Was zum Islam und den Konsequenzen von Paris

Wird vielleicht mal Zeit, dass die werwöhlfische Position zum Islam klar wird.

Und am Anfang gleich der Disclaimer: Der Werwohlf ist Christ, und als solcher kann es für ihn Heil nur über Jesus Christus geben. Der Islam ist für den Werwohlf daher keine gangbare Alternative. Aber dennoch sieht er in jedem Muslim einen Menschen, der auf seine Weise versucht, auf dieser Welt die Gebote des allmächtigen Gottes zu erfüllen, und er ist gerne bereit, trotz des unvermeidlich Trennenden das Gemeinsame herauszuarbeiten. 

So viele Christen es auch gibt, es gibt auch viele Menschen, die einen anderen Glauben haben. Und viele, die an nichts Jenseitiges glauben (obwohl einige von ihnen das auf eine bestimmte Art dann doch wieder praktizieren). Das sollte aus christlicher Sicht respektiert werden. Und aus politischer erst recht. Der deutsche Staat unterscheidet bei seinen Bürgern nicht nach Religion, und das ist auch gut so. 

Aber nicht zuletzt durch die jüngsten Terrorakte stellt sich die Frage, wie die westlichen Staaten, wie ihre Gesellschaften auf den Islamismus reagieren sollen, der die Rechtfertigung dafür liefert. Und wie sie auf Institutionen reagieren sollen, die auf Basis dieses Islamismus errichtet wurden, also z.B. den „Islamischen Staat“ (IS). Beide Fragen sind nicht einfach zu beantworten, da es – was heutige Politiker gar nicht mögen – bei jeder Antwort Vor- und Nachteile gibt, die man bei einer Entscheidung berücksichtigen muss. 

Die wohl insgesamt problematischere Frage ist die des Umgangs mit dem Islam. 

Aus diesem erwächst der Islamismus, weshalb das Mantra „Das hat nichts mit dem Islam zu tun“ irgendwo zwischen Schutzbehauptung und dümmlicher Anbiederung changiert. Die Islamisten, und das macht ihre Attraktivität für Muslime nicht zuletzt aus, berufen sich auf die heiligen Schriften des Islam, auf den Koran und die Hadithe. Und das ist ein Problem. Ein Problem, weil die herrschende Auslegung den Islamisten zumindest zum Teil recht geben müsste. Das liegt im Wesentlichen an drei Grundbedingungen des Islam, die bis heute überwiegend nicht in Frage gestellt werden:

  1. Der Koran ist original Allahs unverfälschtes Wort. (Buchstabentreue)
  2. Sollten sich im Koran Widersprüche finden, haben jüngere Suren Vorrang vor älteren. („Abrogation“ oder: Hinterher ist man immer schlauer)
  3. Das Leben und Wirken des Propheten Mohammed sind beispielhaft für alle Muslime.

Die ersten beiden Punkte hängen eng mit dem dritten zusammen. Denn die gerne zitierten Suren voller Toleranz stammen vor allem aus der anfänglichen Wirkungsphase Mohammeds in Mekka, als er noch gegen einen dominanten Götzenglauben ankämpfen musste. Die aggressiveren, kompromissloseren und letztlich für „Ungläubige“ tödlicheren stammen aus der späteren Zeit, als Mohammed von Medina aus bereits die Herrschaft über die Region an sich gerissen hatte.[1] Man wird vielleicht nicht unbedingt behaupten können, dass die Konfliktlösungsmethoden Mohammeds besonders aus der damaligen Praxis herausgestochen hätten (obwohl ein besserer Kenner der Materie das behauptet), aber dass dabei eben recht häufig der Tod der anderen Seite das Resultat war, und zwar in wenig wählerischer Art und Weise, was den Status der Opfer anging, taugt dann doch weniger zu einer Vorbildfunktion für friedliebende Muslime als zu einer für die islamistischen Verbrecher. 

Bevor also irgendwelche in höchste Ämter gehobene Herrschaften behaupten, der Islam gehöre zu Deutschland, sollten sie sich doch wenigstens vorher darüber klar werden, ob die damit diese, bisher herrschende Interpretation meinen. 

Doch welche Schlussfolgerungen zieht man daraus? Es gibt in radikaleren Kreisen des Westens die Forderung, den Islam sozusagen zu beseitigen, abzuschaffen, zu vernichten, oder wenigstens aus dem jeweiligen Land zu treiben. Abgesehen davon, dass ein Erfolg dieses Unterfangens heutzutage ziemlich unwahrscheinlich sein dürfte, würde man damit auch die Mehrheit der Muslime treffen, die mit dieser nach herrschender Meinung konsequenten Auslegung nichts am Hut haben. Und die Minderheit, die sich ernsthaft um eine Interpretation des Islam bemüht (die Forderungen nach einer „Reform des Islam“ dürften auch für viele gemäßigte Muslime nach Gotteslästerung klingen), die im Vergleich zur herrschenden neu klingen mag, aber auch an ältere Interpretationen anknüpft, also nicht ohne traditionelles Beispiel wäre. 

