Archiv der Kategorie: Meinungsmache

Umfragen-Verarsche

Nehmen wir diese Meldung auf SPON:

“ Forsa-Umfrage: Deutsche beklagen Überpräsenz der AfD in den Medien“

Gut, rein von der Wortbedeutung ist diese Aussage schon richtig, wenn Forsa auch nur zwei Deutsche finden konnten, denen die AfD zu viel in den Medien vorkommt. Aber im Zusammenhang mit einer Umfrage wird hier suggeriert, die Mehrheit sehe das so.

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Noch mal was zur Lügenpresse

Man hat ja den Eindruck gewinnen können, dass die meisten Journalisten erst der „Lügenpresse“-Vorwurf so richtig gegen Pegida aufgebracht hat. Mit diesem Vorwurf sahen sie ihr Selbstverständnis in Gefahr gebracht. Sollte er sich in weiteren Teilen der Bevölkerung durchsetzen, wäre die Rolle bedroht gewesen, die diese Journalisten für sich selbst erwählt hatten, nämlich die des Aufklärers im Dienst der guten Sache. Um so heftiger war die Gegenwehr, die natürlich auch zur Solidarisierung der Teile der Medien führte, die den Dresdner Demonstranten nicht von vornherein mit reflexhafter Abwehr begegnet waren.

Nun ist ja der Werwohlf der Auffassung, dass viele Journalisten zwar äußerst parteiisch und einseitig „berichten“, aber dabei keinesfalls explizit lügen wollen, sondern dies vor allem deshalb tun, weil sie von ihrem Hintergrund und ihrer politischen Ausrichtung her die eigene Einseitigkeit als moralisch geboten und in einem übergeordneten Sinn als definitiv „wahr“ ansehen. Doch angesichts der jüngsten Debatte um die Äußerungen der AfD-Vorsitzenden Petry zum Schusswaffengebrauch an der Grenze können da doch schon Zweifel aufkommen.

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Hässliches Entsetzen

„Köln“ war ein kleiner Schock. Aber die Fronten der Systemveränderer, die kurzfristig aufzuweichen drohten, haben sich mittlerweile wieder formiert. Jetzt gilt es offensichtlich, die Gleichung „Kritik an der Flüchtlingspolitik = AfD = Nazi“ zum Mem zu erheben, wie es z.B. von der aktuellen Ausgabe des „Spiegel“ vorgegeben wird, der praktisch allein um die Behauptung, Petry habe „gefordert, auf Flüchtlinge zu schießen“ (was mit ihrem Interview nicht viel zu tun hat, Korrektur hin, Korrektur her) einen Beweis zu basteln versucht, wie böse und Nazi die AfD doch insgesamt sei. Selbst ein doch so unabhängiger Kopf wie Thomas Schmid unterliegt der Versuchung, Kritiker des Prinzips der unvermeidlich offenen Grenze in eine Ecke des „archaischen, völkischen und selbstmitleidigen Denkens“ zu stellen, wo sich ein „altes deutsches Hassbedürfnis“ Bahn bricht. Zugleich ist er bereit, der Politik der Kanzlerin alle möglichen hehren Motive zu unterstellen.

Aber so kann vielleicht nur jemand denken, der sich die Welt jetzt in die Richtung entwickeln sieht, die ihm behagt. Weiterlesen

Was zu Köln

Es ist ein Trauerspiel.

Und damit meint der Werwohlf nicht etwa die mit Raub verbundenen sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof. Das war kein Trauerspiel, das war entsetzend. Ein Trauerspiel aber sind die Reaktionen darauf. 

Über die Reaktionen von ganz rechts brauchen wir nicht lange zu reden. 

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Marktversagen, Verbraucherschutz oder was?

Zwei Fälle, einer aus der Blogosphäre, einer über die üblichen Medien verbreitet, und in beidem geht es darum, dass Verbraucher (oder vielleicht besser: Kunden) von Anbietern getäuscht werden. 

