Was zu AfD-Fußball

Haltung zeigen! Das ist anscheinend auch der Fußballmannschaft des Deutschen Bundestags wichtig, die zwar Abgeordnete der SED[1] mitkicken lässt, aber solche der AfD nicht. Warum nicht?

Gegen Rassismus müsse überall Farbe bekannt werden – „im Plenum, in den Ausschüssen und auf’m Platz“. „Ich überlasse denen doch nicht den Fußballplatz“, sagte Wiese der Zeitung.

Jetzt würde der Werwohlf gerne mal wissen, wie man „auf’m Platz“ „gegen Rassismus Farbe bekennen“ will. Vielleicht dadurch, dass man mit Menschen anderer Herkunft und Hautfarbe zusammen kickt? Kann nichtz das Problem sein, denn offensichtlich möchten fußballbegeisterte AfD-Abgeordnete gerne mitspielen, ohne vorher einen Arier-Ausweis ihrer Mitspieler sehen zu wollen. Aber sonst? Der Mann ist immerhin Staatssekretär, also sollte er dazu eine Idee haben, die er uns aber leider nicht zuteil werden lässt. Es ist auch nicht gerade so, dass „Rassismus“ ein Programmpunkt der AfD wäre. Sicher, es gibt Funktionäre und Mitglieder von denen, die dieses Kriterium locker erfüllen würden, aber seit wann sind denn die Abgeordneten des Bundestags Anhänger eines „Generalverdachts“? Sollte es angesichts des bisher parteipolitisch unabhängigen Vergnügens nicht eher um den einzelnen Abgeordneten selbst gehen?

Immerhin:

Wiese zufolge ist die Diskussion darüber innerhalb des Teams noch nicht abgeschlossen. Der FC Bundestag stehe jedoch für Weltoffenheit und klare Werte.

Dann ist die Lösung des Problems doch ganz einfach: Der FC Bundestag formuliert einfach, was er unter „Weltoffenheit“ und „klaren Werten“ versteht, und dann lädt er auch AfD-Parlamentarier zum Mitspielen ein, wenn sie sich diesen Worten anzuschließen vermögen. Wenn AfDler dem zu folgen vermögen, was da an vermutlich hehren Thesen formuliert werden wird, sollte das doch im Sinne aller sein, oder? Vielleicht treibt es sogar einen Keil in die Fraktion, was jeden aufrechten Demokraten doch in Verzückung versetzen sollte. 

Also, lieber Dirk Weise, was außer dem Bedürfnis nach Virtue Signalling ist dann noch Ihr konkretes Problem?

[1] Ja, die Partei wurde mehrfach umbenannt. Aber nie aufgelöst.

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5 Gedanken zu “Was zu AfD-Fußball

  1. In meinen wirklich bösen Stunden – also nicht ernst nehmen was jetzt kommt – habe ich ja immer den Verdacht, dass solches Handeln dem Wunsch entspringt, sein zu können wie die Väter, aber sich endlich gut dabei fühlen.

    🙂

Platz für Senf.

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