Was aus den Medien – Ausgabe 1

An dieser Stelle werden künftig – hoffentlich – regelmäßig, aber in unregelmäßigem Abstand, Kommentare zu Meldungen aus diversen Medien folgen. Fangen wir also an.

Der Fall Rittenhouse

Kyle Rittenhouse ist ein junger Amerikaner, der im Zusammenhang mit den „Black Lives Matter“-Unruhen zwei Menschen erschossen und einen verletzt hat (übrigens allesamt Weiße). Er wurde jetzt von einem Geschworenengericht wegen Notwehr für „nicht schuldig“ befunden, was unter all jenen Proteste ausgelöst hat, die mit Rechtsstaat nicht so viel anfangen können und lieber die ebenfalls durchaus amerikanische Tradition des Lynchmobs aufleben lassen würden. Interessant in diesem Zusammenhang ist, wie deutsche Medien über das Thema berichten. Von den öffentlich-rechtlichen Nachrichtensendungen bis hin zur FAZ wird dem Unverständnis über das Urteil der Geschworenen Ausdruck verliehen, aber ausgerechnet der „Süddeutschen Zeitung“ blieb es vorbehalten, die Zusammenhänge etwas näher zu beleuchten und zu erklären, warum es vermutlich zu diesem Urteil kommen musste. Ein kleiner Tipp: Rechtslage.

Wie man vorher aus amerikanischen Medien entnehmen konnte, hat insbesondere auch die Aussage des Verletzten, der im Prozess als Zeuge auftrat,es nahe gelegt, dass hier tatsächlich der Tatbestand der Notwehr nach dem Recht des Staates Wisconsin erfüllt war.

Nun kann man gerne seine Meinung zu aus europäischer Sicht unverständlichen amerikanischen Gesetzen äußern, wenn man einen Sinn darin sieht, aber gerade den sogenannten Qualitätsmedien hätte es gut angestanden, nach dem Muster der SZ, die aus ihrer Meinung auch in diesem Fall übrigens kein Geheimnis macht, für den mit der Materie naturgemäß wenig bewanderten Zuschauer und Leser einmal die Faktenlage darzustellen, statt sich gleich ins Fahrwasser von Aktivisten zu begeben.

Junge Liberale

Die „tageszeitung“ hat herausgefunden, was das Problem an der Jungendorganisation der FDP, den „Jungen Liberalen“, ist: Sie sind liberal. Ok, man muss da in gutem, linken Sinn differenzieren: Gesellschaftspolitisch sind sie liberal, was auch die taz gut findet. Aber wirtschaftspolitisch sind sie das leider wohl auch, und da muss die taz dann tadelnd die Silbe „neo“ davorsetzen. Was erlaube Junge Liberale, wo doch Piketty den bösen Neoliberalismus als Wurzel allen Übels entlarvt hat! Gut, diese Erkenntnis ist jetzt weniger unter Ökonomen als unter Kulturredakteuren verbreitet, aber wir können es abbuchen als den xten Versuch Linker, dem parteipolitisch organisierten Liberalimus nahe zu legen, sich als die drölfste Spielart der Sozialdemokratie im deutschen Parteiensystem zu entpuppen.

Clans und das Asylrecht

Die „Welt“ beschreibt eine deutsche Realität, bei der sich normal denkende Menschen nur an den Kopf fassen könnten, kennten sie nicht bereits die Folgen aus anderen Zusammenhängen.

Der aufmerksame Nachrichtenkonsument weiß es mittlerweile: Das größte Risiko, abgeschoben zu werden, haben gesetzestreue Asylbewerber, die mit den Behörden kooperieren und sich ziemlich gut in die deutsche Gesellschaft integriert haben.

Das Risiko klein halten kann man, indem man jede Kooperation verweigert, lügt, betrügt und dem Staat den Mittelfinger zeigt.

Reden wir mal über Anreize und deren Folgen.

Platz für Senf.

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