Was zur FDP

Der Werwohlf gehörte zu jenen, die mit der Abservierung[1] der FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg nicht so recht einverstanden waren. Zum einen, weil er es gut gefunden hätte, wenn auch ganz ohne Quote eine Frau aus dem Osten in der Partei mit dem größten liberalen Flügel eine wichtige Position einnimmt. Zum anderen, weil er nicht hat erkennen können, welche Verbesserung sich der Parteivorsitzende Christian Lindner mit der Neubesetzung erhofft.

Ein Interview mit Linda Teuteberg auf dem öffentlich-rechtlichen Sender Phoenix[2] könnte Anhaltspunkte dafür liefern.

Da wäre zunächst die Körpersprache. Schauen Sie sich die Sitzposition des Interviewers an. Er sitzt sehr weit vorne in seinem Sessel und hat die Beine gespreizt. Damit begibt er sich automatisch in die Position des Angreifers. Demgegenüber nimmt Frau Teuteberg eine eher defensive Position ein, die man nur wohlwollend als „entspannt“ charakterisieren“ kann. Den Oberkörper zurück gelehnt, die Beine übereinander, die rechte Hand immer abgelegt auf dem Sessel, beim Sprechen oft die Augen geschlossen.

Kein Zweifel: Für einen Volkstribun taugt Frau Teuteberg nicht. Und das wäre der nächste Punkt, der in der üblichen Parteienwelt ein negativer ist.  Aber um das ins Positive zu wenden: Dazu hat sie auch viel zu viel zu sagen. Wer die Qualitäten von Frau Teuteberg kennen lernen möchte, muss etwas tun, was heutzutage eher als Zumutung empfunden wird: Man muss ihr zuhören.

Sie kann aus eigener Erfahrung die Befreiung beschreiben, die einem „DDR-Bürger“ widerfahren musste, der in den Genuss der Freiheit des Grundgesetzes kam. Und sie kann umgekehrt in einer Welt, in der alle demokratiegefährdenden Bestrebungen nur noch „rechts“ wahrgenommen werden, den wohlstandsverwöhnten Westdeutschen ihre Ignoranz der verheerenden Wirkungen des Linksextremismus entgegen halten.

Ihre Freude daran, in einem freiheitlichen Rechtsstaat zu leben, wirkt auf den Werwohlf ansteckend. Und sie vermag zu argumentieren, also richtig zu argumentieren, was heißt, nicht nur die eigene Position herunterzubeten, sondern auch Gegenargumente aufzugreifen und zu behandeln. Ganz abgesehen davon, dass sie es offenbar mühelos schafft, populär-populistischen Positionen mit schierer Vernunft zu begegnen, z.B. in der von die öffentliche Diskussion beherrschenden Kreisen bewusst emotional aufgeladenen Debatte um die Aufnahme von Migranten.

Linda Teuteberg ist eine Politikerin nach dem Geschmack des Werwohlfs. Dass sie in der FDP-Führung keine Zukunft zu haben scheint, bestätigt ihn allerdings darin, die nächste Wahlentscheidung offen zu halten.

[1] Kann man es anders nennen?
[2] Dieses Angebot des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist nur zu preisen und zu loben. Im Gegensatz zu vielen der anderen.

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