Archiv der Kategorie: Meinungsmache

Was zum ÖRR-Überangebot

Der in Sachsen-Anhalt für Medien zuständige Minister tat etwas Ungeheuerliches. Er stellte die Struktur des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in Frage. Und prompt bekam er Feuer  – vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen. 

Schauen wir uns zunächst mal die Idee des Ministers an. Der stellte locker fest, dass im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zwei überregionale Sender existieren und zugleich und zu Recht die Frage, warum einer nicht reicht. Warum sich die ARD mit ihren vielen regionalen Rundfunkanstalten nicht auf regionale Berichterstattung konzentriere.

Da könnte sich der Werwohlf drehen und wenden, selbst wenn er es wollte: Es fällt ihm auf die Schnelle kein überzeugendes Gegenargument ein. 

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Was zu Heimat

Vielleicht geschah es in Vorbereitung auf Jamaika, vielleicht um der AfD die Besetzung dieses Begriffs zu verwehren, aber Grüne führen in der letzten Zeit ab und zu das Wort „Heimat“ im Mund. Für einige Linke scheint das ein Sakrileg zu sein, zumindest, wenn er in der Politik verwendet wird. Man lese sich dazu mal die Stellungnahmen der „Grünen Jugend“ oder eines Herrn Stefanowitsch auf der „taz“ durch. 

Der Werwohlf erkennt nur, dass in solchen Texten ein Popanz aufgebaut wird. Man versucht, notfalls unter Umgehung von Logik und Empirie, den ungeliebten Begriff mit Gewalt in eine Ecke zu drängen, aus der er nie wieder heraus soll. Er ist wohl hinderlich auf dem Weg zum Multi-Kulti-Friede-Freude-Eierkuchen-Gemeinwesen, das dem gemeinen Linken heutzutage so vorschwebt. Und es passt auch ins Bild, dass es dem Linken von heute nicht mehr darauf ankommt, Menschen zu ermächtigen und aus Unmündigkeit zu befreien, sondern vor allem, den Menschen erst einmal ideologisch passend „einzunorden“. Heimatgefühle sollte der zum Beispiel nicht haben und nicht entwickeln, und wenn, dann eben nur „vorsichtig, offen und skeptisch“, „auf der persönlichen Ebene“ abklopfbar, aber er sollte auf keinen Fall Eingang in die Politik finden.

Diese Lust, Herrschaft auszuüben, also Vormundschaft darüber, was politisch eingebracht werden darf und was nicht. kann je nach Gusto als gefährlich oder arrogant bezeichnet werden, aber zur Kenntnis genommen werden sollte sie auf jeden Fall.  Schon allein, dass sich hinterher niemand beschwert, wenn solche Leute mal ungehindert Macht ausüben können. 

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Wunschbild Arbeitnehmer?

Es gibt übrigens noch einen Grund , warum der Werwohlf nicht auf irgendwelche Denkzettel setzt, sondern für die von ihm gewählten Partei auf Regierungsbeteiligung hofft. Hier

„Es wird höchste Zeit, Betriebs- und Arbeitnehmerbegriff neu zu definieren – und hier sind sowohl Politik als auch die Sozialpartner in der Pflicht“, sagt Kerstin Jürgens. Die Kasseler Soziologin hat zwei Jahre lang eine Kommission zur Zukunft der Arbeit geleitet. Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung hatte sie berufen, um sich mit rund 30 anderen Wissenschaftlern, Ministerialen, Gewerkschaftlern und Arbeitgebervertretern einen Reim auf die Veränderungen zu machen.

Das Fazit der Wissenschaftler fasst Jürgens so zusammen: „In Zukunft darf es keine Arbeit mehr ohne soziale Absicherung geben. Das werden wir uns nicht mehr leisten können.“ Man könne zum Beispiel jeden als Arbeitnehmer begreifen und behandeln, der an der Wertschöpfung beteiligt ist – das wäre aus Sicht der Wissenschaftlerin eine Möglichkeit, etwas in der digitalen Arbeitswelt zu verbinden, das bislang voneinander gelöst ist: Verantwortung und Freiheit.

