Archiv der Kategorie: Netzwelt

Deutsch sein, was ist das für Sie ganz persönlich?

Auf „Tichys Einblick“ gibt es jetzt, nachdem in Talkshows lange darum herum geredet wurde, einmal ein Forum für die Frage: „Deutsch sein, was ist das für Sie ganz persönlich?“ Der Werwohlf wird allerdings nicht dort mitmachen, sondern, wie sich das im Web gehört, auf dem eigenen Blog dazu seinen Senf absondern. Da es mal um etwas Persönliches geht, sogar ausnahmsweise in der „Ich“-Form.

Auch wenn ich keine große Begeisterung für einen deutschen Nationalstaat zu entwickeln vermag (diesen allerdings auch nicht ablehne), eins kann ich nicht leugnen: Ich bin ein Deutscher. 

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Unbequeme Grundsätze

Eine der faszinierenden Entdeckungen, die ein engagierter Beobachter des politischen Geschehens machen kann, ist, wie vermeintlich souverän Leute über makroökonomische Probleme diskutieren, ohne jemals überhaupt von den wichtigsten ökonomischen Prinzipien gehört, geschweige denn, sie verinnerlicht zu haben. Das sowieso, insbesondere für an der Diskussion um Mindestlöhne Interessierte, äußerst lesenswerte Blog „Café Hayek„, das (fast möchte man sagen: natürlich) von Professoren der George Mason University betrieben wird, hat diese jetzt dankenswerterweise noch einmal kompakt aufgeführt. Wer Englisch kann, braucht jetzt hier nicht mehr weiter zu lesen, sondern kann sich gleich beim Original bedienen. Allerdings: there will be one more thing…

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Was zu Naidoo und dem ESC

Eins vorweg: Der Werwohlf mag den Xavier-Naidoo-Style eher nicht. Aber das ändert nicht daran, dass er die musikalischen Fähigkeiten Naidoos respektiert. Der Mann hat in der Öffentlichkeit auch viel dafür getan, dass es in deutschsprachiger Musik so etwas geben kann wie Soul. Wobei der „unsung hero“ hier vermutlich Moses Pelham ist, der z.B. auch Künstler wie Cassandra Steen bekannt gemacht hat. 

Vermutlich war es eine blöde Idee des NDR, den Sänger für den nächsten ESC selbstherrlich zu nominieren. Das konnte man einer Fangemeinde, die es gewohnt war, selbst am Auswahlverfahren beteiligt zu werden, kaum beibringen. Es war absehbar, dass schon die Musik Naidoos spalten würde. Aber so weit kam es gar nicht erst, weil wieder einmal die like-hysterische „Netzgemeinde“ ein Opfer gewittert hatte, auf dessen Kosten sich jeder als „Guter“ hinstellen konnte. 

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Merkel, die sozialen Netzwerke und ein alter Fehler

Kleine Vorwarnung: Das wird jetzt wieder mal ein bisschen lang, und der Werwohlf kommt vom Hölzchen aufs Stöckchen…

Hurra! Merkel locuta! Nachdem auch noch der Obertupfinger Bürgerbote gefordert hatte, Merkel müsse jetzt endlich zur Flüchtlingsproblematik öffentlich Stellung beziehen, hat sie es nun auch getan. Oder besser: Zunächst erst mal tun lassen, durch ihren Sprecher. Der hatte damit allerdings auch nicht viel Arbeit, denn der für solche Fälle zur Verfügung stehende Wortschatz ist arg begrenzt, wenn es nicht wieder einen (sozial-)medialen Aufschrei geben soll: Mit den Worten „abstoßend“, „Hass“, „beschämend“ und „dumpf“ wurde die Pflicht souverän absolviert. Der Vizekanzler übernahm dann am Ort des Geschehens selbst die Kür, indem er die Begriffe „Mob“, „Pack“ und „einsperren“ hinzufügte – hätte er vor den „Mob“ nicht noch das Adjektiv „braun“ gesetzt, man könnte sich an Aussagen von CSU-Innenpolitikern nach linken Demonstrationen der 70er Jahre erinnert fühlen. Aber es traf ja die Richtigen, oder? Wenn es um den „Kampf gegen Rechts“ geht, dann kennt die Öffentlichkeit keine Parteien mehr, nur noch anständige Deutsche.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Die Worte Gabriels sprechen mehr aus dem werwöhlfischen Herzen als die formelhafte Ansage des Regierungssprechers. 

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Der neue Aufstand der Anständigen

Also, als Werwohlf schaut man ja praktisch nie die Tagesthemen der ARD. Die Nachrichten dort sind nicht mehr neu, und die Berichte, nun ja, vorhersehbar. Handelt es sich bei einem aber um einen zappenden Werwohlf, dann landet man doch ab und zu mal dort. Zufällig auch gestern, und zufällig mitten rein in den Kommentar einer Journalistin des NDR, der zu einem neuen „Aufstand der Anständigen“ auffordert, und zwar gegen fremdenfeindliche Hetze im Netz. Der Beifall aus dem eigenen Lager bleibt selbstverständlich nicht aus. 

