Sack und Esel

„Man schlägt den Sack und meint den Esel“ – so lautet ein altes Sprichwort. Und es ist immer noch relevant. Nehmen wir diesen Artikel aus der FAZ, in dem davon berichtet wird, dass die Kampagnen gegen den Diesel die Erreichung der CO2-Ziele zu gefährden droht.

In dem Artikel wird indirekt auch „aus dem Umfeld“ einer EU-Kommissarin zitiert, und zwar wie folgt:

Aus dem Umfeld von EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska hieß es, die Autoindustrie täte auch in ihrem eigenen Interesse gut daran, ihre Produktion so schnell wie möglich auf Autos mit niedrigen oder keinem Verbrauch umzustellen. Ansonsten werde sie über kurz oder lang nicht mehr wettbewerbsfähig sein.

Für diese Aussage müssen wir „dem Umfeld“ dankbar sein. 

Entlarvt sie doch, wie sehr dort ideologische Wunschvorstellungen dominieren. Müssen wir ernsthaft darüber diskutieren, dass „kein Verbrauch“ physikalischer Unsinn ist? Warum lassen sich offensichtlich nahe an den Entscheidern tätige Personen zu solch absurden Formulierungen hinreißen? Glauben sie diesen Mist wirklich?

Aber das ganze Konstrukt ist schon absurd genug. Da meint ein „Umfeld“, Aussagen über künftige Wettbewerbsfähigkeit treffen zu können, und zwar kompetenter, als „die Autoindustrie“ dazu in der Lage ist. Offen bleibt zwar, gegenüber wem die ganze Industrie wettbewerbsfähig sein soll (gegenüber den Herstellern von Kutschen? Von Joggingschuhen?), aber immerhin kennt dieses Umfeld den Fehler der Industrie: Sie baut, was die Kunden wollen. 

Ups, da haben wir ja schon den Esel. Natürlich ist „die Autoindustrie“ nur der Sack. Indem „das Umfeld“ den Herstellern von Autos vorschreiben möchte, welche Modelle sie anzubieten hätten, schränkt es natürlich auch die Wahl der Kunden ein. Oder, um es drastischer auszudrücken: Die Automobilindustrie hat gefälligst durch Nichtanbieten von Alternativen ihre Kunden dazu zu zwingen, Autos mit „niedrigem Verbrauch“ zu kaufen. Was anderes wird eben gar nicht angeboten. „Keine Wurst gibt es da hinten, hier gibt es nur keine großen Autos“. Ex-DDR-Bewohnern wird es vertraut vorkommen. 

Und das sollte man sich immer wieder vor Augen halten, wenn man ähnliche Texte liest: Das Böse an der Autoindustrie ist ihr Eingehen auf Kundenwünsche, sofern nicht gerade gesetzwidrige Manipulationen nachgewiesen werden können. Es gilt unter den Entscheidern (und nicht nur da, wie der Werwohlf aus seinem Umfeld zu berichten weiß) die Mär als gesetzt, die Lust der Kunden an SUVs und anderen starken Verbrauchern sei einer Verschwörung der Automobilindustrie zu verdanken. Die ökonomische Theorie dahinter besagt anscheinend, dass die Kunden nur das kaufen, was ihnen die Hersteller vorsetzen, und wenn die Hersteller ihnen andere Fahrzeuge präsentierten, würden sie eben diese nehmen. Dies mag, wenn man den Wettbewerb wie in den guten alten sozialistischen Tagen ausschaltet, tatsächlich der Fall sein. 

Aber letztlich geht es nur um eins: Man will den Menschen vorschreiben, welche Autos sie zu fahren haben. Und weil man das nicht so offen ausdrücken will, prügelt man stattdessen auf die Hersteller ein, auf das sie als Kartell nur das anbieten, was einer EU-Kommission oder ihrem „Umfeld“ genehm ist.

Was ja, das Wahlverhalten der Deutschen in Betracht ziehend, hierzulande als vollkommen richtig angesehen wird.

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One Comment on “Sack und Esel”

  1. Paul sagt:

    Das Elektroauto soll mit politischer Gewalt durchgesetzt werden. Das ist wohl das Auto mit keinem Verbrauch.

    Die Aussage der Kommissarin verstehe ich so, dass die Politik durch irrsinnige Abgasnormen dafür sorgen wird, dass die Benzin- und Diesel-Autos teurer werden als die Elektroautos. Damit soll die Industrie gezwungen werden auf Elektroautos umzustellen. Das ist dann Diktatur nach dem Muster der DDR. Das Politbüro hat dafür gesorgt, dass es nur Wartburg und Trabant gab. Etwas anderes konnte nicht gekauft werden.

    Die Kommissarin kündigt an, was einmal kommen wird. Niemand hält das derzeit für möglich. Die Kommissarin will den großen Wurf. Die deutschen Politiker wollen wollen Deutschland zu Grunde richten. Gleiches hat sie mit Europa vor.
    Wir gehen doch herrlichen Zeiten entgegen? Wozu die natürliche Erwärmung auf der Erde, fälschlich als Klimawandel bezeichnet, nicht alles gut ist? Wenn es sie nicht gäbe, müsste sie erfunden werden. Oder wurde sie schon erfunden?

    Herzlich, Paul


Platz für Senf.

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