Was zum ÖRR-Überangebot

Der in Sachsen-Anhalt für Medien zuständige Minister tat etwas Ungeheuerliches. Er stellte die Struktur des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in Frage. Und prompt bekam er Feuer  – vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen. 

Schauen wir uns zunächst mal die Idee des Ministers an. Der stellte locker fest, dass im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zwei überregionale Sender existieren und zugleich und zu Recht die Frage, warum einer nicht reicht. Warum sich die ARD mit ihren vielen regionalen Rundfunkanstalten nicht auf regionale Berichterstattung konzentriere.

Da könnte sich der Werwohlf drehen und wenden, selbst wenn er es wollte: Es fällt ihm auf die Schnelle kein überzeugendes Gegenargument ein. 

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Was zum ESC 2016

Ja, die Sau ist längst durch, aber Werwöhlfe blog-heulen erst, wenn sie etwas länger durchdacht haben 😉

Wieder einmal ist ein letzter Platz Deutschlands beim ESC zu beklagen. Die Auswirkungen auf den Alltag der Deutschen sind allerdings überschaubar. Das ziemlich langweilige Liedchen der deutschen Teilnehmerin hat man vorher nicht gehört und wird es auch nachher nicht. Und den Siegertitel hat man vorher nicht zur Kenntnis genommen und wird es auch nachher nicht. Es gab halt ein paar Schlagzeilen. 

Wollen wir den wahnsinnig politischen Siegerbeitrag der Ukraine und die erhofften Reaktionen darauf mal ignorieren und uns auf das deutsche Abschneiden konzentrieren. Wie schrieb ein heller Kopf doch vor einem Jahr?

Wenn es nächstes Jahr wieder mehr Punkte werden sollen, schickt was Originelles hin. Das wird nicht unbedingt gewinnen, aber es wird, wenn es wirklich gut gemacht ist, dann doch den einen oder anderen Punkt einfahren.

Und der Werwohlf steht weiter dazu. Ja, Jamie-Lee war in gewisser Hinsicht originell, aber der Song war eben vor allem eins – öde. Damit geht man im Rauschen unter, und das kann dann auch den letzten Platz bedeuten, wenn die anderen Gründe, für einen Beitrag zu stimmen, wie im Fall Deutschlands eher dünn gesät sind (siehe den Werwohlf-Beitrag von damals). Hinzu kam noch, dass das Ereignis nach dem deutschen Vorentscheid erst wieder in das öffentliche Bewusstsein rückte, als die Show los ging. Erinnern wir uns aber mal an die gewaltige Promotion-Maschine, die ein Profi wie Stefan Raab damals anstieß: Lena hier, Lena da, Lena flirtet mit dem und mit dem, Lena singt hier und da was, Lena mach Spässken, usw. Natürlich kam Lena extrovertierter und dynamischer rüber als Jamie-Lee, aber ein Stefan Raab hätte auch das entsprechend berücksichtigt und verwertet. 

Bleiben also weiter die Alternativen: Betreut einen Profi mit der Aufgabe. Oder bringt ein Lied, mit dem der gemeine deutsche Zuschauer sich identifizieren kann. Auch, wenn es nicht als Siegertitel geschrieben ist. Am besten beides. Alles andere wäre Zufall, aber die drei Tage nationale Tragödie entfielen…


Merkel, die sozialen Netzwerke und ein alter Fehler

Kleine Vorwarnung: Das wird jetzt wieder mal ein bisschen lang, und der Werwohlf kommt vom Hölzchen aufs Stöckchen…

Hurra! Merkel locuta! Nachdem auch noch der Obertupfinger Bürgerbote gefordert hatte, Merkel müsse jetzt endlich zur Flüchtlingsproblematik öffentlich Stellung beziehen, hat sie es nun auch getan. Oder besser: Zunächst erst mal tun lassen, durch ihren Sprecher. Der hatte damit allerdings auch nicht viel Arbeit, denn der für solche Fälle zur Verfügung stehende Wortschatz ist arg begrenzt, wenn es nicht wieder einen (sozial-)medialen Aufschrei geben soll: Mit den Worten „abstoßend“, „Hass“, „beschämend“ und „dumpf“ wurde die Pflicht souverän absolviert. Der Vizekanzler übernahm dann am Ort des Geschehens selbst die Kür, indem er die Begriffe „Mob“, „Pack“ und „einsperren“ hinzufügte – hätte er vor den „Mob“ nicht noch das Adjektiv „braun“ gesetzt, man könnte sich an Aussagen von CSU-Innenpolitikern nach linken Demonstrationen der 70er Jahre erinnert fühlen. Aber es traf ja die Richtigen, oder? Wenn es um den „Kampf gegen Rechts“ geht, dann kennt die Öffentlichkeit keine Parteien mehr, nur noch anständige Deutsche.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Die Worte Gabriels sprechen mehr aus dem werwöhlfischen Herzen als die formelhafte Ansage des Regierungssprechers. 

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Was zur nationalen Tragödie

Eine „für Deutschland“ bei einem ebenso großen wie skurrilen Gesangswettbewerb angetretene Sängerin bekommt in der kultigen Abstimmung keinen einzigen Punkt. Die deutschen (der Begriff muss jetzt hierhin) Gazetten sind entsetzt. Da tröstet es nur wenig, dass sich die Abstimmenden offenbar entgegen der Geschichte für eine großdeutsche Lösung entschieden haben, denn die Sangesbrüder aus Österreich teilten dasselbe Schicksal. 

Was lief falsch? Was muss anders werden? Muss Deutschland mehr Flüchtlinge aufnehmen? Den Griechen mehr Geld geben? Putin, dessen Schergin immerhin Zweite wurde, ewige Gefolgschaft versprechen? Oder sich nur in der Bühnenshow am siegreichen, nicht wirklich alten Schweden orientieren?

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