Die Sache

„Deutsch sein heißt, eine Sache um ihrer selbst willen zu tun.“ Das sagte einst ein nicht allzu unbekannter Deutscher. Er meinte das wohl positiv. 

Der Spruch ist etwas älter, aber die rücksichtslose Konsequenz im Handeln, die auf Kollateralschäden wenig gibt, scheint eine Konstante der Deutschen zu sein. Hierzulande pflegt man nämlich nicht Meinungen zu vertreten, sondern weltrettende Ideale, und das dann auf eine Art und Weise, die keine Zweifel an ihnen zulässt und die Stimmen von Kritikern bzw. Andersdenkenden am liebsten als moralisch unzulässigen Defätismus von Agenten einer obskuren feindlichen Macht verdammt. Jeder möge hier die historischen Parallelen ziehen, die ihm passend erscheinen. Aktuell ist eines dieser Ideale der Umwelt- und/oder Gesundheitsschutz. 

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Bosse, Bonzen und Büros

Das Problem bei vielen Journalisten und Publizisten, die sich mit Wirtschaftsthemen beschäftigen, ist: Da reden Blinde von der Farbe. Nicht nur, dass ihnen die Erfahrung fehlt, länger in Schlüsselpositionen von Unternehmen gearbeitet zu haben, sie unterliegen auch einer Blickverzerrung, weil sie ihre eigene Arbeitswelt auf die gesamte Volkswirtschaft projizieren. Dieser bias hat uns z.B. schon die angebliche „Generation Praktikum“ beschert, die den meisten Akademiker außerhalb der „Irgendwas mit Medien“-Welt als Erzählung von einem anderen Stern vorkam. Und auch der Furor, mit dem in dieser Branche die Frauenquote gefordert wird, hat ein gutes Stück damit zu tun, dass in der Medienwelt nicht ein derartiger Frauenmangel herrscht wie z.B. in sehr technikgetriebenen Unternehmen – im Gegenteil.

Über Twitter wurde der Werwohlf aufmerksam auf diesen Artikel: „Ich bin im Büro – holt mich hier raus!“ Der Autor Patrick Spät beschäftigt sich auf „Zeit Online“ mit der Frage, warum Großraumbüros bei Unternehmen weiter so populär seien, obwohl sie auch erhebliche Nachteile besitzen. Die Gründe, die er aufführt, stammen dabei aus der Mottenkiste linker Kapitalismuskritik, die ihren Mangel an Erfahrung wettmacht durch das Zitieren ideologisch in den Kram passender Autoritäten (denen die Erfahrung selbstverständlich ebenfalls fehlt, aber „Ich habe doch Foucault zitiert!!Einself!!“):

„BWLer“ hätten „penibel genau errechnet, dass der erhöhte Verschleiß der Mitarbeiter durch andere Faktoren wieder wettgemacht wird“. Unternehmen sparten durch Großraumbüros Miet- und Energiekosten. Außerdem könnten die „Bosse und Bonzen“ in ihnen ihre Lohnsklaven (der Begriff kommt im Artikel nicht vor, würde aber zu dessen Ton passen) besser kontrollieren, und auch die gegenseitige Kontrolle der Mitarbeiter würde so gefördert. Im Grunde seien die Großraumbüros Gefängnisse, „mit deren Insassen ein perfides Spiel getrieben wird“.

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Though this be madness yet there is method in it

Die Zeitungen berichten heute darüber: 

Als dringend reformbedürftig bezeichnen es die Autoren eines Evaluationsberichtes für die Antidiskriminierungsstelle des Bundes, der morgen vorgestellt werden soll. Wie die Zeitung „Die Welt“ berichtet, empfehlen die Forscher unter anderem eine Ausweitung der Kriterien, nach denen eine Benachteiligung verboten ist.

Unter anderem sollen Unternehmen mit einer „Migrantenquote“ gesegnet werden, und Vermieter sollen bei der Wohnungsvergabe nicht mehr die soziale Lage eines Mieters berücksichigen dürfen.

