Was zu Westfernsehen

Über einen Tweet des für alle Aufrechten tief zu verachtenden, ehemaligen Verfassungsschutz-Präsidenten Hans-Georg Maaßen lässt Deutschlands Mainstream-Blatt Nr. 1 empören.

Maaßen verwies in dem Tweet auf einen Beitrag der NZZ, der berichtete, in vielen deutschen Städten stellten Deutsche ohne Migrationshintergrund schon keine absolute Mehrheit mehr da, sondern seien nur noch die größte Gruppe. Die Bemerkung dazu, die „Westfernsehen“ offensichtlich in Anführungszeichen brachte, kann nach Meinung des Werwohlfs nur so gelesen werden, dass Maaßen solche und ähnliche Beiträge in deutschen Qualitätsmedien vermisste und zu seinem Leidwesen nur noch in der NZZ finden könnte. Der Werwohlf kann ihm da nur zustimmen. Er ist froh und dankbar, über das Deutschland-Abo der NZZ auch Stimmen zu hören bekommen, die nicht der mehrheitlich „linksliberalen“ Meinung deutscher Medien entsprechen. Denn auch FAZ und „Welt“, früher verlässliche Stimmen gegen linke Konzepte, bieten diese Kost nur noch häppchenweise. Warum das so ist, darüber könnte man lange spekulieren, aber vermutlich spielt eine wesentliche Rolle, dass der Beruf des Journalisten heutzutage für ähnlich homogene Gruppen von Menschen attraktiv ist wie z.B. der Beruf des Politikers oder Managers auch, um nur ein paar andere ebenfalls prominent in der Öffentlichkeit stehende zu nennen. Hinzu kommt wohl die Neigung ehemals „konservativ“ genannter (oder gescholtenen?) Blätter, sich an der Union auszurichten, so dass deren Linksruck auch von der Blattlinie nachvollzogen wird. Und vielleicht handelt es sich ja um einen allgemeinen Linksruck in der deutschen Gesellschaft, der aus wirtschaftlichen Gründen nicht ignoriert werden kann. Bei Medien weiß man ja nie so recht, was Henne ist und was Ei, und womöglich hat man es hier sogar auch noch mit positiv rückgekoppelten Prozessen zu tun.

Wie dem auch sei: Der Tweet von Herrn Maaßen sollte unschwer einzuordnen sein. Aber wenn man sich richtig Mühe gibt, kann man ihn auch falsch verstehen. Diese Arbeit haben dem oben erwähnten Qualitätsblatt zuliebe drei wackere Streiter für Recht und Demokratie auf sich genommen. Somit konnten sie sich ausgiebig empören, und dass auch noch, obwohl sie als politische Gegner Maaßens angesehen werden müssen, was ihrer Empörung besonderes Gewicht verleiht. Jedenfalls wohl nach Ansicht des oben erwähnten Qualitätsblatts. Also entrüsteten sich diverse Linke, von denen man allerdings in einer geänderten Fassung des Beitrags der oben erwähnten Qualitätszeitung nur noch Herrn Volker Beck zu lesen bekommt. Dafür ist diesem jetzt der ehemalige CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz beigesprungen, der sich seit einiger Zeit u.a. zur Freude der „taz“ damit hervortut, alle als Rechtsradikale zu entlarven, die Meinungen vertreten, wie sie früher von seiner Partei propagiert wurden[1].

Und nicht zuletzt sah sich sogar die NZZ veranlasst, eine Bemerkung zu dementieren, die sie selbst nie machen würde.

Man lernt: Auch ironische Spitzen werden heutzutage auf politische Korrektheit hin abgeklopft. Aber hinterher sind wieder alle so schrecklich politikverdrossen, weil sie von den Protagonisten nur noch austauschbare Sprachschablonen zu hören und zu lesen bekommen, deren uneingeschränkte Öffentlichkeitstauglichkeit durch vielfach unbeanstandete Wiederholung erwiesen wurde.

[1] Für den jüngeren Leser: Die Union gibt es erst seit 1945.

Werbeanzeigen

Platz für Senf.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.