Werwohlf an den Chef von VW

Lieber Herr Müller,

was darf ich heute von Ihnen lesen?

Sein Einkommen von gut 10 Millionen Euro 2017 begründete Müller mit den Worten: „Es gibt zwei Gründe für ein so hohes Gehalt: die Relevanz des Unternehmens für die Volkswirtschaft sowie das Risiko, das man als Konzernchef trägt. Als solcher steht man immer mit einem Fuß im Gefängnis.“

Okay, Risiko. Wie viele DAX-Vorstände landeten in den letzten Jahren im Knast? Ja, kann sein, dass von VW noch einige dazukommen, aber dann nicht, weil sie Vorstand waren, sondern weil sie ungesetzliche Dinge taten. Man sollte meinen, dies sei als Vorstand eines deutschen Konzerns nicht zwingend erforderlich und man käme auch gut zurecht, wenn man sich an geltende Gesetze hält. Oder etwa nicht, Herr Müller? Sie haben da doch zig Anwälte um sich herumlaufen. Taugen die nichts?

Aber noch absurder: die „Relevanz des Unternehmens für die Volkswirtschaft“. Hallo, Herr Müller? Was davon trifft Sie? Es ist doch wohl eher so, dass ein Staat das von Ihnen geführte Unternehmen in solchen Fällen eher in Watte packen wird gegen die böse ausländische Konkurrenz. Mit anderen Worten: Der Staat erleichtert Ihnen den Job! Und welcher Nachteil erwächst Ihnen? 

Mal so ganz unter uns, Herr Müller: Bei einem kümmerlichen Entgelt von nur fünf Millionen wären Sie zur Konkurrenz gegangen? Zu wem? Oder hätten Sie sich gar empört aus dem Erwerbsleben verabschiedet? Ich bin neugierig.

Ihr Werwohlf

P.S.: In der Abneigung gegen staatliche Regelungen bin ich ganz bei Ihnen. Wenn Ihre Aktionäre das so durchgehen lassen, ist alles in Ordnung. Nur bitte verkaufen Sie uns nicht mehr für dumm. Erfreuen Sie sich einfach an der Kohle und gut ist.

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Deutschlands Verantwortung?

Der neue Außenminister twitterte heute:

 

Ist das zu Erinnernde aus dem Nazi-Völkermord wirklich, dass Deutschland dafür Verantwortung trägt? Weiterlesen

Kontaminiertes Liedgut

Na, da haben sie ja mal wieder einen Nazi überführt. Und könnte es einen besseren Verdächtigen geben als Heino? Den hat man doch eh nie gemocht. Ihr Wunsch ist bentos der FAZ Befehl: „Heino verschenkt Platte mit Lieblingsliedern der SS“

Ja, die beiden aufmerksamen Leser dieses Blogs werden je nach individueller Verfassung amüsiert oder genervt zur Kenntnis nehmen, dass der Werwohlf an dieser Stelle gewöhnlich den Spruch „Klein-Fritzchen pfeift schmutzige Lieder“ anbringt. Der ist immer dann anwendbar, wenn sozusagen rückwirkend die Assoziation des Hörers/Lesers/Zuschauers (für das nur er etwas kann und sonst niemand) dem ursprünglichen Interpreten zur Last gelegt wird. Weiterlesen

Der ideologische Turing-Test

Die Idee stammt vom hochgeschätzten Bryan Caplan und ist jetzt auch schon fast sieben Jahre alt.

Es geht darum, die Qualität einer Argumentation dadurch zu bewerten, dass man herausfindet, wie gut derjenige überhaupt die der anderen Seite kennt. Die Begründung sollte eigentlich unmittelbar einleuchten: Wer die Meinung der anderen Seite nur unzureichend oder gar nur als Strohmann[1] kennt, dessen Ansichten genügen offensichtlich nur geringeren Kriterien als die von jemandem, der die Sicht der Gegenseite in- und auswendig kennt, aber dennoch zu einer anderen Meinung gelangt. 

Der Test sieht, verallgemeinert, so aus: Weiterlesen

Öffentlich-rechtlich?

In der Schweiz durften sie darüber abstimmen, ob sie über Zwangsgelder finanzierte öffentlich-rechtliche Medien haben wollen. Sie wollten, aber die Kritiker wurden um die Abstimmung herum offensichtlich wenigstens gehört, so dass man auf einige ihrer Punkte eingehen will. Bei uns in Deutschland scheinen die indirekt Betroffenen in den öffentlich-rechtlichen Sendern zu spüren, dass der im Nachbarland bekundete Unwille auch hierzulande wirksam sein könnte, wiewohl den Unzufriedenen das Instrument der Volksabstimmung versagt bleibt.

Es wurden und werden jedenfalls auf allen Ebenen alle möglichen Register gezogen und Truppen ins Feld geworfen, um nur ja keine Zweifel aufkommen zu lassen, welch Segen dieses öffentlich-rechtliche Medienwesen für uns alle sei. Weiterlesen

Was zu Deutsch im Grundgesetz

Der einzige Grund, warum die deutsche Sprache noch nicht als Sprache des deutschen Staates im Grundgesetz steht, ist die Selbstverständlichkeit. Sollte man jedenfalls meinen. Es bedurfte allerdings der AfD, um uns zu zeigen, was noch alles dagegen sprechen könnte, in Deutschland z.B. eine ähnliche Vorschrift einzuführen wie in Frankreich. Oder besser: der reflexhaften Abwehr der AfD durch die etablierten Parteien. Natürlich gönnt der Werwohlf der GaGaGroKo, also der ganz, ganz großen Koalition ihre parteitaktischen Spielchen. So geht das eben unter Profis. Aber hätte nicht ein einfaches „wir stimmen keinen Anträgen der AfD zu“ gereicht? Weiterlesen