Wunschbild Arbeitnehmer?

Es gibt übrigens noch einen Grund , warum der Werwohlf nicht auf irgendwelche Denkzettel setzt, sondern für die von ihm gewählten Partei auf Regierungsbeteiligung hofft. Hier

„Es wird höchste Zeit, Betriebs- und Arbeitnehmerbegriff neu zu definieren – und hier sind sowohl Politik als auch die Sozialpartner in der Pflicht“, sagt Kerstin Jürgens. Die Kasseler Soziologin hat zwei Jahre lang eine Kommission zur Zukunft der Arbeit geleitet. Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung hatte sie berufen, um sich mit rund 30 anderen Wissenschaftlern, Ministerialen, Gewerkschaftlern und Arbeitgebervertretern einen Reim auf die Veränderungen zu machen.

Das Fazit der Wissenschaftler fasst Jürgens so zusammen: „In Zukunft darf es keine Arbeit mehr ohne soziale Absicherung geben. Das werden wir uns nicht mehr leisten können.“ Man könne zum Beispiel jeden als Arbeitnehmer begreifen und behandeln, der an der Wertschöpfung beteiligt ist – das wäre aus Sicht der Wissenschaftlerin eine Möglichkeit, etwas in der digitalen Arbeitswelt zu verbinden, das bislang voneinander gelöst ist: Verantwortung und Freiheit.

Hier wird es mit großen Worten verkleidet, was ganz einfach ist: Jeder, der für ein Unternehmen eine Leistung erbringt, soll zum Arbeitnehmer werden. 

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Was Werwohlf wählen wird

Ja sischer dat, da gehört noch ein „der“ in die Überschrift, aber warum eine schöne Alliteration kaputt machen?

Wenn es nach dem Wahl-O-Mat geht, sollte der Werwohlf AfD wählen. Das kommt davon, wenn man beim Frage-Antwort-Spiel den Konservativen in der Startaufstellung bringt und den Liberalen weitestgehend auf der Tribüne versauern lässt. Aber ob es bei den Punkten für die AfD mit rechten Dingen zugeht, darf man schon ein wenig bezweifeln, wenn man z.B. liest, dass die Erinnerung an den Holocaust auch nach dem Willen dieser Partei im deutschen kollektiven Gedächtnis weiterhin eine wichtige Rolle spielen soll. These: Auf einem x-beliebigen Parteitag würde ein derart lautender Antrag unter lautem Getöse durchfallen…

Aber wer dieses Blog kennt, weiß, dass der Verfasser nie und nimmer diese Partei wählen wird, weil er sich sonst schon beim Wahlakt unmittelbar übergeben müsste. 

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Die Sache

„Deutsch sein heißt, eine Sache um ihrer selbst willen zu tun.“ Das sagte einst ein nicht allzu unbekannter Deutscher. Er meinte das wohl positiv. 

Der Spruch ist etwas älter, aber die rücksichtslose Konsequenz im Handeln, die auf Kollateralschäden wenig gibt, scheint eine Konstante der Deutschen zu sein. Hierzulande pflegt man nämlich nicht Meinungen zu vertreten, sondern weltrettende Ideale, und das dann auf eine Art und Weise, die keine Zweifel an ihnen zulässt und die Stimmen von Kritikern bzw. Andersdenkenden am liebsten als moralisch unzulässigen Defätismus von Agenten einer obskuren feindlichen Macht verdammt. Jeder möge hier die historischen Parallelen ziehen, die ihm passend erscheinen. Aktuell ist eines dieser Ideale der Umwelt- und/oder Gesundheitsschutz. 

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Bosse, Bonzen und Büros

Das Problem bei vielen Journalisten und Publizisten, die sich mit Wirtschaftsthemen beschäftigen, ist: Da reden Blinde von der Farbe. Nicht nur, dass ihnen die Erfahrung fehlt, länger in Schlüsselpositionen von Unternehmen gearbeitet zu haben, sie unterliegen auch einer Blickverzerrung, weil sie ihre eigene Arbeitswelt auf die gesamte Volkswirtschaft projizieren. Dieser bias hat uns z.B. schon die angebliche „Generation Praktikum“ beschert, die den meisten Akademiker außerhalb der „Irgendwas mit Medien“-Welt als Erzählung von einem anderen Stern vorkam. Und auch der Furor, mit dem in dieser Branche die Frauenquote gefordert wird, hat ein gutes Stück damit zu tun, dass in der Medienwelt nicht ein derartiger Frauenmangel herrscht wie z.B. in sehr technikgetriebenen Unternehmen – im Gegenteil.