Man mag der Mehrheit der Muslime jetzt vorwerfen, sie kennten ihre Religion nicht richtig, so wie es die Islamfeinde gerne tun. Aber genau das wäre auch aus Sicht aller Nicht-Muslime der falsche Ansatz. Im Prinzip kann der „Krieg der Ideen“ nur dann gewonnen werden, wenn man den Islamisten nachweist, dass sie ihre Religion nicht richtig verstünden. Dazu müsste man aber in vielen Fällen von den oben genannten drei Punkten abkehren zugunsten einer vor allem historischen Auslegung, die alle Suren im Zusammenhang mit der Zeit betrachtet, der sie zugeschrieben werden. Es gibt eine Bewegung, die in dieser Richtung unterwegs ist, aber es würde den Werwohlf wundern, wenn sie unter den Muslimen besonders viel Anklang fände. Und das wiederum ist dann das eigentliche Problem.

Der andere Punkt betrifft die Institutionen. Was tun gegen den IS? Dass dieser eine veritable Territorialherrschaft etablieren konnte, erleichter allen seinen Terroristen die Arbeit enorm. Dort werden Finanzmittel erwirtschaftet, dort werden Kämpfer ausgebildet, von dort aus werden Terrorakte gesteuert, von dort aus geht Propaganda in die gesamte Welt. Frankreich nun betrachtet die Anschläge von Paris als Kriegserklärung, die es nicht ablehnen kann. Bombenangriffe wurden bereits intensiviert, aber diese sollen nicht den Höhepunkt der Reaktionen darstellen, weswegen Frankreich von anderen europäischen Staaten Hilfe und Solidarität erbittet. Im Fall Deutschlands scheint Frankreich sich der Solidarität sicher sein zu können. Wenn es ums öffentliche Trauern und Fahnenschwenken geht. Aber nicht, sobald es ernsthafte Konsequenzen bedeuten würde. Für eine sterbende Nation ist es im Prinzip nur zu rational, an den Tod ihrer wenigen noch verbliebenen jungen Männer besondere Effizienzkriterien anzulegen. Aber dennoch könnte eine Abwägung von Chancen und Risiken zu dem Schluss führen, dass auch dies in Kauf genommen werden müsste. Eine solche Abwägung wird hierzulande aber von Anfang an verweigert. Deswegen steckt mehr dahinter. 

Zum Beispiel die ängstliche Hoffnung, man würde hier verschont bleiben, wenn man sich maximal heraus hielte. Dazu passen die auch mittlerweile über den zwangsfinanzierten Rundfunk verbreiteten Parolen, Frankreich sei irgendwie selbst Schuld an solchen Anschlägen, von wegen Kolionalmacht und Banlieus. Diese allzu bequeme Position ist aber bei Licht nicht aufrechtzuerhalten. Zum einen wird die Zuwanderung vieler Menschen, deren Qualifikation für den deutschen Mindestlohn nie und nimmer ausreicht, auch hierzulande bald für Zustände wie in den Banlieus sorgen (einzelne Stadtteile kippen bereits jetzt). Zum anderen ist das Kalkül der Terroristen einfach: Sie schlagen da zu, wo sie die Gelegenheit haben und wo ein Maximum an öffentlicher Aufmerksamkeit garantiert ist. Die „Begründungen“, die dann gerne nachgereicht werden, kann man in die Tonne treten, Sie sind beliebig, denn der IS hasst alles an der Lebensart der „Ungläubigen“, deswegen ist in seinen Augen auch alles legitimes Angriffsziel. 

Rein praktisch spricht gegen ein stärkeres deutsches militärisches Engagement allerdings, dass die Bundeswehr nach 1990 der Politik vor allem als Steinbruch diente. Es wurde die Parole ausgegeben, dieses Land habe keine Feinde mehr, also brauche man bis auf ein paar Spezialeinheiten, die das Miltär der die Hauptlast trragenden Anderen nur unterstützen würde, kaum noch Soldaten und Material. In einer solchen Situation der Verkleinerung zeigten sich dann auch noch die Schwächen des „Crony Capitalism“, also der allzu engen Verschmelzung staatlicher Entscheidungsträger mit wirtschaftlichen Interessen, so dass nach der letztlich in vielfacher Hinsicht törichten Abschaffung der Wehrpflicht und des vielfach für die gedachten Einsätze ungeeigneten Materials nur eine kastrierte Armee übrig blieb, mit der niemand in den Krieg ziehen möchte, der noch bei klarem Verstand ist. 

Geboten wäre es aber wohl dann doch. Sicher, vor jedem Krieg muss dessen Ratio überlegt sein. Der Einsatz in Afghanistan war ein großer Fehler, weil die beiden Prämissen „Abzug in überschaubarer Zeit“ und „Demokratisierung des Landes“ nicht in Einklang zu bringen waren. Auch der Irak-Krieg war ein Fehler, nicht zuletzt, weil er vor allem aufgrund irrationaler Überlegungen forciert wurde (Bush verlangte nach 9/11 laut Aussagen Beteiligter sinngemäß, man müsse unbedingt beweisen, dass die Schuldigen im Irak zu suchen seien). Auch der Militär-Einsatz in Libyen war aus westlicher Sicht fatal, weil er dort eine Diktatur durch Stammes-Anarchismus ersetzte. Sollte es zu einem Einsatz gegen den IS kommen, müsste der genauer vorbereitet sein. Es gibt dafür übrigens ein historisches Beispiel, nämlich den Krieg von George Bush dem Älteren gegen den Irak, Mit dem „Schönheitsfehler“, dass die Stationierung von US-Truppen in Saudi-Arabien den Terroristen Osama bin Laden erschuf. Aber der hätte später vielleicht auch einen Grund gefunden.

