Deutschland sonnt sich

Deutschland sonnt sich wieder mal in seiner Beliebtheit. Wir sind stolz auf die offen zur Schau gestellte „Willkommenkultur“, das Beklatschen der am Bahnhof einfahrenden (und schnell weiter verteilten) Flüchtlinge, die vielen Spenden und die Glorifizierung Merkels bei den Hoffnungsvollen. Unsere Lieblingsrolle: Wir sind die Guten in einer Welt voller Niedertracht. Damit kommen zur paradiesischen materiellen Situation, die den Migranten nicht zuletzt von den Schleusern in Aussicht gestellt wird, auch noch viele emotionale Gründe, sich in genau diese Richtung auf den Weg zu machen. 

Aber statt uns zu sonnen, sollten wir uns besser auf ein Frösteln vorbereiten, denn der nächste Winter steht vor der sprichwörtlichen Tür. Und den jungen Männern, die bekannterweise(?) das Gros der Ankommenden ausmachen, stehen schwere Zeiten und ein gewaltiger Frust ins Haus zugige Zelt. Ob sich dieselbe Tatkraft, die sie ihre schwere Reise hat überstehen lassen, im passiven Erdulden dieser Umstände, die so ganz anders sein werden als das Ausgemalte, äußern wird, darf man ganz vorsichtig bezweifeln. Die Ungarn haben ansatzweise erlebt, was passiert, wenn die Dinge nicht so laufen wie gewünscht – aber da hat für uns reine Empörung über Orbáns Politik als Reaktion ja ausgereicht.

Den Berufsempörten wird es wahrscheinlich ausreichen, die passenden Schuldigen auszumachen. An der Lage ändern werden sie selbstverständlich nichts. Das Aufwachen aus einem schönen Traum ist unangenehm. Wenn wir Glück haben.

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