Hier wird es mit großen Worten verkleidet, was ganz einfach ist: Jeder, der für ein Unternehmen eine Leistung erbringt, soll zum Arbeitnehmer werden. 

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Was Werwohlf wählen wird

Ja sischer dat, da gehört noch ein „der“ in die Überschrift, aber warum eine schöne Alliteration kaputt machen?

Wenn es nach dem Wahl-O-Mat geht, sollte der Werwohlf AfD wählen. Das kommt davon, wenn man beim Frage-Antwort-Spiel den Konservativen in der Startaufstellung bringt und den Liberalen weitestgehend auf der Tribüne versauern lässt. Aber ob es bei den Punkten für die AfD mit rechten Dingen zugeht, darf man schon ein wenig bezweifeln, wenn man z.B. liest, dass die Erinnerung an den Holocaust auch nach dem Willen dieser Partei im deutschen kollektiven Gedächtnis weiterhin eine wichtige Rolle spielen soll. These: Auf einem x-beliebigen Parteitag würde ein derart lautender Antrag unter lautem Getöse durchfallen…

Aber wer dieses Blog kennt, weiß, dass der Verfasser nie und nimmer diese Partei wählen wird, weil er sich sonst schon beim Wahlakt unmittelbar übergeben müsste. 

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Alternativen gegen den Terror

Man kann sie ja nicht mehr hören, die Phrasen, die von der Politik nach jedem Terroranschlag neu abgesondert werden. „Unsere Gedanken sind bei…“, „feiger Anschlag…“, „ihnen wird es nicht gelingen…“ usw. Dabei ist es ihnen längst gelungen. Die Unbeschwertheit an so vielen Orten unserer Welt ist weg. Wegen ihnen. Wir brauchen heute Polizei, wo wir sie früher nicht brauchten. Und trotzdem können wir nicht sicher sein.

Aber was kann die Politik tun?

Nach Meinung des Werwohlfs gibt es nur drei Alternativen. Keine davon gefällt.

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Vom Nutzen der Fake News

„Fake News“ sind seit ein paar Tagen eins der Themen, die das Netz bewegen. Da vermischen sich Spionagethemen mit simplen Erfindungen Einzelner, und irgendwie sind sich alle einig, dass man das alles nicht will. Einer Politikerin, der man eh jeden Unsinn zutraut, wird ein aus Sicht ihrer Kritiker allzu passendes Zitat untergeschoben, das sie dann endgültig diskreditieren könnte – nur: Es stimmt nicht. Frei erfunden.

Verständlich, dass die erwähnte Dame sowas nicht will. Weiterlesen

Kleiner Ausflug in die Pathologie

Also der Mensch, der sich hier an der Tastatur in einen Werwohlf verwandelt, ist ja auch bei Xing. Es gibt nun mal einige Kontakte, die leider nicht bei LinkedIn aktiv sind, dem Netzwerk, das von ihm bevorzugt wird, schon allein wegen der internationaleren Klientel. Der Nutzen der Xing-Mitgliedschaft ist überschaubar. Man wird an Geburtstage einiger Kontakte erinnert, und manch einer, den man bislang aus den Augen verlor, findet einen dort wieder – erst recht, wenn man auf Facebook nicht anzutreffen ist.

Mit Erstaunen hat er bislang zur Kenntnis genommen, wie aktiv einige Leute in diesen Netzwerken sind. Weiterlesen

Unsinnige Phrasen (Teil I)

„Wenn Sie sowas abpfeifen, haben wir in einem Spiel 30 Elfmeter!“

Die jeweils genannte Zahl variiert natürlich, aber man kann die Uhr danach stellen, dass irgendein Fußballexperte, ziemlich sicher ehemalige Spieler („Ja gut, äh…“), diese Phrase anbringt, wenn jemand darauf besteht, dass Fouls im Strafraum nicht anders geahndet werden als außerhalb. Unsinn ist sie natürlich deshalb, weil sie nicht berücksichtigt, dass Spieler sich an die Regelauslegung des Schiedsrichters anpassen. Höhere Weihen bekommt dieser Unsinn regelmäßig in der Politik, wo bei diversen Forderungen, besonders im Bereich der Besteuerung, auch immer vorausgesetzt wird, die betroffenen Bürger oder Unternehmen seien nicht in der Lage, ihr Verhalten auf die neue Regelung abzustimmen.