Vergessen darf man aber auch nicht, dass es den IS nicht gäbe, wenn er von reichen Arabern, vor allem aus Saudi-Arabien, nicht unterstützt würde. Die auch hier vielfach kritisierte „Energiewende“ hat insofern ihr Gutes, als sie den Abschied vom Öl einleiten könnte, was wiederum den Umgang mit solchen Regimen etwas „vereinfachte“. Um so übler ist allerdings der panikartige Ausstieg aus der Kernernergie zu bewerten.

Fazit: Auch wenn hier bestimmte Schritte empfohlen werden, so liegen diese doch nicht geradezu auf der Hand. Es gibt auf dem Weg überall genuig Fallstricke und Probleme. Man mag der Meinung sein, ohne frühere Fehlentscheidungen hätten wir heute diese Probleme nicht, aber für das erforderliche Handeln liefert das leider kein Rezept. Aber etwas tun muss man. Und es erschrickt etwas, wenn aus den unzähligen Relativierungen, mit denen wir in diesen Tagen bombardiert werden, nur noch ein Hang zum „business as usual“ herauszulesen ist. Denn der garantiert die nächsten Anschläge nur.

[1] In Folge der Paris-Attentate wurde die Sure 5,22 besonders populär, deren sinngemäßer Inhalt meist wie folgt zitiert wurde: „Wenn jemand einen unschuldigen Menschen tötet, hat er die ganze Menschheit getötet.“ Dazu zwei Hinweise: Erstens ist „unschuldig“ interpretierbar. Und zweitens kommt gleich eine Sure danach (5,23), deren Inhalt man so zitieren könnte: „Diejenigen, die gegen Allah und seinen Gesandten kämpfen und auf Erden Unheil stiften, sollen getötet oder gekreuzigt werden, oder es soll ihnen wechselweise Hand und Fuss abgeschlagen werden, oder sie sollen aus dem Lande vertrieben werden.“ 

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24 Kommentare on “Was zum Islam und den Konsequenzen von Paris”

  1. erlingplaethe sagt:

    Die Abschaffung der Wehrpflicht als eine der „törichten“ Maßnahmen zur Schwächung der Bundeswehr anzusehen, kann m.E. nur logisch funktionieren wenn man gleichzeitig ihre Funktion als Parlamentsarmee kritisiert. Denn alle Nato-Mitglieder haben ihre Wehrpflicht abgeschafft. Inklusive der Länder die im Krieg gegen den internationalen Terrorismus mit Bodentruppen kämpften und kämpfen.
    Eine Armee ohne Wehrpflicht ist, im Gegenteil, die effektivere, weil sie proffesionalisiert ist.
    Die Kriege in Afghanistan, Irak und Libyen als Fehler zu bezeichnen bedenkt nicht vor welch schwieriger Herausforderung der Westen steht und suggeriert man hätte sich anders, richtig, entscheiden können.
    In Syrien wurde ganau das getan. Die „Fehler“ von Afghanistan, Irak und Libyen nicht wiederholt. Man „lernte“ aus den Fehlern. Und machte einen viel größeren.
    Konsequenterweise ist Obama der diese Kriege auch für einen Fehler hielt, mit seinen Strategien am Ende. Was er sogar zugibt.
    Nur ist das immer noch nicht zielführend.
    Das heißt allerdings nicht, es gäbe keine erfolgreiche Strategie gegen diese asynchrone Kriegsführung von Al-Qaida und IS. Es gibt sie. Sie wurde im Irak angewandt und hatte Erfolg.
    Es ist die gleiche Strategie mit der der Kommunismus in die Knie gezwungen wurde.
    Sie ist eine der Spaltung und des intrigierens. Dem Terrorismus muss dort wo er sucht Fuß zu fassen, seine Basis genommen werden. Im Irak ist das eine lange Zeit sehr gut gelungen, in Afghanistan und Libyen nur teilweise.
    Der Aufstieg des IS hat aus dieser Perspektive zwei Ursachen:
    Das Nichteingreifen in Syrien und der Zusammenbruch der Abspaltung sunnitischer Stämme von Al-Qaida und deren politische Mitbestimmung.

    • erlingplaethe sagt:

      Man verzeihe mir bitte meine Rechtschreibfehler. Aber die Textverarbeitung auf dem iPhone bei schwankendem Netzzugang macht mir Probleme.😐

      • Werwohlf sagt:

        Man verzeihe mir bitte meine Rechtschreibfehler. Aber die Textverarbeitung auf dem iPhone bei schwankendem Netzzugang macht mir Probleme.😐

        Wer solch lange Kommentare auf einem iPhone tippt, verdient eh einen Orden 😉

    • Werwohlf sagt:

      Die Abschaffung der Wehrpflicht als eine der “törichten” Maßnahmen zur Schwächung der Bundeswehr anzusehen, kann m.E. nur logisch funktionieren wenn man gleichzeitig ihre Funktion als Parlamentsarmee kritisiert. Denn alle Nato-Mitglieder haben ihre Wehrpflicht abgeschafft.

      Die Logik dieses Arguments ist mir nicht ganz klar. Warum kann eine Wehrpflichtarmee keine Parlamentsarmee sein? Und was haben die anderen NATO-Mitglieder damit zu tun? (Es gibt übrigens noch NATO-Länder mit Wehrpflichtarmeen, und mindestens ein weiteres NATO-Land erwägt die Wiedereinführung)

      Eine Armee ohne Wehrpflicht ist, im Gegenteil, die effektivere, weil sie proffesionalisiert ist.