Die „taz“ schreibt:

Tag für Tag schreiben und senden Redaktionen gegen den rechten Mob an. Trotzdem beginnt diese Gesellschaft sich Stück für Stück daran zu gewöhnen, dass brave Bürger unter dem Schutz der Meinungsfreiheit immer widerlicher hetzen. Womöglich gilt es deshalb auch als mutig, derlei offen anzusprechen. Und zwar im Fernsehen, im Netz – also jenen Medien, deren Wirkmacht die der sterbenden Zeitungen bei weitem überstrahlt. Die rechten Trolle werden Reschke dafür niedermachen.

Dass wir es hier mit einem Widerspruch zu tun haben, fällt anscheinend nicht jedem auf. 

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Journalistenlob – allgemein und sehr speziell

An dieser Stelle werden gerne Journalisten kritisiert. Und manche von ihnen auch ostentativ als „Qualitätsjournalisten“ bezeichnet. Das hat natürlich Gründe. An allererster Stelle steht allerdings einer, der hier meist nicht erwähnt wird, sondern nur implizit mitschwingt. Was Journalisten sagen und meinen, ist relevant in unserer Welt. Jemanden zu kritisieren, der keine Bedeutung hat, wäre doch wohl reichlich sinnlos. Und das Gerede von den „Qualitätsjournalisten“? Nun, das ist natürlich pure Gehässigkeit eines Bloggers. Der Begriff wurde ja mal erfunden, um die Guten (von bekannten Medien publizierte Journalisten) von den Stümpern (alle, denen nur das Internet bleibt) zu unterscheiden. Und im Prinzip ist er heute nur noch ironisch zu verwenden: Zu viele bekannte Journalisten publizieren zu großen Teilen in eigenen Blogs, und – das ist jedenfalls der subjektive Eindruck dieses Bloggers – zu viele Amateure werden von seriösen Medien gedruckt. Dazwischen kleben noch die Netzauftritte der bekannten Printmedien – allzu oft weder Fisch (Ergüsse aus der anarchischen Blogger-Szene) noch Fleisch (Beiträge gründlich recherchierender, nachdenklicher Journalisten). 

Aber, und dieser wesentliche Unterschied bleibt jedenfalls aus werwöhlfischer Sicht, in der Regel sind die bei seriösen Medien fest angestellten Journalisten eben doch die Profis. 

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Was zur Vorratsdatenspeicherung

Als jemand, der auf Twitter unterwegs ist, kommt man schnell zu der Erkenntnis: Die Vorratsdatenspeicherung ist ein Anschlag auf die Bürgerrechte und stempelt jeden Bürger zum Terroristen. Sie wird üble Folgen haben. Daten sind nicht mehr sicher, und sie werden vom Staat gegen seine Bürger verwendet werden. Der Totalitarismus steht unmittelbar bevor.

Werwöhlfe neigen nicht zur Rudelbildung. Auch nicht auf Twitter. Also mit Verlaub: All das ist doch arg übertrieben. 

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Was zu neulich

Es ging die letzten Tage durch Netz. Da schreibt, als Teil einer Serie mit unterschiedlichen Positionierungen zum Thema, eine Feuilletonistin der „Welt“ einen Beitrag darüber, warum sie der Feminismus „anekle“. Das muss natürlich unweigerlich den Unmut der sogenannten „Netzfeministinnen“ auf sich ziehen, und eine davon nutzt die Gelegenheit, dass sich unter hunderten Kommentaren auch ein zustimmender von NPD-Frauen befindet, um die „Welt“-Autorin in die argumentationsbefreiende rechte Ecke zu rücken. Dieses Urteil wird in einschlägigen Kreisen gern übernommen, bis hin zu einem dubiosen „Antifa-Pfarrer“, der den Namen der Autorun zum Anlass nimmt, in der Tradition französischer Revolutionslieder die Erhängung von Adligen zu propagieren. In einem Blog der FAZ macht das Ganze dann „Don Alphonso“ zum Thema, woraufhin bei den einschlägigen Kreisen und ihren Verstehern die üblichen Abwehrreflexe einsetzen.

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Was zur Anonymität

Alle Jahre wieder kocht das Thema hoch – ist die weitverbreitete Anonymität im Netz sinnvoll oder schädlich?

Die Profis (z.B. Wolf Lotter) muss man nicht fragen: Ich kenne kaum einen Qualitätsjournalisten, der nicht gegen Anonymität wäre (zur Ausnahme später). Und aus deren Sicht ist die Sache auch klar, schließlich stehen sie selbst jeden Tag mit ihrem vollen Namen für die von ihnen verfassten Beiträge. Warum also sollte man für andere diese Regeln ändern? 

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