Neues der Woche (KW 49)

Österreich hat es geschafft, endlich einen neuen Bundespräsidenten zu wählen. Europa fällt ein Stein vom Herzen. Sagt jedenfalls der Siggi, aber der meint damit wohl vor allem, dass der aus seiner Sicht richtige Kandidat gewonnen hat. Nun ist der Siggi wirklich kein schmächtiger Typ, aber dass er sogar ganz Europa in sich vereinigen könnte, hätte sich der Werwohlf auch nicht träumen lassen. Der Ösi-Präsi hat etwas mehr zu sagen als der oberste Redner Groß-Preußens[1], und von daher ist jemand, der sich im Amt eher zurückhalten will, wahrscheinlich tatsächlich die bessere Wahl. Doch dass das alles zum Showdown zwischen dem Hehren, Wahren auf der einen und dem Finsteren, Bösen auf der anderen Seite hochgejazzt wurde, wirkt im Rückblick – den Anlass eingedenk – eher lächerlich.

In Freiburg ist der migrationspolitische Worst Case eingetreten. Nachdem man schon z.B. anlässlich eines Rathausfestes in München lesen konnte, welch entspanntes Verhältnis insbesondere aus Afghanistan stammende junge Männer mitunter zum sexuellen Selbstbestimmungsrecht der Frau pflegen, endete der Clash of Cultures in diesem Fall sogar tödlich. Die Reaktionen waren absehbar und verdienten einander. Man konnte fast den Eindruck gewinnen, jede Seite bemühe sich, dem Strohmann der anderen gerecht zu werden. Dennoch: Es gibt dazu einiges zu bemerken. Zunächst mal geht es, auch wenn die Versuchung groß ist, nie um „den“ Migranten oder „den“ Afghanen (oder Nordafrikaner, whatever…) „an sich“. Wir reden hier immer nur von einer Teilmenge, nämlich denen, die sich zu uns bemüht haben. Dass diese Teilmenge repräsentativ für die Gesamtmenge sei, wäre eine äußerst mutige These. Zum Beispiel sind in der Teilmenge mehr junge Männer vertreten. Was einigen wiederum den Anlass liefert, Delikte zu „bereinigen“, denn junge Männer neigen überall eher zu Straftaten. Diese Bereinigung wäre eine Super-Idee, wenn wir über „den“ Afghanen/Nordafrikaner etc. „an sich“ reden, aber eben darum geht es nicht. Unter denen, die hier sind, sind nun einmal überproportional junge Männer, und damit steigt automatisch das Risiko für Straftaten[2].

Das ist aber noch nicht alles. Denn es entsteht der Eindruck, dass sich bestimmte Taten in ihrer Häufigkeit durch die Zuwanderung verändern. Wenn wir z.B. über Vergewaltigungen reden, so ist diese Straftat unter „denen, die schon länger hier sind“ in der Regel eine, die von Bekannten verübt wird. Dass im öffentlichen Raum einer eine Gelegenheit nutzt, in diesem Sinn zur Tat zu schreiten, ist seltener. Die, „die noch nicht so lange hier sind“, scheinen für ihre Vergewaltigen aber letzteren Weg zu bevorzugen. Was aus mehreren Gründen logisch erscheint: Erstens haben sie im eigenen Umkreis weniger Auswahl, und zweitens lassen sich Übergriffe in den Heimen schlechter verbergen. Dennoch möchte der Werwohlf anmerken: Vergewaltigungen sind nicht nur sexuell motiviert. Sie haben auch immer mit der Ausübung von Macht zu tun. Der Verdacht, dass in den Augen einiger Herrschaften in solchen Fällen Rechtgläubige nur die westlichen Schlampen ihrem verdienten Schicksal zuführen, liegt zumindest nahe… Auf jeden Fall scheint durch die Aufnahme von Flüchtlingen das Risiko von Frauen gestiegen zu sein, im öffentlichen Raum das Opfer einer Vergewaltigung zu werden. Wie sehr, ist die rational nahe liegende Frage, aber in der momentanen Diskussion dürfte der Umstand an sich schon für genügend Diskussionen sorgen. Die „Refugees welcome“-Fraktion scheint noch nicht so weit zu sein, die Nachteile einzuräumen, die entstehen können, wenn man „ein freundliches Gesicht zeigt“. Was wiederum denen Auftrieb gibt, die die Wahrnehmung dieser Nachteile gegenüber ihrem tatsächlichen Vorkommen gerne vervielfachen würden.

