Was zu Zwangslieben und Liebeszwang

Schlösser gelten als reichlich unflexibel. Was von ihnen umfasst wird, bleibt, bis jemand erhebliche Gewalt aufwendet, um diesen Zustand zu ändern. Aber es gibt Dinge, die sind viel fester als Schlösser. Ideologische Verbohrtheit beispielsweise.

Eine Künstlergruppe namens „Frankfurter Hauptschule“ hat den „Liebesschlössern“ den Kampf angesagt:

„Diese Schlösser sind moderne Keuschheitsgürtel. Hier geht es nicht um Liebe, sondern um Besitz. Es ist ein massenhafter Ausdruck von Zwangsliebe und Liebeszwang“, begründete eine Sprecherin die Aktion „Stahlbad ist 1 Fun“.

Der Werwohlf weiß nicht, woher die Sprecherin ihre Erkenntnis bezieht. Aber hey – wer muss das schon nachweisen als Künstler. Eine gewisse Realitätsferne ist ihr allerdings nicht abzusprechen. Denn es gehört keine seherische Gabe dazu anzunehmen,  dass von den vielen in „Liebesschlössern“ vermeintlich verewigten Beziehungen, die z.B. ein Treppengeländer nahe des großen Flusses in der Stadt des Werwohlfs „zieren“, nur noch ein nicht allzu hoher Prozentsatz fortbesteht, während der Rest den Weg aller Lebensabschnittsgefährten ging. Vielleicht ist das nur ein weiteres, aber auch eklatantes Beispiel linken Irrglaubens, dass Absicht Realität zu ersetzen vermöge, aber wenn dem so wäre, wäre es ein besonders krasses. Allein das Anbringen eines solchen Schlosses ist nicht in der Lage, im echten Leben Bindung zu erzeugen oder zu erzwingen. Da gibt es ganz andere Institutionen, die man sich genauer anschauen müsste, aber die wären für eine Künstlergruppe die die „Frankfurter Hauptschule“ vermutlich viel zu real und darüber hinaus auch politisch inopportun.

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