Wut, Nüchternheit und ein Wunsch

Das nächste islamistische Attentat war nur eine Frage der Zeit. Es ist Zeit für Wut, Nüchternheit und einen Wunsch.

Fangen wir mit der Wut an. Von der Tat selbst abgesehen, angesichts derer die Wut auch noch durch ein Gefühl der Ohnmacht gesteigert wird, ergreift dieses Gefühl den Werwohlf wegen der Reaktionen. Es fängt mit den Floskeln der Politiker an („verurteilen“, „feige Tat“, „in Gedanken bei“, „stehen zusammen“, „darf niemals“, „nicht instrumentalisieren“), deren Herkunft als Textbausteine bei der leider hohen Frequenz ihrer Verwendung sich kaum noch verbergen lässt, geht über die politische Linke, die sofort mit Relativierungen einsetzt („Verkehrstote“, „Krankenhauskeime“) und noch mehr als die Tat die Reaktion der rechten Parteien darauf kritisiert, bis zu eben dieser politischen Rechten, die ebenso prompt „Alle abschieben!“ kräht, obwohl der Täter nach allem, was man weiß, in Frankreich geboren wurde und Franzose ist. 

Etwas nüchterner muss man feststellen, dass es aber in Europa auch Gegenden gibt, wo solche Taten extrem unwahrscheinlich sind. Alexander Wendt berichtet auf „Publico“ von einer solchen, aber man könnte auch jedes andere Land dazu zählen, das bei den Hehren und Guten auf der Liste der Bösen steht, weil man dort keine Migranten aus islamischen Ländern aufnehmen möchte (und es auch bisher nicht tat). Aber da, wo „Weltoffenheit“ und „Buntheit“ an oberster Stelle steht, scheinen so ein paar Tote, die bei x-beliebigen Veranstaltungen einer irrwitzigen Ideologie zu opfern sind, der Preis zu sein. Wenn man das nicht will, muss man über die angeblich nur segensreichen Idealbilder einer anderen ideologischen Fixiertheit diskutieren können, statt jeden Versuch dazu mit billigsten rhetorischen Tricks zu einem „Ausländer raus!“ zu verzerren. 

Der Wunsch wiederum ist ganz einfach. Der Werwohlf wünscht sich, dass bei der Wiedereröffnung des Straßburger Weihnachtsmarkts die respektiertesten islamischen Würdenträger Frankreichs (oder wenigstens Straßburgs) anwesend sind, um dann zusammen mit dem Straßburger Bürgermeister an einem Stand einen Kinderpunsch zu sich zu nehmen (oder was man dort sonst so typisch weihnachtlich Alkoholfreies kredenzt bekommt). 

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