Überhaupt: Es sieht ganz so aus, als ob es in der öffentlichen Diskussion verpönt sein soll, all die Erkenntnisse der Verbrechensforschung wirklich konsequent auf die tatsächlich erfolgte Zuwanderung anzuwenden. Aber Gewalterfahrungen, Frauenbild und demografische Struktur spielen dennoch ihre Rollen. Viele Ursachen mögen verständlich seien, aber das hilft den Opfern wenig.

Einige armselige Gestalten scheinen nichts Besseres mit ihrer Zeit anfangen zu können, als das Internet auf Werbung zu durchforsten, die auf aus ihrer Sicht bösen, „rechten“ Seiten geschaltet wird, und daraufhin die Werbenden zu kontaktieren, um mehr oder weniger direkt mit einem Shitstorm zu drohen, sollte dieses verwerfliche Treiben weitergehen. Da einzelne Websites einem großen Unternehmen ziemlich egal sein dürften, führt bei den meisten Angesprochenen die Kosten-Nutzen-Abwägung dazu, den Forderungen dieser Denunzianten stante pede nachzugeben. Damit wird es zum Kennzeichen hehrer Demokraten, jedem Widerspruch die ökonomische Grundlage zu entziehen. Nur, dass wir zukünftig Bescheid wissen, wenn von „Werten“ die Rede ist… Der Werwohlf nimmt die entsprechende Kampagne jedenfalls zum Anlass, die „Achse des Guten“ mit einem kleinen Beitrag zu unterstützen, auch wenn er oft nur weniger als 50% der Inhalte dort zustimmen kann.

Bei der Gelegenheit: Mancher wundert sich über die seltsame Löschpraxis von Facebook, und warum überproportional „rechte“ Nutzer von Sperren betroffen sind (es sei denn, es ginge um Bilder, auf denen Menschen so zu sehen sind, wie Gott sie schuf – die werden vom Algorithmus sanktioniert). Dabei ist die Erklärung einfach: Es gibt bei den Linken und ihren Verbündeten gegen „Rechts“, den Islamisten, einfach mehr Freaks, die es sich zur Aufgabe machen, die andere Seite zu vernichten[3]. Die melden zuhauf alles, was ihnen nicht passt, und Facebook reagiert dann auf die reine Masse.

[1] Der Werwohlf tut sich schwer damit, einen Gegensatz von Österreich und Deutschland zu konstruieren, gehörte doch ersteres über viele Jahrhunderte zu letzterem und wurde erst durch Bismarck endgültig herausgekegelt, was selbst bei Antideutschen nicht gerade für besondere Sympathie sorgen sollte. Das hat dann aber – sorry, wenn hiermit Erwartungen enttäuscht werden – nichts mit „heim ins Reich“ zu tun: Der Werwohlf ist ein Fan von Sezessionen. Super, dass die Ösis über sich selbst bestimmen können! Also jetzt rein theoretisch, denn sie sind ja in der EU…

[2] Das würde u.U. sogar steigen, wenn dem nicht so wäre. Denn wer garantiert, dass Zugewanderte Straftaten nur unter Zugewanderten verüben? Umgekehrt verüben „die, die schon länger hier sind“ natürlich auch Straftaten an Zugewanderten, allerdings scheinen sich diese bisher auf Gewalt gegen andere Männer und Brandstiftungen zu konzentrieren, während Zuwanderer ab und an ein Auge auf die die Weiblichkeit werfen, „die schon länger hier ist“.

[3] Ja, das passt nicht unbedingt zur Bereitschaft, Andere zu beleidigen und zu diffamieren. Aber das ist eben der Unterschied: Rechte beschimpfen und bedrohen ihre Gegner, Linke melden sie.  Wer Böses denkt, könnte daraus auf Machtverhältnisse schließen.

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