      Auch zu Zeiten der Wehrpflicht gab es schon Profis in der Bundeswehr, so ist das nun nicht. Im Prinzip ist die Abschaffung der Wehrpflicht eine Folge der drastischen Verkleinerung – und auch diese kritisiere ich. Im Übrigen besteht bei einer Berufsarmee immer das Risiko, dass sich Gesellschaft und Armee voneinander entkoppeln, so dass auf der einen Seite das Korpsdenken und auf der anderen die Unverständnis und Entfremdung zunehmen. Ich empfand es immer als positiv, dass über die Wehrpflicht ganz „normale“ Typen in die Bundeswehr kamen, von denen manche sich sogar als Profis dann noch etwas länger verpflichteten (und die anderen als Reservisten immer wieder in Kontakt mit dem „Bund“ kamen). Es ist nun einmal eine andere Hausnummer, ob ich Alltag, Sorgen und Nöte von Soldaten aus eigener Anschauung kenne oder aus unseren so fürchterlich unvoreingenommen berichtenden Medien.

      Die Kriege in Afghanistan, Irak und Libyen als Fehler zu bezeichnen bedenkt nicht vor welch schwieriger Herausforderung der Westen steht und suggeriert man hätte sich anders, richtig, entscheiden können.

      Wenn ich die genannten Kriege als „Fehler“ bezeichne, heißt das nicht, dass eine andere, perfekte Lösung zur Verfügung gestanden hätte, sondern dass ich die Nachteile höher gewichte als die Nachteile a) eines Nichteingreifens bzw. b) einer anderen Art der Intervention. Ich bin kein Pazifist, aber ich möchte, dass nicht moralischer Überschwang oder innenpolitischer Druck, sondern nüchterne Rationalität am Werk ist, wenn man sich zu militärischen Einsätzen entschließt.

      In Syrien wurde ganau das getan. Die “Fehler” von Afghanistan, Irak und Libyen nicht wiederholt. Man “lernte” aus den Fehlern. Und machte einen viel größeren.

      Das suggeriert, als stünden immer nur genau zwei Alternativen zur Auswahl. Das denke ich nicht. Und ich bin mir alles andere als sicher, dass ein Einmarsch à la Irak oder (etwas sparsamer) Afghanistan nicht zu weitaus schlimmeren Folgen geführt hätte als die, die wir jetzt sehen.
      Zum anderen ist der „Fehler“ Syrien direktes Ergebnis anderer „Fehler“, als da wären zum einen der Irak-Krieg und zum anderen das Anfachen des „Arabischen Frühlings“. Es ist immer dasselbe Muster: Man sieht im Tunnelblick ein Ziel vor sich („Hussein muss weg!“, „Gaddafi muss weg!“, „Assad muss weg!“) und ersetzt die wahrscheinlichen Konsequenzen eines Erfolgs durch die gewünschten. Und ignoriert darüber hinaus alle indirekten Folgen komplett. Als Ökonom habe ich nun mal verinnerlicht, alle Konsequenzen eines Handelns zu berücksichtigen, darunter auch die auf lange Sicht wirksamen. Das tat ich auch jeweils, bevor die genannten Kriege begannen, und ich kann bisher nicht behaupten, dass die Wirklichkeit mich falsifiziert hätte.

      Konsequenterweise ist Obama der diese Kriege auch für einen Fehler hielt, mit seinen Strategien am Ende. Was er sogar zugibt.
      Nur ist das immer noch nicht zielführend.

      Na ja, das ist eben das Problem des „Wer A sagt…“. Zum Beispiel würde ein kompletter Rückzug aus Afghanistan die ganze Sinnlosigkeit der bisherigen Besetzung offen legen, weil dann sofort wieder eine Mischung aus Taliban und Stammesfürsten unstabile Regime dort errichten würden, in denen praktisch alle „Errungenschaften“ der Modernisierung ruck-zuck wieder abgeschafft würden. Zum Beispiel hat der weitgehende Rückzug aus dem Irak dazu geführt, dass dort die Spannungen zwischen Sunniten und Schiiten wieder zunahmen, was dann letztlich mit zur Aufwertung des IS beitrug. In beiden Fällen wäre die vermutlich sinnvollere Alternative eine andauernde Besetzung des Landes gewesen. Auf Jahrzehnte hinaus. Aber das leistet keine westliche Demokratie, und dieses Unvermögen sollte man dann nicht dem anlasten, der als erstes die Konsequenzen daraus zieht – in dem Fall also Obama.

      Sie ist eine der Spaltung und des intrigierens. Dem Terrorismus muss dort wo er sucht Fuß zu fassen, seine Basis genommen werden. Im Irak ist das eine lange Zeit sehr gut gelungen, in Afghanistan und Libyen nur teilweise.

      Die Erfolge basieren aber darauf, dass man danach alle Aufkeimversuche wieder ersticken kann, weil entsprechende Militärmacht im Land ist. In Libyen war das ja von Anfang nicht der Fall, deswegen gibt es diesen Staat jetzt im Grunde gar nicht mehr. Meiner unfachmännischen Einschätzung nach wäre eine Mischung aus Luftangriffen, Agententätigkeit und Kommandoaktionen die beste Waffe gegen den IS. Aber auf lange Sicht hilft uns das auch nicht. Wir brauchen einen aufgeklärten Islam. Der kann zunächst nur in Europa entstehen und dann vielleicht langsam in die Welt hinaus wachsen. Aber schon der erste Schritt klingt utopisch.