Über Twitter wurde der Werwohlf aufmerksam auf diesen Artikel: „Ich bin im Büro – holt mich hier raus!“ Der Autor Patrick Spät beschäftigt sich auf „Zeit Online“ mit der Frage, warum Großraumbüros bei Unternehmen weiter so populär seien, obwohl sie auch erhebliche Nachteile besitzen. Die Gründe, die er aufführt, stammen dabei aus der Mottenkiste linker Kapitalismuskritik, die ihren Mangel an Erfahrung wettmacht durch das Zitieren ideologisch in den Kram passender Autoritäten (denen die Erfahrung selbstverständlich ebenfalls fehlt, aber „Ich habe doch Foucault zitiert!!Einself!!“):

„BWLer“ hätten „penibel genau errechnet, dass der erhöhte Verschleiß der Mitarbeiter durch andere Faktoren wieder wettgemacht wird“. Unternehmen sparten durch Großraumbüros Miet- und Energiekosten. Außerdem könnten die „Bosse und Bonzen“ in ihnen ihre Lohnsklaven (der Begriff kommt im Artikel nicht vor, würde aber zu dessen Ton passen) besser kontrollieren, und auch die gegenseitige Kontrolle der Mitarbeiter würde so gefördert. Im Grunde seien die Großraumbüros Gefängnisse, „mit deren Insassen ein perfides Spiel getrieben wird“.

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Though this be madness yet there is method in it

Die Zeitungen berichten heute darüber: 

Als dringend reformbedürftig bezeichnen es die Autoren eines Evaluationsberichtes für die Antidiskriminierungsstelle des Bundes, der morgen vorgestellt werden soll. Wie die Zeitung „Die Welt“ berichtet, empfehlen die Forscher unter anderem eine Ausweitung der Kriterien, nach denen eine Benachteiligung verboten ist.

Unter anderem sollen Unternehmen mit einer „Migrantenquote“ gesegnet werden, und Vermieter sollen bei der Wohnungsvergabe nicht mehr die soziale Lage eines Mieters berücksichigen dürfen.

Nun ist es zunächst völlig logisch und im System so angelegt, dass auf einen Schelmen immer wieder neue anderthalbe gesetzt werden. 

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Marktversagen, Verbraucherschutz oder was?

Zwei Fälle, einer aus der Blogosphäre, einer über die üblichen Medien verbreitet, und in beidem geht es darum, dass Verbraucher (oder vielleicht besser: Kunden) von Anbietern getäuscht werden. 

Michael Klein von „Sciencefiles“ beklagt „Marktversagen“ aufgrund von Fällen, in denen technische Geräte einfach nicht das tun, was sie eigentlich sollen. Zwar funktionieren die Ersatzansprüche gegenüber dem Anbieter, aber der Autor kritisiert, dass darüber hinaus „Transferkosten“ anfielen, und zwar eben genau die Zeit, die insgesamt für die Beschäftigung mit den schadhaften Geräten aufgewendet werden muss, vom Ausprobieren über die Fehlerdiagnose bis hin zur Rückabwicklung. Gut, solche Kosten können zwar rein rechtlich-theoretisch gegenüber dem Verkäufer geltend gemacht werden, aber da dafür eher keine Externen beauftragt werden und sich der Aufwand im Einzelfall meist in Grenzen hält, dürfte man meistens darauf verzichten, deswegen einen Rechtsstreit anzustrengen. In der Summe könnte, über alle Geräte und Anbieter hinweg, dann aber doch eine relevante Summe zusammenkommen, für die einen niemand entschädigt. 

Solche Beobachtungen sind natürlich korrekt. 

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Einfach, oder?

Wenn der Werwohlf sich politisch äußert, dann als Bürger wie jeder andere. Gut, vielleicht noch als einer, der von Wirtschaft mehr Ahnung hat als die meisten. Aber wenn es darum geht, was in Unternehmen so abgeht, beansprucht er noch mehr Expertise für sich. Insbesondere nervt es ihn, wenn Kommentare wie dieser hier bei der FAZ erscheinen: „Martin statt Professor“.

Da steht manches Richtiges, aber auch viel Falsches drin. 

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