Für Meinungsfreiheit – aber wie?

Beiträge auf Facebook werden gesperrt, User aus Twitter ausgesperrt. Zum Teil ganz ohne Begründung, zum Teil mit einer etwas bizarren, und zum Teil, obwohl viel von der Art und Weise her Schlimmeres ungehindert auf denselben Plattformen weiter verbreitet werden darf. Bundesministerien mischen da auf recht undurchschaubare Art und Weise im Zusammenspiel mit von ihnen geförderten regierungsnahen NGOs (nein, das ist leider kein Oxymoron) mit, und die Empörung ist bei Kreisen, die nicht zu den politischen Gegnern der Gesperrten zählen, groß.

Der Werwohlf sieht das alles auch. Aber hey. Facebook und Twitter sind Unternehmen, keine altruistischen Plattformen. Und wenn man in unserem System des Crony Capitalism damit weiter kommt, dass einige User gleicher sind als andere, dann wird man dort kaum mit der Wimper zucken, auch so zu handeln. 

Daher gilt: Wer bei Facebook oder Twitter gesperrt wird, ist selbst schuld. 

Er oder sie gehört ja selbst zu den Leuten, die diese Plattformen groß und wichtig machen. Und er oder sie war so naiv anzunehmen, dass die eigene Entscheidung, sich komplett der Gnade eines einzelnen Unternehmens auszuliefern, von diesem so sehr mit Wohlwollen betrachtet wird, dass diese Entscheidung nie missbraucht werden würde. Da gibt es Menschen, die sorgen sich darüber, dass ihre Daten von diesen Unternehmen misssbräuchlich verwendet werden, aber sie kommen keine Sekunde lang auf die Idee, dass diesen Unternehmen auch ganz andere dem User wichtige Dinge völlig egal sind?

Spätestens nach den ersten Sperrungen und Ausschlüssen sollte doch klar sein, wohin der Hase läuft.

Und Leute, die Lösung ist nicht, sich der nächstbesten Organisation unkritisch an den Hals zu werfen. Wer eine Stimme hat, die in der Öffentlichkeit doch etwas mehr Gehör findet, sollte sich an eine Errungenschaft halten, die schon viel Nützliches bewirkt hat: das Internet. Nein, Facebook ist nicht das Internet. WordPress übrigens auch nicht – wenn der Werwohlf wichtig genug wäre, dass Aktivisten ihn zum Schweigen bringen wollten, würde er auch eine andere Art der Veröffentlichung wählen. Aber eigentlich sollte doch bekannt sein, dass man keine fremde Plattform braucht, um sich im Internet zu Wort zu melden. Man braucht nur einen Rechner, der ans Internet angeschlossen ist. 

Es ist aus Sicht des Werwohlfs verschwendete Energie, sich gegen Lösch- und Sperrpraxis von Facebook oder Twitter zur Wehr zu setzen. Viel wichtiger wäre es, dass „die Netzgemeinde“ weiter wachsam bleibt bei allen Versuchen, den freien Zugang zu im Netz veröffentlichten Informationen einzuschränken. Zensursula hat es schon versucht, und wer annimmt, unser löschfreudiger Justizminister oder die für solchen Unsinn gerne herangezogene EU dächten nicht daran, diesen fürchterlichen „Hatespeech“ durch Sperren auf Providerebene zu bekämpfen, ist mit einer bemerkenswerten Blauäugigkeit gesegnet. Man achte nur weiter auf die Signale, die von den SJW-Hilfstruppen ausgestreut werden.

Setzen wir auf das Netz.

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4 Kommentare on “Für Meinungsfreiheit – aber wie?”

  1. Klaus sagt:

    Aber eigentlich sollte doch bekannt sein, dass man keine fremde Plattform braucht, um sich im Internet zu Wort zu melden. Man braucht nur einen Rechner, der ans Internet angeschlossen ist.

    Was ist damit konkret gemeint?

    Es reicht ja für Maas & Co das Publizieren soweit zu erschweren das Unerwünschtes nur eine geringe Reichweite hat. Inhalte in den dunklen Ecken des Internets (TOR, I2P …) interessiert keine Sau außer ein paar Wirrköpfe.

    • Werwohlf sagt:

      Was ist damit konkret gemeint?

      Sorry: Das, was es sagt. Notfalls stellt man den Server zuhause auf, aber es sollte auch reichen, irgendwo Serverkapazität zu mieten.

      Es geht mir ja nicht um Anonymität, und schon gar um den Schutz vor strafrechtlichen Konsequenzen, sondern um die Vermeidung willkürlicher Löschungen, ohne dass überhaupt ein Strafverfahren eingeleitet wurde.

      • Klaus sagt:

        Ich habe es immer noch nicht begriffen. Wozu soll der Server gut sein? Die sind kein Ersatz für soziale Medien in Bezug auf Einfachheit, Reichweite, Robustheit und Vernetzung von Gleichgesinnten. Publizieren auf dem Heimserver? Ich lach mich schlapp, da kannst Du gleich deine politischen Pamphlete per Flaschenpost verbreiten. Schutz vor strafrechtlichen Konsequenzen mag für Dich irrelevant sein aber eine etwas zu sehr zugespitzte Bemerkung oder eine misslungene Formulierung und die Freunde und Helfer holen Dich frühmorgens aus dem Bett und erzählen was von Beleidigung und Volksverhetzung. Dauert ja nur ein paar Monate ohne Dein Computerequipment bis die Vorwürfe ausgeräumt sind.

        • Werwohlf sagt:

          Die sind kein Ersatz für soziale Medien in Bezug auf Einfachheit, Reichweite, Robustheit und Vernetzung von Gleichgesinnten.

          Nein, das sind sie nicht. Sie sind einer in Bezug auf Verfügung über die eigenen Daten.

          Publizieren auf dem Heimserver? Ich lach mich schlapp, da kannst Du gleich deine politischen Pamphlete per Flaschenpost verbreiten

          Wenn dein Angebot wirklich gefragt ist, wird es sich auch so verbreiten. Aber stellen wir uns doch nur vor, die betroffenen Autoren hätten auf Facebook nur Hinweise auf ihre Beiträge veröffentlicht, die dann aber an anderer Stelle im Netz zu finden gewesen wären. Dann wären die Texte weiter da, und wen sie wirklich interessierten, der würde sie dort dann auch noch finden.
          Strafrechtliche Ermittlungen sind eine ganz andere Geschichte. Mir geht es hier um das willkürliche Löschen, ohne dass ein Rechtsweg beschritten würde.


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