  2. Die Logik dieses Arguments ist mir nicht ganz klar. Warum kann eine Wehrpflichtarmee keine Parlamentsarmee sein? Und was haben die anderen NATO-Mitglieder damit zu tun? (Es gibt übrigens noch NATO-Länder mit Wehrpflichtarmeen, und mindestens ein weiteres NATO-Land erwägt die Wiedereinführung)

    Du zählst die Aussetzung der Wehrpflicht unter die Maßnahmen welche die Bundeswehr „kastrierte“. Mein Einwand zielt auf die Schwierigkeiten eine Parlamentsarmee überhaupt einzusetzen. Das wird ja auch immer gern als Entschuldigung benutzt, mit dem Kampfeinsatz von Bundeswehrsoldaten nicht dienen zu können, weil Deutschland leider, leider eine Parlamentsarmee besitzt. Wegen der Geschichte und so.
    Wenn man also die selbst die Aussetzung der Wehrpflicht zur Schwächung der Bundeswehr zählt und nicht, wie ich es tun würde, zu ihrer Stärkung, dann müsste man sich auch des Problems annehmen, dass die Regierung nicht über die Streitkräfte verfügen kann, wenn sie es für geboten ansieht (was weit über das Budgetrecht, welches auch in den USA gilt, hinausgeht).
    Es gibt nur noch eine NATO-Armee mit Wehrpflicht und das ist die der Türkei. Die zählt aber nicht zum Westen und viel deshalb aus Versehen unter den Tisch.;-)
    Ob Frankreich die Wehrpflicht wieder einführt werden wir sehen. Interessant finde ich dabei die Begründung. Ziel ist nämlich nicht die Aufstockung der Soldaten, sondern die Erziehung der Jugend. Aber das könnte sich decken mit den Beweggründen hiesiger Anhänger der Wehrpflicht.
    Zugegeben, sollte sich Deutschland mal in einem permanenten Kriegszustand befinden, könnte eine Wiedereinsetzung der Wehrpflicht sinnvoll sein. Aber ich denke, dass die Art der Kriegsführung sich verändert und wegbewegt vom Einsatz einer hohen Anzahl einfacher Soldaten.

    Zum anderen ist der “Fehler” Syrien direktes Ergebnis anderer “Fehler”, als da wären zum einen der Irak-Krieg und zum anderen das Anfachen des “Arabischen Frühlings”.

    Beim zweiten „Fehler“ stimme ich Dir zu, beim ersten nicht. Der Bürgerkrieg in Syrien ist kein direktes Ergebnis des Irak-Krieges der zum Sturz Saddam Husseins führte, sondern neben dem „Arabischen Frühling“ eine Folge der Auseinandersetzung zwischen Saudi Arabien und dem Iran. Insbesondere ist seine Finanzierung auf sunnitischer Seite, eine Folge des Auftretens des Iran im Irak. Dieser hat seinen Einfluss mit der Etablierung einer schiitischen Diktatur im Irak erheblich ausgebaut. Das ist auch der Grund für die erneute Destabilisierung des Irak und nicht etwa der Rückzug der Amerikaner. Dieser hätte eine solche Entwicklung evtl. verhindern oder abschwächen können. Was aber durchaus bezweifelt werden kann, wenn man bedenkt, mit welch bitterem Sarkasmus der ehemalige Außenminister des Irak, Zebari, auf die Waffenlieferungen des Iran via Irak reagierte:
    http://www.reuters.com/article/2013/07/13/us-iraq-syria-iran-idUSBRE96C03I20130713#HE61jPyilpFdAWmS.97
    Die „Spannungen“ zwischen Sunniten und Schiiten nahmen nicht einfach nur zu. Die Sunniten im Irak wurden um ihre politische Teilhabe betrogen, die die Basis für den Aufstand der sunnitischen Stämme gegen Al-Qaida war (ich habe das kürzlich in einem Blogbeitrag zusammengefasst). Diese Entwicklung war dem Drang des Iran geschuldet sein Machtgebiet auszuweiten. Dem Iran wird völlig klar gewesen sein, dass er den Irak mit dieser Politik erneut destabilisiert. Und ich denke, es war auch sein Ziel. Der Iran hat von allen Staaten in der Region am allerwenigsten ein Interesse an einem stabilen Irak. Selbst die Flucht von Al-Qaida im Irak, aus dem der IS entstand, nach Syrien, wurde von Assad geduldet, weil AQI vornehmlich die FSA bekämpfte.
    Die Rolle des Iran wird in der Diskussion um die Entwicklung in Syrien und dem Irak heruntergespielt, um letztlich den USA jede Verantwortung für jede Entwicklung zuzuschreiben, auch die, die sie kaum noch beeinflussen konnten.
    Und Präsident Obama schon gar nicht mit seiner Anbiederung an den Iran von Beginn seiner Amtszeit an.

