Noch mal was zu Ibizagate

Scheint fast, als habe die Sau das Ende des Dorfes schon erreicht und Platz gemacht für das übliche parteipolitische Geplänkel, aber inzwischen ist ausgerechnet beim „Freitag“ ein Artikel erschienen, dessen Autor Wolfgang Michal eine aus des Werwohlfs Sicht äußerst plausible Spekulation zu den Urhebern des peinlichen Videos bietet. Die Version Michals überzeugt aus zwei Gründen: Sie basiert auf ähnlichen Geschehnissen der Vergangenheit, und sie erklärt, warum diese Bombe erst zwei Jahre nach der Aufzeichnung der Aufnahmen platzt.

Als Nicht-Ösi war dem Werwohlf die Schmutzkampagne nicht so präsent, die damals im Namen der SPÖ inszeniert wurde. Als Kanzler Kurz, gegen den sich ein Teil der Kampagne richtete, jetzt in einem Interview den Namen des damaligen Strippenziehers Tal Silberstein erwähnte, wurde ihm natürlich gleich vorgeworfen, mit antisemitischen Topoi wieder die Nähe zur FPÖ zu suchen, aber besagter Herr war es damals nun mal, die Affäre trägt seinen Namen[1], auch wenn Michal versucht, sich durch Nichtnennung der Antisemitismus-Keule zu entziehen. Es ist wohl auch gar nicht mal wahrscheinlich, dass Silberstein selbst wieder hinter der Sache steckt, aber wenn solche Methoden im alten Wahlkampf angewendet wurden, waren auch mehr Leute beteiligt, vielleicht sogar unabhängig voneinander. Es wird interessant sein zu beobachten, wie sich jetzt die SPÖ verhält, die sicher kein Interesse hat, wieder mit schmutzigen Tricks in Verbindung gebracht zu werden. 

Es könnte also sein, dass das Drehen dieses Videos einer anderen Partei schadet als sein Inhalt.

P.S.: In einem Kommentar zum ersten Ibizagate-Blogeintrag geht der Werwohlf auch auf den Mossad und George Soros als mögliche Quellen des Videos ein. Spoiler: Er hält es für unwahrscheinlich. 

[1] Was nicht ganz fair ist, denn z.B. die Machenschaften des Herrn Pfeiffer gingen als „Barschel-Affäre“ in die deutsche Geschichte ein, wurden also mit dem (ersten?) Auftraggeber verbunden und nicht mit dem in dessen Auftrag Handelnden. Aber so war eben die SPÖ  (mit ihrer ganz eigenen antisemitischen Vergangenheit…) raus aus der Nummer.

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