Deppen allenthalben

Der heimliche Chef der AfD, Alexander Gauland, sagte folgendes über die für Integration zuständige Staatsministerin Frau Özoguz:

Das sagt eine Deutschtürkin. Ladet sie mal ins Eichsfeld ein, und sagt ihr dann, was spezifisch deutsche Kultur ist. Danach kommt sie hier nie wieder her, und wir werden sie dann auch, Gott sei Dank, in Anatolien entsorgen können.

Die Aussage bezog sich auf eine Bemerkung Özoguz‘, eine spezifisch deutsche Kultur sei jenseits der Sprache schlicht nicht identifizierbar.

Diese Bemerkung enthält viel Kritisierenswertes, und nach Meinung des Werwohlfs sollte jemand, der dieser Ansicht ist, auch nicht dieses Amt ausüben. Aber Herrn Gauland waren die politischen Rahmenbedingungen offensichtlich gleichgültig. Er konzentrierte sich auf die Herkunft der Person, die eine solche Aussage tätigte.

Wobei es wieder mal typisch für die deutsche Öffentlichkeit war, dass man sich in einer ober-hyper-mega-peinlichen Empörung über den Begriff „entsorgen“ erging. 

Hallo? Zig Zeitungsartikel und Politikeräußerungen vorher hatten damit keine Probleme. Die Zielrichtung der Empörung war zwar klar, aber aufgrund ihrer doch recht willkürlichen Aktivierung fehlte es ihr schlicht an Glaubwürdigkeit.

Dabei ist der andere Teil von Gaulands Aussage viel problematischer. Nämlich der, der die „wahre Heimat“ der  „Deutschtürkin“ offensichtlich in Anatolien sieht. Das könnte auch von Herrn Erdogan kommen, und wenn diese Nähe einem AfDler nicht die Augen öffnet, was dann?

Kurzum: Der Werwohlf ist sehr dafür, politischen Bullshit als solchen zu bezeichnen. Frau Özoguz sondert ziemlich viel davon ab. Aber das ist okay. Nichts von ihren aus Sicht des Werwohlfs unhaltbaren Aussagen könnte auch nur annähernd einen Grund dafür liefern, diese Frau in eine andere Region als das Hoheitsgebiet des Grundgesetzes zu „verbringen“. Frau Özoguz nimmt ihre demokratischen Rechte als Bürgerin dieses Landes wahr. Da sie außerdem auch noch Politikerin ist, darf man ihre Thesen gerne scharf kritisieren, aber sie in ihren Grundrechten als Person und deutsche Bürgerin in Frage zu stellen, offenbart einen Geist, dem zumindest der Werwohlf in dieser Republik nicht mehr begegnen will.

P.S.: Dass der angebliche Versuch des Nürnberger Bürgermeisters, Gauland wegen seiner Äußerung am Reden zu hindern, ähnlich bescheuert ist, sollte keine Diskussion wert sein. Aber Deutschland ist eben doch ein Rechtsstaat, und deswegen bleibt es beim „virtue signalling“ des SPD-Politikers. Abgesehen davon, dass er dem AfD-Narrativ als verfolgte wahre Opposition neue Nahrung geliefert hat. Aber wen interessiert schon das große Ganze, wenn es darum geht, die eigene Person ins richtige Licht zu setzen. Wenigstens Weißbier brauen können sie, die Franken…

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