Wir warten

Christian Geyer-Hindemith, seines Zeichens Autor bei der FAZ. ist in der Regel nicht genug zu danken für die Klarheit, die er in theologische Debatten zu bringen in der Lage ist. 

Aber auch wenn es vielleicht als solche nicht gedacht war, einer Formulierung seiner jüngeren Werke muss und kann man dann doch widersprechen. Selbst dann, wenn er Ausgangspunkt einer über die eigene Absicht hinausgehende Rechtfertigung sein sollte. Nehmen wir also dieses ominöse Jesus-Wort vom Schwert, das er zu bringen beabsichtige. Was ist damit gemeint? Propagiert Jesus, Andersgläubige zu töten? Diese Forderung taucht nirgendwo auf. Also offensichtlich nicht. Wen also will er sonst töten? Es gibt dazu keinen Hinweis der Texte des Neuen Testaments.

Was komisch ist. Da ruft einer zum Einsatz des Schwertes auf, vergisst aber, gegen wen. Scheint irgendwie unbedeutend zu sein. Oder doch nicht?  Denn man könnte mal zumindest damit anfangen, den Text im Zusammenhang zu lesen:

34 Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.
35 Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter.
36 Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein.
37 Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert.
38 Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist meiner nicht wert.
39 Wer sein Leben findet, der wird’s verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s finden.

Wer sowas liest, kann gar nicht anders, als in Bildern und Kontexten zu denken. Oder sollte Jesus etwa fordern, dass Kinder ihre Enkel mit dem Schwert töten? Oder dass die eigentlichen Feinde gefälligst aufzunehmen seien? Würde das in seine sonstuge Botschaft passen? 

Okay. Und wenn wir lesen, was Mohammed so getan hat. Würde das in seine Botschaft passen? Das ist keine Frage, die Christen oder Atheisten zu beantworten hätten. 

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