    • Werwohlf sagt:

      Unser Dissens liegt also schon mal darin, dass du am liebsten eine Armee hättest, die von der Regierung nach deren Willen eingesetzt werden kann, während ich tatsächlich eine Parlamentsarmee gut finde. Allerdings ist mir nicht klar, warum die Wehrpflicht eine Rolle dabei spielen soll. Natürlich wäre es schwer vermittelbar, wenn man Wehrpflichtige an den Hindukusch schicken würde, aber erstens wäre das aus meiner Sicht kein Nachteil, und zweitens fanden sich auch zu Wehrpflichtzeiten Freiwillige. Die Profis, die es in beiden Armeen gab und gibt, müssen ja sowieso.

      Ich glaube nicht, dass wir abwarten können, bis eine Situation eintritt, die eine Wiedereinführung der Wehrpflicht nahe legt. Die Reaktionszeit dürfte zu kurz sein. Und darüber hinaus verweise ich weiterhin auf mein Argument der Einbindung in die demokratische Gesellschaft, die sowohl für Armee als auch für Gesellschaft von Vorteil ist.

      Es gibt nur noch eine NATO-Armee mit Wehrpflicht und das ist die der Türkei. Die zählt aber nicht zum Westen und viel deshalb aus Versehen unter den Tisch.;-)

      Zählt Griechenland wegen der Finanzkrise gar nicht mehr? 😉

      Ob Frankreich die Wehrpflicht wieder einführt werden wir sehen.

      Diskutiert wird das wohl vor allem in Staaten, die Nachbarn der Ukraine sind. Zum Beispiel in Tschechien.

      Wem nicht von vornherein klar war, dass ein Sturz Saddams den Iran enorm aufwerten würde, der hat sich mit der Lage dort wohl vorher nie auch nur annähernd beschäftigt. Ich habe schon damals bei dol2day in Diskussionen über diesen Krieg diese These als Kritik am Vorhaben der Amerikaner geäußert, ohne jetzt der große Nahost-Experte zu sein. Insofern ist die Ausgrenzung der Sunniten tatsächlich eine durchaus vorhersehbare Folge des Irak-Kriegs, und die Amerikaner haben nicht nur diesen Fehler mitgemacht. Die militärischen Erfolge des IS im Irak waren dann übrigens auch nur möglich wegen des Abzugs der US-Truppen. Die Desertion der irakischen Armee war ein deutliches Zeichen, dass es so etwas wie einen Staat Irak jetzt im Grunde nicht mehr gibt. Jedenfalls nicht so, wie er vor dem Krieg auf dem Reißbrett Cheneys gestanden haben wird.

      Die Rolle der USA ist hier auch nicht die des Bösewichts, sondern die des Zauberlehrlings. Ein richtiger Bösewicht würde seine Pläne wenigstens zu Ende durchdenken.

  3. erlingplaethe sagt:

    Ein Einfluss des Iran war ja schon zu Saddam Husseins Zeiten vorhanden, nur beschränkte der sich auf die Religion. Aber ich kann mich erinnern, dass Gegner dieses Irakkrieges vor einem Auseinanderbrechen des Landes warnten, dass ja von den Siegern über das osmanische Reich zusammengesetzt wurde.
    Allerdings war damals, neben den vermuteten Massenvernichtungswaffen, ein Kriegsargument Saddam Hussein destabilisiere die gesamte Region um seine brüchig werdende Macht zu erhalten. Die „Spannungen“ zwischen der schiitischen Mehrheit (60%) und der sunnitischen Minderheit (32-37%) führten zu Massakern an der Zivilbevölkerung. Da drängt sich der Vergleich zu Syrien geradezu auf – welchen Weg der Irak ohne den Sturz von Saddam Hussein genommen hätte.
    Deswegen bin ich der Ansicht, dass spätestens nach der Entwicklung in Syrien man es sich viel zu einfach macht, die Hauptursache in dem Eingreifen in einem die gesamte Region mit Krieg überziehenden Land zu sehen. Vor dem Einmarsch hat Saddam Hussein keine Anstalten gemacht sich an die Abmachungen aus den Friedensverhandlungen seines verlorenen Krieges in Kuweit zu halten.
    Dieser Diktatur war extrem gefährlich, gefährlicher als Gaddafi jedenfalls.
    Meines Erachtens hat diese Region immer noch eine Chance aber das Terrorismusproblem des Islam für Europa ist viel älter und liegt nicht in dem Krieg zum Sturz von Diktator Hussein begründet.
    Diese Saat ist in einer dunklen Zeit von dem Land gesetzt worden, dass heutzutage als Moralisierungsweltmeister immer nur abwartet und die daraus resultierenden Flüchtlingsströme aufnimmt. Das ist keine Strategie, das ist Ohnmacht.

    • erlingplaethe sagt:

      Für Ossama bin Laden war der Grund für Etablierung von Al-Qaida die Präsens amerikanischer Truppen in Saudi Arabien. Die stationierten die Amerikaner dort um Kuweit zu helfen den Aggressor Saddam Hussein aus dem Land zu vertreiben. Auf seinem Rückzug hinterließ dieser Diktator buchstäblich verbrannte Erde. Ich kann mich noch gut an die brennenden Ölfelder erinnern.
      Wenn man also mit der Weitsichtigkeit und den Folgen argumentiert, auf der Suche nach einer widerspruchsfreien Lösung landet man bei denen, die auch diesen Einsatz für einen „Fehler“ hielten. Man war damals in eine von Saddam Hussein gestellte Falle getappt, oder so ähnlich.
      Die haben damals auch Argumentiert Kuweit würde als Staat gar nicht existieren weil es originär zum Irak gehöre und der hole sich nur zurück was ihm ohnehin gehört.
      Analog zur Ukraine.

