To unlock or not to unlock?

„Schaffen wir das?“ fragte der Werwohlf in seinem letzten Blogbeitrag. Jetzt muss er konstatieren: Womöglich nicht.

Die jüngst verkündeten Lockerungen scheinen weiten Teilen der Bevölkerung die Botschaft vermittelt zu haben: Es ist vorbei. Oder wenigstens: Es geht ab jetzt unvermeidlich aufwärts. Richtig ist, dass wir immer noch viel zu wenig über das Virus wissen. Wir wissen auch nicht, welche Maßnahmen wie sehr daran beteiligt waren, dass die Zahl der Neuinfizierten zurück ging und die der in Anspruch genommenen Intensivbetten niedrig blieb. Klar ist auch, dass ein weitgehendes Lahmlegen der Öffentlichkeit und der Wirtschaft Folgen haben muss, deren Ausmaß alles seit Ende des Zweiten Weltkriegs Bekanntes in den Schatten stellen kann.

Aber dennoch ist es eben nicht vorbei. Weiterlesen

Lockdown – und ewig lockt die Lockerung

Nochmal: Der Werwohlf ist kein Virologe. Aber er argumentiert hier auch in dem Sinn, dass es nicht allein auf die Meinung der Virologen ankommen kann.

Die weitgehend abgestimmten Beschränkungen des Alltagslebens in Deutschland sind bis zum Ende der Osterferien befristet. Man hört, dass Mitte der kommenden Woche darüber entschieden werden soll, wie es weiter geht. Die Stimmen, die fordern, dass die bestehenden Maßnahmen endlich wieder gelockert werden sollen, mehren sich. Weiterlesen

Recht auf Home Office?

Wenn man sich als Liberalen sieht, also jetzt nicht im Sinn „ich verzichte bei der nötigen Revolution auf Erschießungen“, was in einigen Medien als konkludente Definition zu dienen scheint, sondern mehr so in der „klassischen“ oder historisch „neoliberalen“ Bedeutung, der ist es gewohnt, sich von der einzigen Partei Deutschlands mit signifikant liberalem Flügel einige Zumutungen gefallen lassen zu müssen. Der Werwohlf gehört als zwischen liberalen und konservativen Ansichten mäandernder Individualist nicht zum Glück nicht dazu, doch hegt auch er den Wunsch, der liberale Flügel möge in dieser Partei, und natürlich reden wir hier von der FDP, deutlich größer werden. Allein schon deshalb, weil diese Positionen sonst in diesem Land, das sich zu Recht vieler Tugenden zu rühmen vermag, zu denen aber eine liberale Grundeinstellung ganz sicher nicht gehört, komplett ausgerottet wären.

Aber diese Hoffnung wird immer wieder enttäuscht. Jüngst durch ein Thema, das im Zuge der COVID-19-Krise viel Relevanz erfahren hat: das „Home Office“. Weiterlesen

Was COVID außer krank noch macht

Über die COVID-Krise kann der Werwohlf weiterhin nichts Fundiertes schreiben. Seine Antwort auf ein solches Begehren müsste eine Art umgekehrter McCoy werden – „Ich bin kein Arzt, aber dafür….“

Aber er kann etwas zum Umgang mit der Krise sagen. Die Bevölkerung scheidet sich hier in zwei Gruppen: Die einen begreifen den Ernst der Lage, bleiben so weit wie möglich zu Hause und meiden Menschenansammlungen. Die anderen verstehen das alles als weitere Sau, die von den Medien durchs Dorf getrieben wird und amüsieren sich weiter wie vorher. Das ist wohl der Preis für das ständige, alarmistische „Cry Wolf“ der Medien. Weiterlesen

Immun

Nein, an dieser Stelle und jetzt nichts zum Thema Nr. 1. Als bekennender Kulturpessimist sieht der Werwohlf den drohenden Untergang von [Abendland|Deutschland|Weltwirtschaft] eh voraus und ist sich nur über den Zeitrahmen nicht ganz sicher. Also was auch immer ihr da draußen noch für Horrornachrichten verkündet: Der Werwohlf hat das alles schon eingepreist. Sein ETF-Portfolio auch, aber das ist eine andere Geschichte. Wer braucht noch Rendite, wenn „the world as we know it“ untergeht?

