Was zu Ostern 2017

(Achtung, es folgt christlich motivierter Inhalt. Alle, die sich vom Religiösen an sich oder vom Christentum im besonderen abgestoßen fühlen, werden hiermit eingeladen, woanders weiter zu lesen.)

Es gibt ja religiöse Ansätze, wonach es dem Gläubigen obliege, einen Katalog an Forderungen abzuarbeiten.

Der Mann, dessen Auferstehung Christen heute feiern, hielt das für falsch. Schauen wir uns die berühmte Bergpredigt an. Auch die wird heute von vielen als Katalog von Geboten verstanden, den es Punkt für Punkt zu befolgen gilt. Aber wer genauer hinschaut, erkennt dort einen ganz anderen Ansatz, nämlich den der emotionalen Zuwendung. Jesus sagt dort sinngemäß, dass es verfehlt wäre, nur diesen oder jenen Punkt auf der Liste abzuhaken, wo es doch darauf ankomme, mit vollem und ganzem Herzen zu lieben, konkreter Gott, sich selbst und eben seinen Nächsten, und zwar (ab hier Werwohlf-Interpretation) in dieser Reihenfolge, denn wer Gott liebt in dem Wissen, dass Gott auch ihn liebt, begreift auch sich als Geschöpf dieser Liebe, und darauf folgend dann auch zwingend den Nächsten, der ihm gegenüber tritt. Alles andere, was sonst in Geboten niedergeschrieben steht, ist nur eine Folge dieser Erkenntnis – aber auf eben die kommt es an, nicht auf die einzelnen Konsequenzen daraus. Und weil der Mensch eben nur Mensch ist und nicht Gott, wird er an der Umsetzung immer wieder scheitern. Dann gäbe es für ihn keine Hoffnung mehr, Gottes Liebe gerecht zu werden. Diese doch eigentlich so wunderschöne Idee, sie hätte keine Chance.

Doch, die hat sie. Denn auch das steckt hinter dem Fest, das Christen heute feiern. Jesus lebte vorbildlich Gottes Liebe als Mensch, aber zugleich bot er sich an als den Anker, der dem letztlich fehlbaren Menschen Grund und Sicherheit verschaffte, auch in seinem Scheitern immer wieder eine neue Chance zu bekommen, wenn er nur einen neuen Versuch der Liebe unternehmen würde. Die Auferstehung Jesu ist das für alle Zeiten gültige Versprechen der Erlösung des Menschen durch die Liebe – zu Gott, sich selbst und dem Nächsten.

Nein, es ist nicht immer einfach. Und es ist auch kein Freibrief für unverantwortliche Naivität. Die Suche nach dem richtigen Handeln wird uns immer wieder in Gewissenskonflikte stürzen. Aber in diesen Konflikten werden Christen jemanden an ihrer Seite wissen – Jesus Christus, der stellvertretend für sie litt, starb und – unvergleichlicher Triumph wie finales Versprechen – vom Tod auferstanden ist.

 

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