      • Noch ein paar Sätze zu unserem Dissens hinsichtlich der Wehrpflicht. Ein durchschnittlicher Deutscher sollte nicht so tun als könne er Soldat sein. Er kann es nicht und er will es nicht. Er will nicht schießen und töten. Die Gesellschaft will das nicht. Sie will brunnenbauende Soldaten.
        Unsere Gesellschaft bringt unseren Soldaten zudem nicht den nötigen Respekt entgegen, der für eine Wehrpflicht m.E. nötig ist. Und sie hat kein Verständnis für Soldaten die ihren Feind töten. Das wäre das Mindeste. Normal ist, für das Land im Kampf Gefallene zu ehren, sie mit ihren Namen an exponierter Stelle zu würdigen. All das kommt nicht vor.
        So wie es kaum Patriotismus gibt, der sich vom Nationalismus abzugrenzen versteht.
        Mehr noch als andere Länder des Westens braucht Deutschland deshalb eine Freiwilligenarmee.

      • Werwohlf sagt:

        Wenn man also mit der Weitsichtigkeit und den Folgen argumentiert, auf der Suche nach einer widerspruchsfreien Lösung landet man bei denen, die auch diesen Einsatz für einen “Fehler” hielten.

        Es war eine negative Folge, die man aber so definitiv nicht absehen konnte, weil viel zu individuell in der Person Osamas begründet. Die Anwesenheit von US-Truppen in Saudi-Arabien war dessen Anlass, aber seine Mitstreiter hatten da schon ganz andere, viel generellere Motive. Und er letztlich auch.

        Was aber entscheidender ist: Um zu beurteilen, ob deswegen der gesamte erste Krieg gegen Saddam ein Fehler war, müsste man erstens abschätzen, ob es ohne nicht zu Osamas Terror gekommen wäre und vor allem zweitens, ob ein Nichteingreifen nicht schlimmere Folgen gehabt hätte. Ich sage da nur mal: Öl. Abgesehen von den Folgen für Israel, das man bei allem, was im Nahen Osten geschieht, immer mitdenken muss, vor allem, wenn die Amerikaner involviert sind (vielleicht unter Obama weniger…).

      • Werwohlf sagt:

        Ein durchschnittlicher Deutscher sollte nicht so tun als könne er Soldat sein. Er kann es nicht und er will es nicht. Er will nicht schießen und töten. Die Gesellschaft will das nicht. Sie will brunnenbauende Soldaten.

        Hm. Also zu meiner Zeit (gut, die liegt ein Jahrhundert zurück…) war es für genug männliche Deutsche machbar. Natürlich will keiner töten, aber manchmal muss man zeigen, dass es man es tun würde, wenn es darauf ankommt. Es gab schon immer den Hass der üblichen Verdächtigen, aber der war letztlich nicht relevant. Ich behaupte, er wäre es auch heute nicht, wenn die offiziellen Wertmaßstäbe nicht von dem abgekoppelten politisch-medial-akademischen Komplex, also der labernden Elite, vorgegeben werden würden. Und dadurch, dass es nicht mehr üblich ist, als junger Mann die Bundeswehr selbst zu erleben, auch mit wenig Begeisterung für die dortigen Sitten und Gebräuche, steht dem Gelaber leider keine Lebenswirklichkeit mehr im Weg.

        Dass wir jetzt eine Freiwilligenarmee haben, schwächt nicht nur die Bundeswehr selbst, weil sie sich in ihrer sozialen Zusammensetzung mehr und mehr von der Bevölkerung entfernt, sondern es schwächt auch das Verständnis für sie. Es schwächt weiterhin den Zusammenhalt innerhalb der Gesellschaft, denn wenn ich mal so auf mein Leben zurück schaue, kam ich nirgendwo sonst so eng mit Angehörigen anderer sozialer Schichten zusammen – im selben Team. Und nicht zuletzt schwächt es die Bindung an dieses Land.

        Für mich ist die Aufhebung der Wehrpflicht eine Mischung aus Symptom und Ursache der Verachtung für dieses Land, die inzwischen zur perversen Staatsräson geworden zu sein scheint.

    • Werwohlf sagt:

      Da drängt sich der Vergleich zu Syrien geradezu auf – welchen Weg der Irak ohne den Sturz von Saddam Hussein genommen hätte.

      Wenn gewisse Mächte ein Interesse daran gehabt hätten, entsprechende Unruhen weiter zu schüren. Wie in Syrien.

      Vor dem Einmarsch hat Saddam Hussein keine Anstalten gemacht sich an die Abmachungen aus den Friedensverhandlungen seines verlorenen Krieges in Kuweit zu halten.
      Dieser Diktatur war extrem gefährlich, gefährlicher als Gaddafi jedenfalls.

      Saddam war doch offensichtlich zum Schluss nur noch Maulheld, durch Boykotte und Flugverbotszonen eingeengt, militärisch durch eine eher kleine Interventionsarmee schnell zu besiegen. „Gefährlicher als Gaddafi“ ist dann übrigens auch keine Einstufung, die Schrecken auslösen könnte…

      Meines Erachtens hat diese Region immer noch eine Chance aber das Terrorismusproblem des Islam für Europa ist viel älter und liegt nicht in dem Krieg zum Sturz von Diktator Hussein begründet.

