Wenn Narrative zerbröseln…

Jens Berger, “Nachdenkseiten

Nach den bisher an die Öffentlichkeit gelangten Ermittlungsergebnissen war der Täter von Ansbach ein Syrer, der in Deutschland einen Asylantrag gestellt hat, der jedoch aufgrund der Zuständigkeit gemäß des Dublin-Abkommens abgelehnt wurde. Nun drohte dem Täter die Abschiebung nach Bulgarien, wo er einen neuen Asylantrag hätte stellen müssen. Dies ist nebenbei bemerkt übrigens eine Folge der EU-Asylpolitik, die ganz maßgeblich von Angela Merkel bestimmt wurde. Diese Ablehnung hat die Gemütswelt des offenbar zuvor schon traumatisierten Täters vollends aus den Fugen gebracht, er baute sich eine Bombe, die er vor einem Open-Air-Konzert in Ansbach dann in seinem Rucksack zündete. Hätte eine psychologische Betreuung dies verhindern können? Warum fiel der Täter nicht unter Angela Merkels Sondererlass für syrische Flüchtlinge? Hätte die Katastrophe verhindert werden können, wenn der Täter bessere Integrationsmaßnahmen und eine bessere Eingliederung bekommen hätte?

FAZ.net

Nach Ausbruch des Bürgerkriegs 2011 bildete der Mann laut „al-Nabaa“ mit Freunden zusammen eine bewaffnete Gruppe, die Regierungstruppen mit Sprengsätzen angegriffen habe. Schließlich habe der Syrer sich der Al-Nusra-Front angeschlossen. In Aleppo wurde der Syrer dem Bericht zufolge verletzt, weshalb er das Land verließ, um sich in Europa behandeln zu lassen. Aber auch aus dem Ausland habe der Mann die Aktivitäten der späteren IS-Miliz aufmerksam verfolgt. Dem Aufruf von IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi folgend habe er begonnen, akribisch einen großen Anschlag in Deutschland vorzubereiten.

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2 Kommentare on “Wenn Narrative zerbröseln…”

  1. Paul sagt:

    Danke Werwohlf, dass Sie Traum und Wirklichkeit so direkt nebeneinander gestellt haben.

    In dieser Form ist mir das noch nirgends begegnet.
    Es ist überzeugend. Jedenfalls für mich.

    Herzlich, Paul

    • Werwohlf sagt:

      Gern geschehen. Ich glaube übrigens nicht mal, dass Jens Berger voll hinter dem von ihm Geschriebenen steht. Es könnte im Kontext auch sein, dass er anhand einer unzweifelhaft typisch linken Argumentation belegen wollte, dass man Wagenknechts Aussagen auch als Linker zustimmen kann. Nichtsdestotrotz ist diese Argumentation eben doch typisch.


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