Michael Klein von „Sciencefiles“ beklagt „Marktversagen“ aufgrund von Fällen, in denen technische Geräte einfach nicht das tun, was sie eigentlich sollen. Zwar funktionieren die Ersatzansprüche gegenüber dem Anbieter, aber der Autor kritisiert, dass darüber hinaus „Transferkosten“ anfielen, und zwar eben genau die Zeit, die insgesamt für die Beschäftigung mit den schadhaften Geräten aufgewendet werden muss, vom Ausprobieren über die Fehlerdiagnose bis hin zur Rückabwicklung. Gut, solche Kosten können zwar rein rechtlich-theoretisch gegenüber dem Verkäufer geltend gemacht werden, aber da dafür eher keine Externen beauftragt werden und sich der Aufwand im Einzelfall meist in Grenzen hält, dürfte man meistens darauf verzichten, deswegen einen Rechtsstreit anzustrengen. In der Summe könnte, über alle Geräte und Anbieter hinweg, dann aber doch eine relevante Summe zusammenkommen, für die einen niemand entschädigt. 

Solche Beobachtungen sind natürlich korrekt. 

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Frohe Weihnachten!

Liebe Leser dieses Blogs – ja, euch beide, euch meine ich -, 

die Weihnachtsfeiertage stehen kurz bevor, und vernünftigerweise verbringt ihr diese Zeit nicht vor dem Rechner, sondern im Kreis eurer Liebsten. Oder ihr fahrt irgendwo hin, wo ihr euch entspannt, ohne online zu gehen. Oder, um es ebenso kurz wie ehrlich zu sagen: Ihr nutzt nicht mehr eure Büros, um hier irgendwas mehr oder weniger Sinnvolles zu lesen. 

Das ist auch gut so.

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Misstraue den Medien, auch wenn sie Nachrichten bringen

„Als am 12. Dezember in Leipzig Neonazis demonstrierten, kam es dabei zu schweren Randalen, Krawallen und Ausschreitungen. 69 Polizisten wurden verletzt.“

So oder so ähnlich lautete die Meldung in diversen Medien, zumindest in Überschrift und Aufmacher. Daran ist gleich mehrerlei bemerkenswert. Erstens muss man mit Verblüffung zur Kenntnis nehmen, dass zwar AfD und Pegida immer „aufmarschieren“, aber ausgerechnet die umstandslos als „Neonazis“ bezeichnete Partei „Die Rechte“ nicht. Die demonstriert. Nun würde der Werwohlf es zwar vorziehen, wenn er sich die Meinung, dass es sich bei „Die Rechte“ um Neonazis handelt, selbst bilden dürfte (was nicht schwer fällt) und nicht von den Medien in der Berichterstattung aufgedrückt bekommen würde, aber nun gut, da gibt es krassere Fälle der Mischung von Meinung und Berichterstattung. 

Interessanter ist allerdings zweitens, dass die eigentlich Handelnden, nämlich die linksextreme „Antifa“, die in Leipzig als Teil ihrer Folklore Polizeiwachen anzugreifen pflegt, gar nicht erwähnt wird. 

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Doch ein gewaltiger Unterschied

Na, da haben es uns die Relativierer aber wieder gezeigt. Sie zitierten Stellen aus der Bibel (vorzugsweise aus dem Buch Leviticus), und siehe da, sie ähnelten doch sehr berüchtigten Stellen aus dem Koran. Also haben die „Allahu akbar“ schreienden Terroristen nichts mit dem Islam zu tun. Oder irgendwie so.

Nun, da gibt es schon kleine Unterschiede. 

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Initiative für eine genaue Berichterstattung!

Ganz ernsthaft gibt es doch tatsächlich weiter Streit darum, ob in den öffentlich-rechtlichen Medien die AfD stets mit dem Adjektiv „rechtspopulistisch“ versehen werden solle

Mittlerweile findet der Werwohlf, dass man da ruhig konsequent bleiben könnte. Da ja das ZDF sich immer mehr Mühe gibt, ein würdiger Nachfolger des DDR-Fernsehens zu werden, also sowohl von der Art der Politikvermittlung als auch vom Altersschnitt der Zuschauer her, wäre es nur logisch, dass diese Anstalt bewährte Aufklärungsmethoden ihres Vorbilds übernimmt. Beispielsweise war auch in der „aktuellen kamera“ nie nur von „Erich Honecker“ die Rede, sondern man gab sich da schon auskunftsfreudiger für den Fall, dass ein Zuschauer vielleicht nicht wissen könnte, wer dieser komische Typ mit der Nerdbrille und der zittrigen Stimme denn sei. Als lautete die Erwähnung meist irgendwie so: „der Vorsitzende des ZK der SED, Vorsitzende des Politbüros, Vorsitzende des Staatsrats und Träger des Verdienstordens der Straßenbahnschaffner Berlins, Erich Honecker,…“. 

