empörung ergoss sich über ihn. „Unbehaarter Affe“ und „Afrika“ – diese Konstellation konnte nur auf eines hindeuten: Rassismus! Weiterlesen

Erziehung im Windschatten

Politiker hätten ihren Beruf verfehlt, wenn sie eine Krise nicht zu nutzen wüssten. So ließen sich auch in einer Zeit, in der alle vor allem die Corona-Pandemie beschäftigt, mal eben schnell Änderungen am Straßenverkehrsrecht vornehmen, die in normalen Zeiten nicht ohne Diskussion geblieben wären, jetzt aber ohne nennenswerte Debatte hingenommen wurden.

Die Verschärfungen der Parkregeln treffen vor allem den innerstädtischen Einzelhandel. Was die Politik also mit der einen Hand aufrichten möchte (Hilfen in der Pandemie), reißt sie mit der anderen wieder ein (Erschwerung von Lieferungen und Kundenbesuchen).

Besondere Aufmerksamkeit aber verdienen die neuen Grenzen für Fahrverbote aufgrund zu schnellen Fahrens.  Weiterlesen

To unlock or not to unlock?

„Schaffen wir das?“ fragte der Werwohlf in seinem letzten Blogbeitrag. Jetzt muss er konstatieren: Womöglich nicht.

Die jüngst verkündeten Lockerungen scheinen weiten Teilen der Bevölkerung die Botschaft vermittelt zu haben: Es ist vorbei. Oder wenigstens: Es geht ab jetzt unvermeidlich aufwärts. Richtig ist, dass wir immer noch viel zu wenig über das Virus wissen. Wir wissen auch nicht, welche Maßnahmen wie sehr daran beteiligt waren, dass die Zahl der Neuinfizierten zurück ging und die der in Anspruch genommenen Intensivbetten niedrig blieb. Klar ist auch, dass ein weitgehendes Lahmlegen der Öffentlichkeit und der Wirtschaft Folgen haben muss, deren Ausmaß alles seit Ende des Zweiten Weltkriegs Bekanntes in den Schatten stellen kann.

Aber dennoch ist es eben nicht vorbei. Weiterlesen

Lockdown – und ewig lockt die Lockerung

Nochmal: Der Werwohlf ist kein Virologe. Aber er argumentiert hier auch in dem Sinn, dass es nicht allein auf die Meinung der Virologen ankommen kann.

Die weitgehend abgestimmten Beschränkungen des Alltagslebens in Deutschland sind bis zum Ende der Osterferien befristet. Man hört, dass Mitte der kommenden Woche darüber entschieden werden soll, wie es weiter geht. Die Stimmen, die fordern, dass die bestehenden Maßnahmen endlich wieder gelockert werden sollen, mehren sich. Weiterlesen

Recht auf Home Office?

Wenn man sich als Liberalen sieht, also jetzt nicht im Sinn „ich verzichte bei der nötigen Revolution auf Erschießungen“, was in einigen Medien als konkludente Definition zu dienen scheint, sondern mehr so in der „klassischen“ oder historisch „neoliberalen“ Bedeutung, der ist es gewohnt, sich von der einzigen Partei Deutschlands mit signifikant liberalem Flügel einige Zumutungen gefallen lassen zu müssen. Der Werwohlf gehört als zwischen liberalen und konservativen Ansichten mäandernder Individualist nicht zum Glück nicht dazu, doch hegt auch er den Wunsch, der liberale Flügel möge in dieser Partei, und natürlich reden wir hier von der FDP, deutlich größer werden. Allein schon deshalb, weil diese Positionen sonst in diesem Land, das sich zu Recht vieler Tugenden zu rühmen vermag, zu denen aber eine liberale Grundeinstellung ganz sicher nicht gehört, komplett ausgerottet wären.

Aber diese Hoffnung wird immer wieder enttäuscht. Jüngst durch ein Thema, das im Zuge der COVID-19-Krise viel Relevanz erfahren hat: das „Home Office“. Weiterlesen

Was COVID außer krank noch macht

Über die COVID-Krise kann der Werwohlf weiterhin nichts Fundiertes schreiben. Seine Antwort auf ein solches Begehren müsste eine Art umgekehrter McCoy werden – „Ich bin kein Arzt, aber dafür….“

Aber er kann etwas zum Umgang mit der Krise sagen. Die Bevölkerung scheidet sich hier in zwei Gruppen: Die einen begreifen den Ernst der Lage, bleiben so weit wie möglich zu Hause und meiden Menschenansammlungen. Die anderen verstehen das alles als weitere Sau, die von den Medien durchs Dorf getrieben wird und amüsieren sich weiter wie vorher. Das ist wohl der Preis für das ständige, alarmistische „Cry Wolf“ der Medien. Weiterlesen

Immun

Nein, an dieser Stelle und jetzt nichts zum Thema Nr. 1. Als bekennender Kulturpessimist sieht der Werwohlf den drohenden Untergang von [Abendland|Deutschland|Weltwirtschaft] eh voraus und ist sich nur über den Zeitrahmen nicht ganz sicher. Also was auch immer ihr da draußen noch für Horrornachrichten verkündet: Der Werwohlf hat das alles schon eingepreist. Sein ETF-Portfolio auch, aber das ist eine andere Geschichte. Wer braucht noch Rendite, wenn „the world as we know it“ untergeht?

Also tun wir lieber so, als ginge uns das alles nichts an – eine Illusion, die sich im heimeligen Home Office eine Zeit lang gut aufrechterhalten lässt. Weiterlesen