Was zu Volontären und Platzhirschen

Eine Studie über die politische Einstellung von Volontären der Sender ARD, Deutscher Welle und Deutschlandradio sorgte jetzt für Aufregung. Demnach unterscheidet sich die politische Einstellung dieser Gruppe eklatant von der ihrer Altersgenossen insgesamt. Grün-Stasirot-Rot hätte demnach in dieser Gruppe eine Zustimmung von 92% erzielt. Dem stehen um die 43% für dieselbe Konstellation bei der Bundestagswahl 2017 in der Gruppe der 18-24jährigen gegenüber.

Liberale und konservative Publizisten äußern deshalb eine gewisse Besorgnis, wie gerade der öffentlich-rechtliche Rundfunk angesichts dieser Zahlen künftig eine ausgewogene Berichterstattung gewährleisten soll. Aber im Grunde sollten die jetzt bekannt gewordenen Zahlen niemanden überraschen. Wenn der Werwohlf auf seine Abitur-Abschlussklasse zurück blickt, war der Berufswunsch „Journalist“ eher eine Sache der politischen Ränder, wobei der rechte davon nur die eine Person umfasste, die mangels Gleichgesinnten stellvertretend für das gesamte Spektrum stand. Kurzum: Es war vor allem eine Sache der sehr Linken[1].

Nun ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk auch der einzige, der zur Ausgewogenheit verpflichtet ist. Man könnte im Sinn einer pluralistischen Gesellschaft vielleicht damit leben, wenn sich die hinter dem Eintreten für Privatsender verbergende Kohlsche Hoffnung bewahrheiten würde und die „Privaten“ ein Gegengewicht dazu bilden würden. Aber die Erfahrung des Werwohlfs[2] sagt ihm, dass die Verhältnisse unter den befragten Volontären vielleicht besonders krass ausfielen, dass sie in der Tendenz aber für den Journalisten-Nachwuchs schlechthin stehen.

Als der Werwohlf das auf Twitter wie folgt formulierte:

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erntete er emotionale Gegenwehr

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Auf den Einwand des Werwohlfs, er äußere nur Meinungen über die statistische Verteilung von Journalisten und behauptete nicht, eine Wahrheit zu äußern, die auf jeden einzelnen Journalisten zuträfe, bekam er diese Antwort:

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Natürlich ist hier interessant, wie schnell der auf der anderen Seite zu verordnende Gesprächspartner hier typisch linke Argumentationsmuster übernimmt, wonach eine Aussage über statistische Verteilungen eine über jedes darin befindliche Individuum sei[3]. Aber worauf stützt sich die Zuversicht dieses Gesprächspartners, dass eine Befragung über alle Medien hinweg ein wesentlich anderes Ergebnis erbrächte? Selbstverständlich kann man argumentieren, dass ein Job bei den öffentlich-rechtlichen Medien überproportional viele Linke anzieht, weil sie nur da die Hoffnung haben können, ungeachtet eines Publikumsgeschmacks die Botschaften zu verbreiten, die ihnen so sehr am Herzen liegen, dass sie Journalist geworden sind. Wobei hier Gendern ausnahmsweise mal neue Erkenntnisse zu eröffnen vermag: Nach höchst subjektiver Erfahrung des Werwohlfs steigt die Wahrscheinlichkeit linker Überzeugungen bei weiblichen Autoren. Und das um so mehr, je mehr der Buchstabe „a“ in ihrem Namen vorkommt…

Als Nicht-Linker muss man einfach mit dieser schiefen Verteilung leben. Um so mehr empfiehlt es sich, Nachrichten generell unter Meinungsverdacht zu stellen und sie erst dann als solche zu akzeptieren, wenn sie keinerlei Anzeichen für eine beabsichtigte Manipulation mehr aufweisen. Zwar ist die Neigung zur ideologischen Beeinflussung gestiegen, zugleich sind es aber auch die Möglichkeiten, andere Meinungen zur Kenntnis zu nehmen. Hier ist es jedem Einzelnen überlassen, worauf er sich bezieht, aber auch, wenn der Werwohlf heftige Kritik an der Journalistenzunft übt, so gibt es dort doch auch viele, die den „Old School“-Ansatz verfolgen: Nur berichten, was ist, und auf zusätzliche Beeinflussung verzichten. Heutzutage sind so viele seriöse Publikationen für jedermann zugänglich (nicht immer ohne Entgelt, aber so ist das auch fair), dass es ein Leichtes sein sollte, eigene Meinungen und die Fremder einer Überprüfung zu unterziehen. Aber diese Chance kostet leider Zeit und Geld. Wer beides nicht aufbringen will, wird zu schnell zu leicht zum Sklaven von Spin-Doktoren.

Lieber Leser: Schaut also einfach genau hin und urteilt dann.

 

[1] Referenzen auf die Mathematik-Noten dieser Mitschüler erspart sich der Werwohlf hier. Und damit dann doch nicht 😉 Man kann schließlich auch als ausgezeichneter Mathematiker politischen Stuss verzapfen… Ist nach Erfahrung des Werwohlfs nur seltener (okay, er hört jetzt wirklich auf damit).
[2] Der Werwohlf ist ein Leser der F.A.Z. seit 1983. Man sollte seinen Eindruck ernst nehmen, wonach insbesondere in der Online-Ausgabe vermehrt Artikel erscheinen, die jeden konservativen bis liberalen Anspruch vermissen lassen und genau so gut auch in der „Süddeutschen“ oder gar in der „taz“ hätten veröffentlicht werden können. Auch das wäre im Sinn der Vielfalt zu verschmerzen, wenn ein Gegengewicht erkennbar wäre. Aber das bleibt aus.
[3] Einem Google-Mitarbeiter hat es den Job gekostet, als er auf die Wahrscheinlichkeit unterschiedlicher Verteilungen bei Männern und Frauen zu gewissen Merkmalen hinwies. Die Behauptung der Beschuldiger, die Äußerungen dieses Mitarbeiters seien „sexistisch“, wurden natürlich von den großen Medien in Deutschland sofort als Tatsache berichtet.
[4] Auf Übermedien wurde versucht, die Wirkung der Studie herunter zu spielen. Aber zum einen erhöht, wie auf „Welt.de“ zu Recht hingewiesen wurde, der Umstand, dass die Veröffentlichung der Befragung nicht erkennbar war, ihre Glaubwürdigkeit. Und zum anderen hätten sich bei den fehlenden Rücksendungen absurd abweichende Verteilungen zeigen müssen, um die Aussage der Studie insgesamt in Frage zu stellen.

Platz für Senf.

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