Diesen informativen Anspruch sollte man nicht aufgeben, nur weil es um eine nicht an der Macht befindliche Partei geht. Für die AfD schlägt der Werwohlf daher zukünftig folgende Formulierung vor, die darüber hinaus noch den Vorteil hat, den geschätzten Zuschauer gleich auf den folgenden Bericht einzustimmen: „die neu-rechte, rechtspopulistische bis rechtsextreme, rassistische, gegen Flüchtlinge hetzende und Fremdenfeindlichkeit schürende, ganz bestimmt auch antisemitische, auf keinen Fall zu tolerierende, geschweige denn zu wählende und überhaupt den ehrlichen Abscheu jedes anständigen Bürgers hervorrufen müssende AfD…“ Eine solch umfassende Information wäre auch die beste Widerlegung der widerlichen „Lügenpresse“-Schreierei auf bestimmten DemonstrationenAufmärschen.

Zu bedauern bliebe dann lediglich, dass bei der Erwähnung anderer Parteien noch keine derart zweckdienlichen Hinweise zur Verfügung stehen. Auch bei der Nennung hochstehender Persönlichkeiten ist sicher noch Luft für die Aufzählung der wichtigsten Ämter und Eigenschaften (warum verheimlicht man uns immer die Tränensäcke Merkels oder den Leibesumfang Gabriels?) , denn der Demokratieabgabezahler hat schließlich ein Recht auf genaue Berichterstattung. Der ZDF-Fernsehrat freut sich bestimmt über entsprechende Anregungen.

Krieg?

Tritt Deutschland jetzt in einen Krieg ein?

Kommt auf die Sichtweise an. Wer das Ganze völkerrechtlich betrachtet, wird sich vermutlich gegen den Begriff wehren. Aber wer als Soldat im Einsatz ist, wird keinen Unterschied erkennen. Nun hat also unser Parlament beschlossen, die raren Söhne dieser Gesellschaft in den unter Umständen tödlichen Kampf gegen eine Organisation zu schicken, die sich „Islamischer Staat“ nennt. Inmitten einer reichlich verworrenen Ausgangslage: Russen bekämpfen die Opposition gegen Assad, Türken bekämpfen die Kurden, Assad und der IS bekämpfen alle anderen. Mit dem Ziel „nur IS“ stehen die Staaten wie Frankreich und Deutschland ziemlich isoliert da. Aber natürlich – nach den Anschlägen von Paris muss man etwas tun. Besser Nonsens als nichts. Und so geschah es. 

Bevor man in einen Krieg zieht, auch wenn man ihn nicht so nennt, sollte man sich über ein paar Dinge klar sein. Was ist das Ziel? Wie lange versuchen wir, das Ziel zu erreichen? Was passiert, wenn wir das Ziel nicht wie gewünscht erreichen? Was sind die Folgen?

Mit letzterem ist nicht die Angst gemeint, Deutschland könne wegen seiner Militärhilfe zu einem neuen Anschlagziel werden. Die ist nämlich absurd, weil Deutschland längst ein solches Ziel darstellt. Die islamistischen Terroristen schlagen nicht nach nämlich nicht nach einer kruden „Ranking-Skala“ zu, sondern dort, wo sie es als besonders geeignet erachten. Maßnahmen gegen den Terrror wirken da weit mehr als außenpolitisches Appeasement.

Sicher: Allein mit Stuhlkreisen ist der IS nicht zu besiegen. Aber wie konkret sieht denn die Strategie aus, zu deren Gunsten die Deutschen ihre Söhne und ihr kostbares, weil selten einsatzbares Einsatzmaterial, opfern sollen? Was davon kennen wir? Und sollten wir es nicht kennen, bevor ein Bundestag darüber entscheidet?

„Wir müssen etwas tun“ ist nie gleichbedeutend mit „Wie müssen das tun“. Kennt noch einer den Unterschied?