Initiative für eine genaue Berichterstattung!

Ganz ernsthaft gibt es doch tatsächlich weiter Streit darum, ob in den öffentlich-rechtlichen Medien die AfD stets mit dem Adjektiv „rechtspopulistisch“ versehen werden solle

Mittlerweile findet der Werwohlf, dass man da ruhig konsequent bleiben könnte. Da ja das ZDF sich immer mehr Mühe gibt, ein würdiger Nachfolger des DDR-Fernsehens zu werden, also sowohl von der Art der Politikvermittlung als auch vom Altersschnitt der Zuschauer her, wäre es nur logisch, dass diese Anstalt bewährte Aufklärungsmethoden ihres Vorbilds übernimmt. Beispielsweise war auch in der „aktuellen kamera“ nie nur von „Erich Honecker“ die Rede, sondern man gab sich da schon auskunftsfreudiger für den Fall, dass ein Zuschauer vielleicht nicht wissen könnte, wer dieser komische Typ mit der Nerdbrille und der zittrigen Stimme denn sei. Als lautete die Erwähnung meist irgendwie so: „der Vorsitzende des ZK der SED, Vorsitzende des Politbüros, Vorsitzende des Staatsrats und Träger des Verdienstordens der Straßenbahnschaffner Berlins, Erich Honecker,…“. 

Diesen informativen Anspruch sollte man nicht aufgeben, nur weil es um eine nicht an der Macht befindliche Partei geht. Für die AfD schlägt der Werwohlf daher zukünftig folgende Formulierung vor, die darüber hinaus noch den Vorteil hat, den geschätzten Zuschauer gleich auf den folgenden Bericht einzustimmen: „die neu-rechte, rechtspopulistische bis rechtsextreme, rassistische, gegen Flüchtlinge hetzende und Fremdenfeindlichkeit schürende, ganz bestimmt auch antisemitische, auf keinen Fall zu tolerierende, geschweige denn zu wählende und überhaupt den ehrlichen Abscheu jedes anständigen Bürgers hervorrufen müssende AfD…“ Eine solch umfassende Information wäre auch die beste Widerlegung der widerlichen „Lügenpresse“-Schreierei auf bestimmten DemonstrationenAufmärschen.

Zu bedauern bliebe dann lediglich, dass bei der Erwähnung anderer Parteien noch keine derart zweckdienlichen Hinweise zur Verfügung stehen. Auch bei der Nennung hochstehender Persönlichkeiten ist sicher noch Luft für die Aufzählung der wichtigsten Ämter und Eigenschaften (warum verheimlicht man uns immer die Tränensäcke Merkels oder den Leibesumfang Gabriels?) , denn der Demokratieabgabezahler hat schließlich ein Recht auf genaue Berichterstattung. Der ZDF-Fernsehrat freut sich bestimmt über entsprechende Anregungen.

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3 Kommentare on “Initiative für eine genaue Berichterstattung!”

  1. Paul sagt:

    Lieber Werwohlf,
    im Zusammenhang mit diesem Thema möchte ich einen anderen Aspekt in die Diskussion einbringen.

    Allgemein wird sehr darauf geachtet, die Meinungsfreiheit nicht einzuschränken. Ganz besonders legen Journalisten Wert auf sie. Die Bezeichnung „Lügenpresse“ wird als eine nicht sachgerechte Bezeichnung angesehen und als Diffamierung bewertet.

    Jetzt habe ich zur Kenntnis genommen, dass es im Zusammenhang mit dem Gebrauch des Adjektivs „rechtspopulistisch“ im Zusammenhang mit der AfD doch wohl eine interne redaktionelle Empfehlung bei der ARD geben soll. Wie verträgt sich diese Sprachregelung mit der Meinungsfreiheit? Wie weit entspricht sie einer Empfehlung? Genau erinnere ich mich noch, welche Bedeutung „Empfehlungen“ meines Chefs hatten.

    Wie weit ist diese empfohlene Sprachregelung von einer Zensur entfernt? Das meine ich nicht formal, sondern faktisch.

    Herzlich, Paul

    • Werwohlf sagt:

      Wie verträgt sich diese Sprachregelung mit der Meinungsfreiheit?

      Ich gehöre noch zur Gattung der Dinosaurier, die der Meinung sind, in Nachrichten solle berichtet und nicht gemeint werden. Zugegeben, das wird heutzutage immer weniger beherzigt. aber einen Sieg für die Meinungsfreiheit kann ich in einer Vermischung von Berichterstattung und Kommentar nicht erkennen, demzufolge auch nicht das Gegenteil, wenn einmal verblüffenderweise wieder alte Tugenden beherzigt werden.

      In Kommentaren und Politikmagazinen auch aus dem Hause SWR, dessen kannst du dir ganz sicher sein, wird „rechtspopulistisch“ wohl weiterhin noch eins der harmloseren Adjektive sein, die mit der AfD in Verbindung gebracht werden. Aber da gehören Meinungen (und einen objektiven Maßstab dafür, was „rechtspopulistisch“ ist, kenne ich z.B. nicht) auch hin.

      Hast du dir übrigens schon mal Gedanken gemacht, warum in der Welt immer gerade so viel passiert, dass es in 15 Minuten „tagesschau“ passt? Welche Nachrichten überhaupt gebracht werden und welche nicht, wäre aus „Zensur“-Aspekten viel interessanter als die Nichtverwendung eines Etiketts für eine einzelne Partei.

      Und zum Thema „Lügenpresse“: Der Begriff ist tatsächlich falsch. Die lügen nicht. Die denken wirklich so.

  2. Paul sagt:

    Lieber Werwohlf,
    es ist richtig, dass Du mich auf meine, ich sage es mal vorsichtig, unkorrekte Formulierung aufmerksam gemacht hast. Mit „Meinungsfreiheit“ habe ich ein unzutreffendes Schlagwort benutzt.
    Es ist auch meine Auffassung, dass wertende Adjektive, nicht Bestandteil einer Nachricht sein dürften, weil dann Nachricht und Meinung unzulässig vermischt werden. Aber die Übermittlung reiner Nachrichten ist zu meinem Bedauern schon weitgehend verloren gegangen.

    Natürlich wird auch durch die Auswahl der zu übermittelnden Nachrichten schon Zensur ausgeübt. Letztlich eine Meinung dokumentiert. Die Nichtmeldung ist wohl auch eine Dokumentation.

    Das sie nicht lügen weil sie wirklich so denken ist für mich unfassbar. Aber es wird wohl stimmen. Das erregt in mir dann eine noch größere Besorgnis, als wenn sie lügen würden. Obwohl ich bei manchen Meldungen, besonders Israel betreffend, einfach nicht glauben kann, dass sie die Wahrheit nicht kennen.

    Herzlich, Paul


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