Gerechtigkeit gegen Individualverkehr (ein Rant)

Vorsorglich sorry für den Rant, aber cum grano salis…

Jetzt hat das Stuttgarter Verwaltungsgericht entschieden, und der Kampf um den Diesel geht weiter. Der Kampf um den Diesel? Vielleicht ist er das aus Sicht des Geschäftsführers der DUH, der Dubiosen Umwelthilfe (oder hieß die doch anders?). Der scheint tatsächlich auf so eine Kreuzzug gegen den Dieselmotor unterwegs zu sein. Dieser Kreuzzug hat für den Werwohlf übrigens erste konkrete Folgen: Er erwarb jetzt (Liefertermin viel später) einen veritablen „Klimakiller“ als fahrbaren Untersatz.[1] 

Doch nach Ansicht des Werwohlfs steckt viel mehr hinter der jetzt natürlich auch medial angefeuerten Aufregung. 

Ja, im Moment schreit alles nach Elektroautos, aber wie schon angedeutet, werden auch die bald in den Fokus geraten, wenn sich zeigt, womit der Strom erzeugt wird, mit dem sie angetrieben werden sollen, und was alles erforderlich ist, um die benötigten Batterien herzustellen. 

Nein – der eigentliche Feind ist der Individualverkehr. Er widerspricht der ebenso sozialistischen wie deutschen, weil idealistischen Idee der Gleichheit. Über die Wahl des Pkw lassen sich Klassenunterschiede abbilden und leben. Der eine muss sich in einen engen Kleinwagen zwängen, der bei längeren Strecken auf der Autobahn sein Dasein zwischen den Lkws fristen muss, der andere fährt luxuriös mit Leder, HiFi-Musikanlage, sämtlichen Errungenschaften moderner Assistenzsysteme sowie einer samtweichen Federung durch die Gegend und auf der Autobahn lässig-souverän am Kleinwagenbesitzer vorbei. Das muss zumindest in der Stadt ein Ende haben. Erst wenn auch der gut betuchte Manager im Nadelstreifen in denselben versifften und notorisch verspäteten Viehtransporten zum Arbeitsplatz gelangen muss, die man hierzulande unter dem Begriff ÖPNV kennt, hat die Gerechtigkeits-Seele Ruhe[2].

Das gilt natürlich nicht für die Top-Bosse. Die bekommen entweder ihre Ausnahmegenehmigungen oder haben stets irgendein sauteures Gefährt zu Verfügung, das auch die extremsten Umweltvorschriften einhält (und dann auch freie Fahrt damit…). Aber schon nur die Mittelschicht, in deren Reichweite sich der Streiter für Gerechtigkeit sieht, um ihre Privilegien bringen zu könne, ist ihm Genugtuung genug.

[1]Nein, kein SUV, aber PS brauchen Futter… Wegen des Feinstaubs kommt er deswegen vielleicht nicht mehr nach Stuttgart, aber wer will das schon.
[2] Man könnte ÖPNV natürlich auch attraktiver gestalten, aber das wäre ja das erste Mal, dass staatlicherseits die finanziellen Folgen idealistischer Entscheidungen berücksichtigt würden…

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