      Wo der „wahre Grund“ liegt, ist die zweite Frage, nachdem wir geklärt haben, was zur entscheidenden Erhöhung der Gefahr beitrug.

      Diese Saat ist in einer dunklen Zeit von dem Land gesetzt worden, dass heutzutage als Moralisierungsweltmeister immer nur abwartet und die daraus resultierenden Flüchtlingsströme aufnimmt.

      Also dass Deutschland jetzt auch noch am Islamismus schuld sein soll, halte ich doch für reichlich übertrieben…

  4. erlingplaethe sagt:

    Wirklich? Matthias Küntzel ist keine Quelle für Dich weil antideutsch?

    • Werwohlf sagt:

      Sagen wir mal so: Quellen, deren Inhalt man schon kennt, bevor man sie zur Kenntnis nimmt, sind nicht die besten. Aber selbst dann, wenn ich den üblichen antideutschen Sermon über mich ergehen lasse, bleibt von einer Verursachung nicht viel übrig.

  5. Werwohlf sagt:

    Habe übrigens die Kommentarebenen erhöht. Wurde etwas unübersichtlich…

  6. erlingplaethe sagt:

    Ich könnte hier noch Quellen liefern die die Verbindung der Muslimbruderschaft mit den Nationalsozialisten belegt, die Verbindung Hitlers mit Mufti von Jerusalem und seiner Rolle als Kriegsverbrecher des II.WK, aber die sind Dir bekannt, denke ich.
    Nein, ich sage nicht Deutschland ist verantwortlich für den Islamismus unserer Tage. Ich frage, wie weit wollen wir zurückgehen um die „wahren“ Ursachen des Terrors aus der islamischen Welt zu ergründen. Ohne dem Iran überhaupt eine Rolle zuzuschreiben und ohne den sogenannten Palästinensern mit ihren Hitlergrüßen und ihrer Verehrung des deutschen Nationalsozialismus einen historischen Hintergrund zuzuschreiben.

    • Werwohlf sagt:

      Aber sorry, wenn es zwischen Islamismus und Nazis Berührungspunkte gab, weil man einen gemeinsamen Feind hatte, dann erklärt das den Islamismus doch überhaupt nicht.

      Die Judenfeindschaft ist schon eine Erbschaft des Korans und der Hadithe, weil Mohammed sich nun mal gegen etablierte jüdische Stämme mit den damals üblichen Mitteln durchsetzte, und als man im Islam so richtig lutherisch die „katholische“ Linie der Tradition zugunsten von „sola scriptura“ verließ, musste man unweigerlich wieder da landen.

      Hinzu kommt sicher die Rolle der Palästinenser als künstlich am Leben erhaltenes Opferlamm, das die Umma wenigstens im Zorn und Hass wieder aufflackern lässt, aber das ist ja bereits Taktik von heute. Die Etablierung der Mullahherrschaft des Irans, die von den üblichen Anständigen im Westen selbstverständlich befürwortet wurde, war sie doch „demokratisch“ praktisch erzwungen und der Schah als Marionette der USA des Teufels, hat sicher auch die Sunniten in ihrem Fundamentaismus inspiriert, vor allem, was die Hervorhebung des Märtyrertods betrifft, aber die Muslimbrüder sind nun mal älter als Khomeinis Reich.

      Das Problem der arabischen Länder aus meiner Sicht ist, dass die Antwort auf korrupte, jeden zivielen und wirtschaftlichen Fortschritt erstickenden Institutionen in einer noch rückständigeren Ideologie gesehen wird, deren Apologeten keine Ahnung haben, wie sie ohne den erhofften überirdischen Beistand die Probleme des Alltags bewältigen sollen.

  7. erlingplaethe sagt:

    Doch, find ich schon. Der Islamismus von heute steht in sofern in einer Folge des II.WK als er zu Ende bringen will, was durch die Antihitlerkoalition unterbrochen wurde. Der Judenhass ist in dieser Region durch den Nationalsozialismus meiner Ansicht nach erheblich verstärkt worden und hat letztlich die arabischen Länder, in ihrer Hoffnung auf eine deutsche Vernichtung aller Juden, mit der Gründung des Staates Israel auf der Seite des Verlierers des WK zurückgelassen. Jedes Mitleid und Mitgefühl korrespondiert deshalb mit derTrauer um die unerfüllte Hoffnung nach dem erfolgreichen Genozid an den Juden. Das ist meine Erfahrung aus Gesprächen mit Palästinensern in Deutschland.

    • Werwohlf sagt:

      Der Judenhass ist in dieser Region durch den Nationalsozialismus meiner Ansicht nach erheblich verstärkt worden und hat letztlich die arabischen Länder, in ihrer Hoffnung auf eine deutsche Vernichtung aller Juden, mit der Gründung des Staates Israel auf der Seite des Verlierers des WK zurückgelassen.

      Dass da eine große Hoffnung zerstört wurde, kann ich nachvollziehen. Der Hass war aber vorher da, und er wird durch die Schrift genährt.

  8. […] was einen Kontext erst mal unmöglich macht. Hinzu kommen noch die Probleme, die ich im Blogbeitrag “Was zum Islam und den Konsequenzen von Paris” beschrieb, nämlich die offiziellen […]


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