Die EU ist die EU ist die EU

Als rationaler Betrachter kann man angesichts der Impfstoff-Beschaffung durch die EU nur den Kopf schütteln. Es gab tatsächlich eine dominante Strategie, und die sah so aus:

Man kauft bei allen aussichtsreichen Impfstoffanbietern so viel Impfstoffe, dass man mit den Impfstoffmengen bereits jedes einzelnen Anbieters die gesamte Bevölkerung der europäischen Union impfen könnte. Die Kosten einer solchen Impfstrategie wären im niedrigen zweistelligen Milliardenbereich und in Anbetracht der volkswirtschaftlichen Schäden durch eine unnötige Verlängerung der „Corona-Krise“ vernachlässigbar.

Tatsächlich entschied man sich anders, und über die Zurkenntnisnahme und das Wundern hinaus stellt sich die Frage: Warum eigentlich? Weil da in der EU nur Deppen sitzen, die keine Ahnung haben?

Nach Meinung des Werwohlfs gibt es eine logische Erklärung, die zumindest nachvollziehbar erscheinen lässt, warum die EU so relativ wenig in die Beschaffung von Impfstoff investiert, aber ungleich mehr in die Beihilfen für von Anti-Corona-Maßnahmen betroffene Länder. Sie liegt quasi auf der Hand, wenn man sich die Motivation für eine EU-Mitgliedschaft vor Augen hält – jetzt außer der Motivation von Deutschland, bei sehr viel romantische und moralische Überlegungen eine Rolle spielen und darüber hinaus die Hoffnung auf offene Märkte. Deutschland hat sich aber auch an die Rolle des Zahlers gewöhnt, und daher äußert sich sein finanzieller Eigennutz vor allem in der Reduzierung der Belastungen. Die meisten anderen Staaten hingegen verfolgen hingegen die Strategie, aus der EU (also de facto den Hauptzahlern) so viel wie möglich heraus zu holen.

Damit ist für sie das Impfstoffbeschaffungsprogramm eher uninteressant, denn die Herkunft der Anbieter konzentriert sich da auf wenige Länder, während man bei Hilfsprogrammen immer ein gutes Stück abbekommt. Und es war im finanziellen Eigeninteresse, möglichst billige Impfstoffe zu ordern, damit sich die eigene Nettozahlerposition verbessert. Hinzu kam ein wenig Nationalstolz und wohl auch ein wenig Vetternwirtschaft der Franzosen, die es nicht zulassen konnten, bei einem deutschen Unternehmen mehr Dosen zu bestellen als bei einem französischen, was nicht nur unmittelbare wirtschaftliche Gründe hatte, sondern im anderen Fall einem Eingeständnis gleichgekommen wäre, bei der Entwicklung von Vakzinen hinter dem Rivalen rechts des Rheins zurück geblieben zu sein.

So kam es zu dem Ergebnis: Es wurde zu wenig und der falsche Impfstoff bestellt. Ähnliche Resultate sind künftig weiter zu erwarten, weil die EU eben nicht der Deus Ex Machina ist, als der sie in Deutschland immer gerne betrachtet wird, sondern für die meisten Beteiligten einfach nur ein großer Geldtopf.

Platz für Senf.

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