Was zu Hitlerplagiaten

Es ist absurd. Das Bemühen, aus dem Text Herrn Gaulands in der F.A.Z. einen Skandal zu machen, treibt die absonderlichsten Blüten. Jetzt wollen gar Historiker herausgefunden haben, dass Herr Gauland seinen Text an eine frühere Rede Hitlers anlehnte. Andere wiederum werfen Herrn Gauland vor, zwar nicht genau inhaltlich bei Hitler abgeschrieben zu haben, sich wohl aber an dessen Wendungen bedient zu haben. Ja, was stimmt denn nun? Wie zu vermuten: nix von beiden. Der Berliner „Tagesspiegel“, der auf diesen Scoop besonders aufsprang, dokumentiert beide Texte dankenswerterweise in einem Beitrag: hier

Wer das aufmerksam liest, wird merken, dass da eine Parallele gibt, nämlich eine Spaltung der Gesellschaft in zwei Gruppen zu konstatieren: eine, die sich international definiert, und eine, die das nicht kann oder will. Gerade diese Parallele aber ist der Kern von zig schlauen Beiträgen der letzten Jahre, in denen der Aufstieg der „Rechtspopulisten“ erklärt werden soll, und zwar nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern Europas und in den USA. Weiterlesen

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Kleine Einordnung

Dieses Blog hat keine Riesenreichweite, und es wird nur von einer Person betrieben. Angesichts der ständig wachsenden rechtlichen Verpflichtungen im Heimatland des Bloggers muss man im Grunde auch jeden Tag mit der Einstellung des Blogs rechnen. Aber einen Vorteil hat es für den Leser: Sie werden hier nie mit Spendenaufrufen behelligt werden, denn da der Werwohlf nicht für Sie blogt, also auch keine Dienstleistung erbringt, sondern ganz allein das eigene Wohlbefinden im Blick hat, zu dessen Behufe der eine oder andere Blogbeitrag in die Tastatur gehauen werden muss, wird er von Ihnen auch nie und nimmer eine Gegenleistung erwarten. Wenn Sie ihm einen Gefallen tun wollen, diskutieren Sie mit ihm. Ein gewitzter und gut begründeter Widerspruch wäre für den Werwohlf Lohn der Mühe genug. Danke! 

Was zu Fußball und Haltung

Der Sport-Geschäftsführer eines Fußball-Bundesligavereins, der dem Werwohlf am Herzen liegt, äußerte sich gestern im „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF zum Thema „Fußball und Politik“. Einige Zitate:

Wir sind alles mündige Bürger, ich hoffe, dass wir alle eine politische Meinung haben.

Ich finde, dass wir die verdammte Verpflichtung haben, aufzustehen und mindestens – wenn wir uns nicht politisch artikulieren wollen – Haltung zeigen können. Und das müssen wir in einer Zeit, in der jeder spürt, dass es nicht in die richtige Richtung geht.

Als Stichwort nannte er „Rechtsruck“.

Also Herr Preetz, um den handelte es sich hier nämlich, hofft also, dass „wir alle“ eine politische Meinung haben, nur rechts vom derzeitigen Mainstream dürfe sie nicht liegen? Täte sie das, müssten „wir“ aufgrund einer „verdammten Verpflichtung“ „Haltung zeigen“? Ist das wirklich die offizielle Meinung von Hertha BSC? Linksliberal als Vereinsstatut? 

Der Werwohlf geht mal davon aus, dass Herrn Preetz in seinem Bestreben, den Hauptstadtklub attraktiv zu vermarkten, verbal etwas die Zügel entglitten sind, zumal wir davon ausgehen können, dass die Mehrheit der Kommentatoren in seinen Äußerungen nur Gutes erkennen wird. Weiterlesen

Was zu Globalismus, Populismus und einigen Empörten

Es gibt Menschen, die sehen Filterblasen als Problem. Und es gibt Menschen, die sehen die Welt außerhalb ihrer Filterblasen als Problem. Letztere gerieren sich dann gerne als Verteidiger irgendwelcher hehren Werte, die nur dadurch zu schützen sind, dass weder unreine Menschen noch unreine Worte, und schon gar nicht unreine Worte unreiner Menschen Kontakt zur Öffentlichkeit bekommen. Manchmal geht der Kampf für die hehren Werte auch so weit, dass den Unreinen grundgesetzlich verbürgte Rechte abgesprochen werden – natürlich nur, um diese zu schützen. 

Die F.A.Z. veröffentlich hin und wieder unter dem Titel „Fremde Federn“ Beiträge von Autoren, die mit der Redaktion nichts zu tun haben. Oft finden sich darunter bekannte Politiker, von Sahra Wagenknecht bis Recep Tayyip Erdoğan. Und oft genug schlug sich der Werwohlf bei der Lektüre dieser Beiträge die Pfote vor die Stirn. Diesmal war ein gewisser Alexander Gauland der Autor, seines Zeichens Parteivorsitzender der AfD und Vorsitzender ihrer Fraktion im Bundestag. In dem Beitrag (aktuell noch hinter der Bezahlschranke) bekennt sich der Autor zum Populismus und erklärt ihn als Reaktion der Mittelschicht und der kleinen Leute gegen eine abgehobene, global lebende und denkende Elite. Wer auf den nächsten knackigen Provo-Spruch wartet, wird den Text am Ende enttäuscht zur Seite legen. 

Aber natürlich reicht das schon für die übliche Empörung. Weiterlesen

Was zu einer beeindruckenden Rede

Am „Tag der deutschen Einheit“ hielt Denis Yücel in seiner Heimatstadt Flörsheim eine Rede, die von einigen Twitterern, darunter auch seinem Chefredakteur, dem Lifestyle-Liberalen Ulf Poschardt, als „beeindruckend“ bezeichnet wurde. 

Am Tenor der Rede hat der Werwohlf, der in seiner RL-Existenz übrigens einen Brief an Yücel in dessen Haft verfasste, tatsächlich auch nicht viel auszusetzen. Das Großartige am Tag der deutschen Einheit ist ja nicht nur die Einheit selbst, die würden wir nicht feiern, wenn die Bundesrepublik Deutschland der Deutschen Demokratischen Republik beigetreten wäre[1] und nicht umgekehrt. Das Großartige ist die Vereinigung in Frieden und Freiheit, und zur Freiheit gehört das Aushalten von Konflikten. Auch von Konflikten, die der Einzelne sich selbst ausgesetzt sieht, z.B. wenn er seine ethnische Herkunft der sozialisierten gegenüberstellt. Auch politische Differenzen gehören dazu, aber es vermag vielleicht zu befremden, dass in einem „Lob der Zerrissenheit“ andere politische Meinungen standhaft ausgegrenzt werden. 

Aber darum soll es hier nicht gehen. Weiterlesen

Rechtspopulisten – die falsche Spur

Auf „T-Online“ wurde dieser Beitrag verfasst. Sein Autor kommentierte ihn selbst wie folgt: 

In diesem Essay stecken zwei Jahre Nachdenken, er liegt mir ein bisschen am Herzen.

Man mag es kaum glauben, denn der Inhalt ist alles andere als originell und wurde so schon hundertfach woanders verteilt. Die Kurzfassung: Der Rechtspopulismus ist eine Gegenbewegung der alten Privilegierten gegen die Emanzipation von Minderheiten. 

Wirklich? Weiterlesen