Gesinnungsterror? Nie nicht!

Folgt man den Vorgaben der Leitmedien, gibt es heutzutage kaum noch einen schlimmeren Satz als „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!“. Nicht, weil der Sprecher offensichtlich in Sorge ist, dass seine Redefreiheit negative Konsequenzen für ihn hätte, sondern weil danach angeblich immer etwas kommt, von dem die Leitmedien heftigst wünschen, dass es eben doch negative Konsequenzen haben möge. 

Also ist die Sache klar: Das mit der Redefreiheit ist so ernst nicht gemeint. Zwar darf man gerne darüber diskutieren, ob Lenin die Enteignung aller Kapitalisten sofort nach der Revolution oder erst etwas später vorgesehen hatte, aber Dinge, die dem linken Gewissen zuwider sind, gehören eigentlich an den Pranger. Die lästige FDP hat man schon einigermaßen zum Schweigen gebracht – jedenfalls brauchen aufrechte öffentlich-rechtliche Kämpfer für Recht und Gerechtigkeit nicht mehr auf sie einzugehen. Und ansonsten tanzt ja alles so ziemlich nach der herrschenden Leitmelodie. Mit Nuancen – schließlich sind wir eine Demokratie, capisce? 

Gut, Mitglied der NPD sollte man in diesem Staat lieber nicht sein. Es gibt zwar kein Gerichtsurteil, das einem selbiges untersagen würde, aber seit wann braucht eine wehrhafte Zivilgesellschaft sowas überhaupt? Die fortschrittlichen Kräfte ordnen das schon richtig ein, also ist die soziale und wirtschaftliche Ächtung das Mittel der Wahl. Diese rechtsstaatlichen Prozeduren sind aber auch gar zu lästig, wenn die gute Sache so eindeutig feststeht. Das muss jeder einsehen.

Kein Mitleid für die NPD. Gäbe es die nicht, würde die keiner vermissen. Außer diesen Dumpfbacken. Und denen, die sie als Feindbild brauchen, vielleicht. Aber es gibt sie. Verbot? Super! Kein Verbot? Dann bitte auch nichts „irgendwo dazwischen“. Wenn wir diesen Staat ernst nehmen. Wenn.

Aber das können wir ja wohl vergessen. Wer etwas Falsches sagt, wird von „Aktivisten“ verfolgt und im Idealfall beim Arbeitgeber denunziert und dann entlassen. Denn kein Arbeitgeber möchte natürlich Ziel eines Shitstorms sein. In diesem Moment ist das beklagte Machtungleichgewicht zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer plötzlich erwünscht. Aber die Flexibilität bei der Wahl ihrer Mittel hat die Linke ja schon immer ausgezeichnet. 

Kann man deswegen von „Gesinnungsterror“ reden? Die „Zeit„; die man in diesem Fall eher bei den Tätern vermutet hätte, wagt es jedenfalls, ein Fragezeichen hinter die Problematik zu setzen, statt eindeutig „Gesicht zu zeigen“, wozu der verantwortliche Redakteur spätestens angesichts der betroffenen Miene Marietta Slomkas keine Alternative mehr hätte. Aber keine Sorge, auch bei der „Welt“ finden sich Freunde, die alle Probleme aufgrund von geäußerten Meinungen allein der verwerflichen Gesinnung des sie Äußernden zur Last legen. Oder Narrenfreiheit für einen Beleg lebendiger Demokratie halten.

Alles wird gut.

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