Was zu Handschuhen

Der Werwohlf, der olle Zapper, blieb kürzlich bei der Sendung „Die Höhle der Löwen“ hängen und sah dort dann auch die Vorstellung der Gründer von „Pinky Gloves“. Die hatten sich eine Art Handschuh ausgedacht, mit Hilfe dessen eine Frau während ihrer „Tage“ den Tampon aus ihrem Körper entnehmen, hygienisch verpacken und entsorgen können sollte.

Die Runde der Investoren war sich einig, dass dies eine tolle Idee sei (auch die beiden anwesenden „Löwinnen“), und man wunderte sich unisono, warum bisher noch niemand auf diese Idee gekommen sei. Schließlich stieg ein Investor mit ein, und alle waren glücklich.

Aber sie hatten wohl nicht mit dem feministischen Mob gerechnet:

„Auf offener Straße attackiert“ – Gründer kündigen Aus für „Pinky Gloves“ an

Die Gründer schreiben in ihrem Statement auch über das Ausmaß der Kritik: „Was uns nachhaltig sehr trifft, ist die Tatsache, dass wir einer heftigen Welle an Hass, Mobbing und Gewaltandrohungen bis hin zu Morddrohungen ausgesetzt sind. Wir werden auf offener Straße attackiert und beschimpft.“

Derart mit „Argumenten“ versorgt, erkannten Gründer und Investor, was die Stunde geschlagen hat, und übten sich derart in Selbstbezichtigung, dass die Älteren unter uns sich an Methoden kommunistischer Regime erinnert fühlen konnten.

Nun ist der Werwohlf sicher kein Experte in Damenhygiene, aber das muss er auch nicht sein, denn in solchen Fällen gibt es gewöhnlicherweise einen unabhängigen Schiedsrichter. „Put your money where your mouth is“ ist eine Devise, die politisch höchst unbeliebt, im Alltag aber sehr wirkungsvoll ist, denn sie ist der Grund, warum Märkte so effizient Güter und Dienstleistungen bereitstellen. Nicht dass eine Mehrheit eine Minderheit dominiert (oder gar, wie hier, eine sich mit höheren Weihen ausgestattet fühlende, keifende und zumindest verbal gewaltbereite Minderheit auf Mehrheiten überhaupt nichts gibt), sondern dass Menschen bereit sind, auf Dinge zu verzichten, um etwas aus ihrer Sicht Wertvolleres zu bekommen, machen Märkte zu wirkungsvollen Steuerungsinstrumenten.

Wäre es also aus Frauensicht kompletter und verwerflicher Unsinn, was die beiden Herren da an die Kundschaft bringen wollten, hätte das Produkt wohl zu einem veritablen Flop werden müssen, und Gründer und Investor hätten (mit unterschiedlichem Schwerpunkt) viel Geld und Freizeit umsonst dafür eingesetzt. Was man, wenn man – so wie viele ihrer Kritiker – entsprechend ideologisch und emotional aufgeheizt reagiert hat, als gerechte Strafe für diese schwere Sünde empfinden könnte.

Aber so tickt das fortschrittliche Deutschland nicht mehr. Menschen selbst entscheiden zu lassen, was sie gut finden und was nicht, ist inzwischen überwunden. Wir haben schließlich schon 2021!

Und immer dann, wenn eine genügend gut organisierte Gruppe ordentlich Krawall macht und dabei auch nicht vor existenziellen Drohungen zurückschreckt, wird eilfertig nachgegeben, wenn diese Gruppe den richtigen intersektionalen Stallgeruch hat. Gerne auch, um archaische Wertvorstellungen hoch zu halten – progressiv ist im progressiven Sinn eben nicht nur progressiv.

Seine Zeit als vorübergehender Teilzeit-Ökonom hat ausgereicht, um den Werwohlf bei fast jeder politischen Gelegenheit auch in Anreizen denken zu lassen. Wer sich die moderne Welt so anschaut, die uns von den Grünen erklärt wird und in die Merkel die CDU vorsichtig geführt hat, muss zu dem Schluss kommen: Gewalt lohnt sich, wenn sie von den Richtigen kommt. Aber waren wir nicht schon einmal so weit?

Platz für Senf.

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