Woher der Hass kommt

Alle reden über den Hass, der über „das Netz“ oder „die sozialen Netzwerke“ verbreitet wird. Und manche darunter auch in der Art, dass diese für eine Zunahme dieses „Hasses“ sorgten.

Da wäre zunächst mal über den Begriff „Hass“ zu reden. Für manchen Anständigen reicht schon das Beziehen einer Gegenposition aus, um diesen Vorwurf zu rechtfertigen: „Ich bin der Meinung, kein Mensch ist illegal. Aber da schreibt einer, der Staat solle sich aussuchen, wer in ihn einwandert. Das ist Rassismus! Und Rassismus ist Hass!“ Und schwupp, bist du mit einer Position, die vor fünf Jahren noch fast 90% unterschrieben hätten, unter den Hassenden gelandet. 

Aber selbst davon abgesehen: Natürlich sehen wir jetzt mehr von extremen Meinungen. Und zwar genau, weil es das Internet gibt, weil es die sozialen Netzwerke gibt. Der Grund dafür ist so simpel, dass er in den veröffentlichten Meinungen nie erwähnt wird: Gleichgesinnte haben es einfacher, sich auszutauschen. Das gilt für schützenswerte Minderheiten nunmal ebenso wie für politische Extremisten. Technik ist unmoralisch. 

Früher dachte der Extremist oder Verschwörungstheoretiker, nur er denke so abseitig, und vielleicht noch ein, zwei Kumpels. Aber durch das Netz erfährt er: Nee, da gibt es Hunderte, Tausende gar (erst recht, wenn man international unterwegs ist). So viel Bestätigung wäre früher unmöglich gewesen. Dazu hätte er schon Zugang zu den anerkannten Medien, also den überregionalen Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen erhalten müssen, der aber in der Regel für ihn ausgeschlossen war. 

Vielleicht hat der Extremist oder Verschwörungstheoretiker, von dem wir hier reden, auch früher schon Hassbriefe verschickt. Aber wie mühevoll war das denn. Er musste die üble Botschaft nicht nur tippen, sondern brauchte dazu auch noch Papier, einen Umschlag und eine Briefmarke. Besaß er schon einen PC, brauchte er einen Drucker. Sonst eine Schreibmaschine. Und wenn der Brief dann fertig war, musste er ihn noch zu einem dieser gelben Behälter bringen. Manch Aufregung ging inmitten dieses langen Prozesses bestimmt verloren, und dieselbe Botschaft an alle zu schicken, die es nach Meinung unseres Antihelden verdienten, konnte richtig an den verfügbaren Ressourcen knabbern. 

Wie einfach geht das doch im Netz. Tippen und klicken, egal an wie viele das geht, und zusätzliche Kosten liegen sehr nahe bei Null. Von der Aufregung bis zur Reaktionen vergehen da nur wenige Minuten, manchmal Sekunden. Und schnell ist auch eine Horde organisiert, die sowas konzertiert angeht. 

Also: Die Typen gab es schon immer. Sie profitieren jetzt nur von besserer Technik. Statt darüber zu jammern, wäre es vielleicht sinnvoller, ebendiese Technik auch dazu zu verwenden, solche Botschaften gar nicht erst lesen zu müssen. Denn Folgen haben sie praktisch nie. Vermutlich wäre die Mehrheit der Absender auch sehr überrascht, wenn sie erführen, dass der Adressat ihr Elaborat tatsächlich zu lesen bekommen hat. 

Hört somit bitte auf zu jammern über diese „Hassbotschaften“. Sortiert sie einfach aus. Das reicht zu 99%, Und für den Rest habt ihr Polizei.

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One Comment on “Woher der Hass kommt”

  1. […] der Autor dabei dem Internet zu, und die geschilderten Wirkmechanismen erinnern sehr an einen Beitrag, den der Werwohlf selbst vor über einem Jahr verfasste: „Woher der Hass kommt“. Im […]


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