Also tun wir lieber so, als ginge uns das alles nichts an – eine Illusion, die sich im heimeligen Home Office eine Zeit lang gut aufrechterhalten lässt. Weiterlesen

Gedanken zu Hanau

Disclaimer: Zu dem Zeitpunkt der Abfassung dieses Beitrags sind noch nicht alle Hintergründe der Hanauer Morde geklärt. Neue Fakten könnten eine neue Bewertung verlangen. Aber zum selben Zeitpunkt gehen alle Kommentare von derselben Sachlage aus, und auch darum geht es im Folgenden.

Kann man sich den Schrecken ausmalen, den die Bluttat von Hanau ausgelöst haben muss? Zunächst bei den Opfern, dann bei deren Angehörigen und Freunden? Kaum – zumindest der Werwohlf ist sich sicher, dass selbst ein Höchstmaß von seinem Einfühlungsvermögen dazu nicht ausreichen wird.

Menschen sitzen nichtsahnend und friedlich in einer Bar, als ein Mann hinein kommt, der keinen von ihnen kennt, aber fest überzeugt davon ist, sie hier und jetzt niedermetzeln zu müssen, weil sich bei ihm rassistische Vorstellungen mit einer Geisteskrankheit gepaart haben. Dieser Mann hat eine Schusswaffe dabei, die ihm dieser Staat erlaubt hat zu besitzen. Als er die Bar wieder verlässt, sind mehrere Menschen tot, einige verletzt. Er hat Väter getroffen, Brüder und wohl auch eine Mutter.  Das damit verbundene Leid, das so plötzlich über viele Familien hereinbricht, erinnert in seinem Ausmaß an den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz.

Es gehört zu den üblichen Methoden, solche Taten zu verarbeiten, dass man den oder die Schuldigen möglichst rasch gefasst und streng bestraft sehen will. Weiterlesen

Fazit eines Ent-Täuschten

Etwas Positives haben die letzten Tage zumindest gebracht: Klärung. Klärung über die Absichten der linken Parteien, ihre Strategien und ihre Verbündeten. Angestrebt wird eine andere Republik, und womöglich ist diese auch schon da. Das klingt Ihnen zu radikal? Wäre es dem Werwohlf bis vor einer Woche auch noch. Schauen wir es uns an.

Die alte Bundesrepublik war föderal aufgebaut und folgte dem Modell der parlamentarischen Demokratie. Die Tage von Thüringen haben jedoch gezeigt, dass beides nicht mehr im Sinne der maßgeblichen politischen Kräfte dieses Landes ist. Fangen wir mit letzterem an.  Weiterlesen

Was zu Antisemitismus und seinen Quellen (75 Jahre Auschwitz-Befreiung)

Am 27. Januar wurde an vielen Orten, insbesondere natürlich in Israel und in Deutschland, der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 75 Jahren durch die Rote Armee gedacht[1].

Wellen schlug da nicht nur ein Kommentar in den „Tagesthemen“, der nach Ansicht vieler allzu oberlehrerhaft Gedenknoten verteilte, und zwar ausgerechnet auch noch zwischen „gut“ für den deutschen Bundespräsidenten und „mangelhaft“ für den Veranstalter Israel. Wellen schlug auch ein Kommentar des CDU-Nachwuchspolitikers Philipp Amthor, wonach „Antisemitismus, das darf man nicht vergessen, [ ] vor allem in muslimisch geprägten Kulturkreisen besonders stark vertreten“ sei, verbunden mit einer Aufforderung an Zuwanderer, sich an die hiesige Kultur zu halten. Weiterlesen

Zur Geschichte eines Tweets

Diese Woche wurde der Werwohlf auf Twitter geadelt. Ein Tweet von ihm lag bei (Stand bei Abfassung dieses Blogbeitrags) über 1.700 Likes und 300 Retweets, was für Twitter-Prominenz natürlich lachhaft, für den kleinen Account des Werwohlfs hingegen so ungefähr ein Hundertfaches der durchschnittlichen Reaktionen darstellt. Und prompt handelte er sich auch noch eine Meldung an Twitter ein. Um diesen Tweet ging es:

Die Vermutung, dass die Zustimmung bei Grünen und allgemein Linken eher gering gewesen sein dürfte, ist wohl so abenteuerlich nicht. Weiterlesen