Nun ist es zunächst völlig logisch und im System so angelegt, dass auf einen Schelmen immer wieder neue anderthalbe gesetzt werden. 

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Marktversagen, Verbraucherschutz oder was?

Zwei Fälle, einer aus der Blogosphäre, einer über die üblichen Medien verbreitet, und in beidem geht es darum, dass Verbraucher (oder vielleicht besser: Kunden) von Anbietern getäuscht werden. 

Michael Klein von „Sciencefiles“ beklagt „Marktversagen“ aufgrund von Fällen, in denen technische Geräte einfach nicht das tun, was sie eigentlich sollen. Zwar funktionieren die Ersatzansprüche gegenüber dem Anbieter, aber der Autor kritisiert, dass darüber hinaus „Transferkosten“ anfielen, und zwar eben genau die Zeit, die insgesamt für die Beschäftigung mit den schadhaften Geräten aufgewendet werden muss, vom Ausprobieren über die Fehlerdiagnose bis hin zur Rückabwicklung. Gut, solche Kosten können zwar rein rechtlich-theoretisch gegenüber dem Verkäufer geltend gemacht werden, aber da dafür eher keine Externen beauftragt werden und sich der Aufwand im Einzelfall meist in Grenzen hält, dürfte man meistens darauf verzichten, deswegen einen Rechtsstreit anzustrengen. In der Summe könnte, über alle Geräte und Anbieter hinweg, dann aber doch eine relevante Summe zusammenkommen, für die einen niemand entschädigt. 

Solche Beobachtungen sind natürlich korrekt. 

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Einfach, oder?

Wenn der Werwohlf sich politisch äußert, dann als Bürger wie jeder andere. Gut, vielleicht noch als einer, der von Wirtschaft mehr Ahnung hat als die meisten. Aber wenn es darum geht, was in Unternehmen so abgeht, beansprucht er noch mehr Expertise für sich. Insbesondere nervt es ihn, wenn Kommentare wie dieser hier bei der FAZ erscheinen: „Martin statt Professor“.

Da steht manches Richtiges, aber auch viel Falsches drin. 

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Unbequeme Grundsätze

Eine der faszinierenden Entdeckungen, die ein engagierter Beobachter des politischen Geschehens machen kann, ist, wie vermeintlich souverän Leute über makroökonomische Probleme diskutieren, ohne jemals überhaupt von den wichtigsten ökonomischen Prinzipien gehört, geschweige denn, sie verinnerlicht zu haben. Das sowieso, insbesondere für an der Diskussion um Mindestlöhne Interessierte, äußerst lesenswerte Blog „Café Hayek„, das (fast möchte man sagen: natürlich) von Professoren der George Mason University betrieben wird, hat diese jetzt dankenswerterweise noch einmal kompakt aufgeführt. Wer Englisch kann, braucht jetzt hier nicht mehr weiter zu lesen, sondern kann sich gleich beim Original bedienen. Allerdings: there will be one more thing…

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Vom Segen des Reset-Schalters

Es ist ja nicht unüblich, dass Ideologen, wenn sie Modelle der Marktwirtschaft kritisieren, gerne Begriffe aus dem Zusammenhang reißen, um sie ihrem erschreckten Fanlager dann als besonders verwerfliche Denke der Marktradikalinskis präsentieren zu können. Das war so mit dem „homo oeconomicus“, oder dem „Humankapital“, und das passiert jetzt des öfteren mit dem von Schumpeter geprägten Begriff der „schöpferischen Zerstörung“. Bei Linken wie Rechten[1] steht er für die skrupellose Aufgabe von liebgewonnenen Errungenschaften bzw. Traditionen. Bei dem Rechten (hier also Konrad Adam) klingt das dann so:

Die Wirtschaft will ja nicht erhalten, sondern verändern, schöpferisch zerstören, wie die bekannte Formel lautet. Sie will den Tempel des Herren abbrechen und in drei Tagen neu errichten; das aber ist das Werk des Teufels.

Wie sich die Argumentationsmuster doch gleichen. 

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