Die bestätigende Gegenrechnung

Nehmen wir mal an, Ihr Unternehmen liefe so schlecht, dass sie mit jedem zusätzlichen Geschäft einen negativen Deckungsbeitrag erwirtschafteten. Wäre das ein Argument, in ausländische Märkte zu expandieren, wo sie ebenfalls nur negative Deckungsbeiträge erzielen? Einige Journalisten scheinen das zu meinen:

Deutsche Ökonomen akzeptieren die Kritik von Ifo-Chef Sinn an den hohen Kosten für Migranten nicht. Sie machen eine Gegenrechnung auf: Demnach kostet auch jeder Deutsche den Staat netto viel Geld.

So spricht der Qualitäts-Teaser-Ersteller. Leider von den Fakten nicht gedeckt. Erstens ist die Rechnung der anderen „deutschen Ökonomen“ keine Gegenrechnung, und zweitens führt sie auch nicht zur Nichtakzeptanz der Aussagen Sinns. 

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Ausländerfeindlich?

Begriffe ändern sich. Und so wie Geld haben sie die Tendenz zur Inflation, insbesondere in der politischen Auseinandersetzung. Hat es ein Begriff einmal geschafft, weitgehend anerkannt zu werden, ob nun als Negativum oder Positivum, so kann man damit rechnen, dass er für immer mehr Tatbestände herhalten muss. Stand z.B. „Rassismus“ früher mal dafür, dass einige Typen sich einer bestimmten „Rasse“ zugehörig fühlten und alle anderen „Rassen“ als minderwertig abqualifizierten, wird er heute, insbesondere auf der Linken, aber auch allgemein unwidersprochen, für jede beliebige Unterscheidung verwendet, die sich nicht wie das linke Dogma allein auf Klassenunterschiede bezieht. 

Auch „Ausländerfeindlichkeit“ hat diese Karriere gemacht. Nehmen wir dieses Zitat aus einem „Anti-Pegida“-Artikel von „Spiegel Online“:

Doch noch immer sind auf der Seite ausländerfeindliche Posts zu finden. So schrieb etwa ein Unterstützer, er sei „gegen die Überfremdung Deutschlands, Asylanten und Ausländer, die hier Straftaten begehen“. Er wolle „nachts durch die Stadt laufen können ohne mehr arabisch als deutsch zu hören“. Ein andere schrieb: „Ich bin dagegen, dass eine Minderheit in Deutschland bestimmt, wie wir Deutsche zu Leben haben.“

Was also ist demnach „ausländerfeindlich“? 

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Litaneistörende Fakten

Das Schöne an den linken Blättern in diesem Land: Sie sind so verlässlich. Man kann mit stets wiederkehrenden Artikeln gleichen Tenors rechnen, und, das macht es so besonders, ganz egal, wer sie schreibt oder wie sich inzwischen die Fakten geändert haben. Nehmen wir mal dieses jüngste Beispiel aus der führenden, donnerstags erscheinenden, linken Postille „Die Zeit“: „UNGLEICHHEIT – Reich und Reich vermehrt sich gern“.

Wahrscheinlich handelt es sich dabei nur um einen verspäteten Piketty-Nachschlag, auch wenn die Autorin sich bemüht hat, die Diskussion, die nach Erscheinen dessen Buches entstand, irgendwie nachzubilden. Dass auf amerikanischen Econ-Blogs eine viel tiefere und interessantere Kritik zu lesen war und noch ist, als sie Frau Oberhuber uns in knappen Worten vorstellt, könnte man ihr nur vorwerfen, wenn sie dort mitlesen würde. Vermutlich tut sie das aber nicht. Allerdings wäre von einer deutschen Qualitätsjournalistin zu erwarten, dass sie hin und wieder in deutsche Medien schaut. Da aber scheint ihr etwas entgangen zu sein, oder sie lässt es weg, weil der Artikel dann nicht mehr der üblichen Sprachregelung entsprochen hätte. 

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Der wahre Islam

Wann immer irgendwelche Deppen im Namen des Islam unschöne Dinge tun, wie z.B. Massenmorde, Sprengstoffattentate, Leuten den Kopf abschneiden oder entführte Passagiermaschinen in Hochhäuser steuern, hört man sofort den Ausspruch, insbesondere von Islamverbänden. „Das hat nichts mit dem Islam zu tun!“

Es ist erstaunlich, dass sich dieser Spruch so lange halten konnte, denn offensichtlich haben Dinge, die in großem Stil von Typen getan werden, die sich auf den Islam berufen, mit eben diesem zu tun. 

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Das Kopftuch – ein positives Zeichen?

Es ist noch Weihnachten, und so, wie es uns von der Politmedien-Elite verklickert wird, soll dieses Fest zum Symbol des großen Drübertünchens werden: „Piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb!“ Alles ist relativ, und was bei den einen übelster Rassismus oder Sexismus, gilt bei den anderen eben als bewahrenswerte „Wurzel“, denn der gemeinsame Feind steht halt woanders. 

Und dann gibt es ihn, diesen einen dämlichen Artikel, der das gedankliche Fass zum Überlaufen bringt. 

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Manuel Neuer – Weltfußballer

Gegenargumente? Cristiano Ronaldo spielt eine überragende Saison. Messi spielt wie immer – herausragend. Beide aber eben auch nicht, als es darauf ankam: beim größten Fußballfest des Jahres, der Weltmeisterschaft in Brasilien. Und beide wurden für ihre Leistungen oft genug geehrt. Wobei man sagen muss, dass Messi von einem unerschöpflichen Talent profitiert, während Ronaldos Klasse auch ein Ergebnis harter Arbeit ist. Aber dennoch: Beide haben dafür ihren Respekt bekommen, wiederholt.

Manuel Neuer hingegen ist nicht nur ein besonders guter Torwart. Er hat Meilensteine für das künftige Torwartspiel gesetzt. Ein Torwartspiel, das nicht nur seinen Protagonisten gut aussehen lässt, sondern der ganzen Mannschaft zugute kommt. So spektakulär es auch aussieht, es wäre sogar unfair, Neuer an Spielen wie dem gegen Algerien bei der WM zu messen. Denn so sieht es nur aus, wenn die Leute vor ihm ihren Job nicht richtig erledigen. Unter solchen Bedingungen kämen Messi oder Ronaldo nicht einmal in Tornähe. Nein, Neuers Klasse, und das ist für einen Torwart einzigartig, zeigt sich gerade dann, wenn die anderen Mannschaftsteile auch funktionieren. So wie bei Messi und Ronaldo vorausgesetzt wird. Aber im Fall Neuers hebt er damit die ganze Mannschaft auf eine höhere Stufe. Sie kann nur so funktionieren, weil Neuer ein besonderer Torwart ist, weil sein Spiel ein besonderes ist.

Neuer verbessert die Teams, in denen er spielt. Ronaldo und Messi verblassen, wenn die Teams, in denen sie spielen, keine große Klasse haben. Das ist der wahre Grund für das Auseinanderklaffen der Leistungen bei der WM. Und der Grund, warum nur Manuel Neuer Weltfußballer des Jahres 2014 werden kann.