Wunschbild Arbeitnehmer?

Es gibt übrigens noch einen Grund , warum der Werwohlf nicht auf irgendwelche Denkzettel setzt, sondern für die von ihm gewählten Partei auf Regierungsbeteiligung hofft. Hier

„Es wird höchste Zeit, Betriebs- und Arbeitnehmerbegriff neu zu definieren – und hier sind sowohl Politik als auch die Sozialpartner in der Pflicht“, sagt Kerstin Jürgens. Die Kasseler Soziologin hat zwei Jahre lang eine Kommission zur Zukunft der Arbeit geleitet. Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung hatte sie berufen, um sich mit rund 30 anderen Wissenschaftlern, Ministerialen, Gewerkschaftlern und Arbeitgebervertretern einen Reim auf die Veränderungen zu machen.

Das Fazit der Wissenschaftler fasst Jürgens so zusammen: „In Zukunft darf es keine Arbeit mehr ohne soziale Absicherung geben. Das werden wir uns nicht mehr leisten können.“ Man könne zum Beispiel jeden als Arbeitnehmer begreifen und behandeln, der an der Wertschöpfung beteiligt ist – das wäre aus Sicht der Wissenschaftlerin eine Möglichkeit, etwas in der digitalen Arbeitswelt zu verbinden, das bislang voneinander gelöst ist: Verantwortung und Freiheit.

Hier wird es mit großen Worten verkleidet, was ganz einfach ist: Jeder, der für ein Unternehmen eine Leistung erbringt, soll zum Arbeitnehmer werden. 

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Zweifel an einer E-Mail

Um gleich mal allen leidenschaftlichen Anhängern der „Wer nicht jede Kampagne gegen die AfD mitmacht, ist für die!“-These den Wind aus den Segeln zu nehmen: Leute, wählt FDP! Nicht AfD, die sind von Übel.

Jetzt zum Thema: Der Werwohlf hat erhebliche Zweifel, ob die jüngst „aufgetauchte“ E-Mail, die angeblich von der AfD-Spitzenkandidatin Weidel stammen soll, wirklich echt ist. Und zwar aus folgenden Gründen:

1. Kontinuität

Seitdem der Name „Alice Weidel“ durch die Tätigkeit im Vorstand der AfD an Bekanntheit gewann, hat die politische Positionierung der Person dahinter eine Wandlung durchlebt. 

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Deppen allenthalben

Der heimliche Chef der AfD, Alexander Gauland, sagte folgendes über die für Integration zuständige Staatsministerin Frau Özoguz:

Das sagt eine Deutschtürkin. Ladet sie mal ins Eichsfeld ein, und sagt ihr dann, was spezifisch deutsche Kultur ist. Danach kommt sie hier nie wieder her, und wir werden sie dann auch, Gott sei Dank, in Anatolien entsorgen können.

Die Aussage bezog sich auf eine Bemerkung Özoguz‘, eine spezifisch deutsche Kultur sei jenseits der Sprache schlicht nicht identifizierbar.

Diese Bemerkung enthält viel Kritisierenswertes, und nach Meinung des Werwohlfs sollte jemand, der dieser Ansicht ist, auch nicht dieses Amt ausüben. Aber Herrn Gauland waren die politischen Rahmenbedingungen offensichtlich gleichgültig. Er konzentrierte sich auf die Herkunft der Person, die eine solche Aussage tätigte.

Wobei es wieder mal typisch für die deutsche Öffentlichkeit war, dass man sich in einer ober-hyper-mega-peinlichen Empörung über den Begriff „entsorgen“ erging. 

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Falsche Flaggen

Was bei den ganzen Diskussionen um Asyl und Einwanderung die Debatte so vernebelt, ist das Durcheinanderwerfen der Begriffe. Es kommt nicht selten vor, dass jemand in einem Satz dreimal die Argumentationsebene wechselt, um zur gewünschten Folgerung zu gelangen.

Dabei stehen sich im Moment vor allem drei Positionen gegenüber:

A: Jeder Mensch, dem danach beliebt, soll sich in Deutschland niederlassen dürfen.
B: Deutschland soll netto keine neuen Migranten mehr aufnehmen.
C: Deutschland soll weiterhin Asylberechtigte und Kriegsflüchtlinge aufnehmen, darüber hinaus aber Einwanderung nur nach Eigennutzen zulassen.

Unter den dreien ist Position B am eindeutigsten auszumachen, weil sie von ihren Protagonisten unmissverständlich formuliert wird und sonst von niemandem. Hingegen ist es nicht selten, dass jemand, der sich scheinbar als heftiger Befürworter von Position C geriert, in Wirklichkeit Position A vertritt.

Deutlich wird dies, wenn wir etwas schwammiger formulieren. Den Rest des Beitrags lesen »


Ein nasser Pelz

Es gibt genug Gründe, nicht bei Lidl einzukaufen. Also Lidl zu boykottieren. Als ob aus Lidls Sicht da ein Unterschied bestünde. 

Gehört ein herausretuschiertes Kreuz dazu?

Definitiv. Auch nicht besser oder schlechter als einer der anderen Gründe, nicht bei Lidl einzukaufen. Mag das jeder für sich entscheiden. 

Aber eins steht fest: Die Aktion von Lidl war hochpolitisch. 

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Was Werwohlf wählen wird

Ja sischer dat, da gehört noch ein „der“ in die Überschrift, aber warum eine schöne Alliteration kaputt machen?

Wenn es nach dem Wahl-O-Mat geht, sollte der Werwohlf AfD wählen. Das kommt davon, wenn man beim Frage-Antwort-Spiel den Konservativen in der Startaufstellung bringt und den Liberalen weitestgehend auf der Tribüne versauern lässt. Aber ob es bei den Punkten für die AfD mit rechten Dingen zugeht, darf man schon ein wenig bezweifeln, wenn man z.B. liest, dass die Erinnerung an den Holocaust auch nach dem Willen dieser Partei im deutschen kollektiven Gedächtnis weiterhin eine wichtige Rolle spielen soll. These: Auf einem x-beliebigen Parteitag würde ein derart lautender Antrag unter lautem Getöse durchfallen…

Aber wer dieses Blog kennt, weiß, dass der Verfasser nie und nimmer diese Partei wählen wird, weil er sich sonst schon beim Wahlakt unmittelbar übergeben müsste. 

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Alternativen gegen den Terror

Man kann sie ja nicht mehr hören, die Phrasen, die von der Politik nach jedem Terroranschlag neu abgesondert werden. „Unsere Gedanken sind bei…“, „feiger Anschlag…“, „ihnen wird es nicht gelingen…“ usw. Dabei ist es ihnen längst gelungen. Die Unbeschwertheit an so vielen Orten unserer Welt ist weg. Wegen ihnen. Wir brauchen heute Polizei, wo wir sie früher nicht brauchten. Und trotzdem können wir nicht sicher sein.

Aber was kann die Politik tun?

Nach Meinung des Werwohlfs gibt es nur drei Alternativen. Keine davon gefällt.

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