Fast genau so beliebt und in der Zielrichtung ähnlich ist der Spruch „Das war kein elfmeterwürdiges Foul!“. Weiterlesen

Klein-Fritzchen und der CSU-Generalsekretär

Es geht die Mär von einem Klassenbucheintrag, der da lautete: „Klein-Fritzchen pfeift schmutzige Lieder!“

Ein Witz ist es deswegen, weil offenbar wird, dass die eintragende Lehrerin anscheinend sehr genau den Text des Liedes kennt, das von dem Schüler nur gepfiffen wurde. Somit ahndet sie eigentlich in erster Linie ihre eigene Assoziation, da von Klein-Fritzchen gar nicht bekannt ist, ob er zu der von ihm dargebotenen Melodie überhaupt den passenden Text anführen könnte.

Der Generalsekretär der CSU, Andreas Scheuer, sagte gegenüber dem Bayerischen Rundfunk u.a. folgendes: „Entschuldigen Sie die Sprache, aber das Schlimmste ist ein fußballspielender, ministrierender Senegalese, der über drei Jahre da ist. Weil den wirst du nie wieder abschieben.“

Und die Rassismus-Vorwürfe ließen nicht auf sich warten, selbstverständlich auch nicht in den sogenannten Qualitätsmedien. Weiterlesen

Bosse, Bonzen und Büros

Das Problem bei vielen Journalisten und Publizisten, die sich mit Wirtschaftsthemen beschäftigen, ist: Da reden Blinde von der Farbe. Nicht nur, dass ihnen die Erfahrung fehlt, länger in Schlüsselpositionen von Unternehmen gearbeitet zu haben, sie unterliegen auch einer Blickverzerrung, weil sie ihre eigene Arbeitswelt auf die gesamte Volkswirtschaft projizieren. Dieser bias hat uns z.B. schon die angebliche „Generation Praktikum“ beschert, die den meisten Akademiker außerhalb der „Irgendwas mit Medien“-Welt als Erzählung von einem anderen Stern vorkam. Und auch der Furor, mit dem in dieser Branche die Frauenquote gefordert wird, hat ein gutes Stück damit zu tun, dass in der Medienwelt nicht ein derartiger Frauenmangel herrscht wie z.B. in sehr technikgetriebenen Unternehmen – im Gegenteil.

Über Twitter wurde der Werwohlf aufmerksam auf diesen Artikel: „Ich bin im Büro – holt mich hier raus!“ Der Autor Patrick Spät beschäftigt sich auf „Zeit Online“ mit der Frage, warum Großraumbüros bei Unternehmen weiter so populär seien, obwohl sie auch erhebliche Nachteile besitzen. Die Gründe, die er aufführt, stammen dabei aus der Mottenkiste linker Kapitalismuskritik, die ihren Mangel an Erfahrung wettmacht durch das Zitieren ideologisch in den Kram passender Autoritäten (denen die Erfahrung selbstverständlich ebenfalls fehlt, aber „Ich habe doch Foucault zitiert!!Einself!!“):

„BWLer“ hätten „penibel genau errechnet, dass der erhöhte Verschleiß der Mitarbeiter durch andere Faktoren wieder wettgemacht wird“. Unternehmen sparten durch Großraumbüros Miet- und Energiekosten. Außerdem könnten die „Bosse und Bonzen“ in ihnen ihre Lohnsklaven (der Begriff kommt im Artikel nicht vor, würde aber zu dessen Ton passen) besser kontrollieren, und auch die gegenseitige Kontrolle der Mitarbeiter würde so gefördert. Im Grunde seien die Großraumbüros Gefängnisse, „mit deren Insassen ein perfides Spiel getrieben wird“.

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