Die Kunst der Vergeudung

Wie schon an anderer Stelle erwähnt, ist der Werwohlf ein Fan des Videobeweises. Aber so, wie ihn die FIFA jetzt einsetzt, hat man unter den denkbaren Einsatzmöglichkeiten eine der schlechtesten gewählt.

Zunächst hieß es, er solle nur bei „eindeutigen Fehlentscheidungen“ eingesetzt werden. Das hätte dem Schiedsrichter die weitgehende Souveränität auf dem Spielfeld überlassen und auch bei engen Entscheidungen nicht dazu geführt, dass der unmittelbare Geschehenszusammenhang auf dem Rasen unterbrochen und mit einer Deus-Ex-Machina-Entscheidung u.U. umgekehrt worden wäre. Jetzt aber soll wohl gelten, dass z.B. falsche Abseitsentscheidungen immer „eindeutige Fehlentscheidungen“ seien, weil es dort nur eine digitale Möglichkeit gibt: Abseits oder eben nicht. Was dazu führt, dass knappe Abseitssituationen vor Torerfolgen immer überprüft werden müssen. FIFA an Spieler: Nach Toren Jubel einstellen und warten.

Sicher hätte es vielleicht den einen oder anderen Kameruner geärgert, wenn sich – wie jetzt – herausstellte, dass das Knie des chilenischen Torschützen einige Zentimeter näher am Tor war als der Fuß des Abwehrspielers, aber hätte man über diese Entscheidung lange diskutiert? Wohl kaum. Es galt ja auch die Regel „Im Zweifel für den Angreifer“, und die hätte in der heutigen Situation den Schiedsrichter vollständig exkulpiert.

Ohnehin ist kaum verständlich, warum die FIFA im Vergleich zu anderen Sportarten, die zu diesem Hilfsmittel greifen, eine Extrawurst braten muss. Woanders gilt, dass jedes Team pro Spiel oder Spielabschnitt eine gewisse Anzahl an Einsprüchen hat, die dann mittels Videobeweis überprüft werden. Dies führt automatisch dazu, dass überhaupt nur die größten Aufreger aufwendig untersucht werden müssen, während alles „mehr oder weniger“ Klare weiterhin der Mann auf dem Rasen unmittelbar entscheidet.

Es kommt schließlich nicht darauf an, einzelne Entscheidungen mit chirurgischer Präzision zu treffen, sondern vor allem eklatante Ausfälle, die eine Mannschaft krass benachteiligen, zu vermeiden.

Aber was wundert einen bei diesem korrupten Haufen überhaupt noch.

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