Vielleicht doch besser teilbar?

Bösartig könnte man ja sagen: Dass sich Linke, Linksextreme und Islamisten nicht teilen lassen wollen, haben sie in Berlin eindrucksvoll bewiesen. Aber wer weiß, vielleicht empfänden es die Genannten noch nicht mal als so bösartig. Schließlich geht es gegen den gemeinsamen Feind, also gegen „Rechts“, und das ist man heutzutage ja schon, wenn man nicht für bedingungsloses Bleiberecht eines jeden eintritt, der den sozialdarwinistischen Parcours bis nach Deutschland erfolgreich absolviert hat. Und ihm dann nicht auch gleich noch das Wahlrecht anbieten möchte.

Bleiben wir aber erstmal bei der Einstufung als „böse“.

Nach dem Prinzip der wohlwollenden Auslegung könnte man dann die #unteilbar-Demonstration auch als friedlichen Marsch (ohne „Auf“-, das machen nur die Rechten) für Toleranz und Weltoffenheit bezeichnen, dessen Teilnehmer weit überwiegend nichts mit den linksextremen Parolen und dem späterem „Allahu akbar“-Imponiergehabe zu tun hatten, das leider auch zu beobachten war. In der Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Medien umging man das Problem ganz praktisch durch Verschweigen. Und betrieb damit das Geschäft der AfD (heutzutage offensichtlich der einzig zulässige politische Vorwurf), denn wie soll man einem Otto Normalzuschauer erklären, dass grölende Rechtsextreme in einer Demo den Untergang der Demokratie einleiten, linke und islamistische Fanatiker, deren Absichten hinsichtlich unseres Staates sicher nicht freundlicher sind, aber noch nicht mal einer zaghaften Erwähnung wert sind? Wenn nicht mit „zweierlei Maß“?

Es ist wohl diese urdeutsche Lust an der einigen Volksmasse, die sich hier wieder Bahn bricht. Alle Menschen werden Brüder, von dem einen Geist beseelt, schreitend Seit‘ an Seit‘, gegen das Böse, hin zum Licht! Da sollen keine Schmutzflecken die Reinheit gefährden können. Nicht nur das: Wenn das einige Volk marschiert, dann verbittet sich jegliche Nörgelei daran, wie wir auch aus dem Mund kritischer Qualitätsjournalisten erfahren können, denen von unserer Demokratieabgabe die höhere Weihe verliehen wurde, das schlechthin Wahre und Gute zu erkennen.

Frau Diekmann ist „Korrespondentin im ZDF-Hauptstadtstudio“.

Eine in Twitterkreisen einschlägig bekannte Berliner SPD-Staatssekretärin setzte dem noch einen drauf:

Der Werwohlf kann leider nicht anders, als solche Haltungen für bedenklich zu halten. Journalisten, gerade die an exponierter Stelle, und vor allem Politiker sollten als wichtigsten Wert dieser Demokratie die gelebte Meinungsvielfalt nicht nur respektieren, sondern fördern. Zu der gehört, dass man, wie sehr man auch meint, für das einzig Richtige auf dieser Welt einzustehen, erstens damit rechnet, dass es selbstverständlich Menschen gibt, die das kritisch betrachten, und zweitens diesen Menschen nicht von vornherein finsterste Motive unterstellen. Immerhin: Die Staatssekretärin kleidete ihre Abwertung in eine Frage. Die ließe sich auch beantworten, und zwar so: „Fragen Sie doch einfach mal einen davon!“

Aber der Kampf gegen Ausgrenzung verlangt wohl nun mal eben diese.

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Ein Gedanke zu “Vielleicht doch besser teilbar?

  1. Zitat:
    „Aber der Kampf gegen Ausgrenzung verlangt wohl nun mal eben diese.“

    Das ganz sicher nicht.

    Allerdings läßt mich empirische Erfahrung vermuten, dass in der Politik das ostentative Hinweisen auf Werte für die man (angeblich) einsteht, eher die Befürwortung ihrer Schleifung im eigenen Sinne zum Ausdruck bringt.

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