Arme gesucht

Das Erzbistum Köln hat jetzt offen gelegt, wie hoch sein Vermögen ist: 3,35 Milliarden Euro. Wie unterschiedlich diese Nachricht bewertet werden kann, zeigen die Berichte auf den Onlineseiten von Spiegel, FAZ und Süddeutscher.

Wie in franziskanischer Zeit nicht anders zu erwarten, bringen alle drei Autoren das Kirchenvermögen in Verbindung mit dem kirchlichen Auftrag, für die Armen einzutreten. Während man bei der FAZ meint, dem genüge das Bistum schon jetzt, darf es für den Spiegel ruhig etwas mehr sein. Den Vogel allerdings schießt der Artikel bei der Süddeutschen ab.

Folgt man den Vorgaben des SZ-Journalisten, erfordere eine demütige Umkehr der Kölner, dem Staat zu maximalen Steuereinnahmen zu verhelfen, nur Mieten unter Marktniveau für die eigenen Immobilien zu verlangen und die Energiewende zu unterstützen.

Was das mit Hilfe für die Armen zu tun hat? Nichts natürlich. Weder ist der Staat arm, noch kommen seine Steuererträge in erster Linie Armen zugute. Dass die Mieter von Wohnungen in katholischem Besitz allesamt Arme seien, darf man auch mit Fug und Recht bezweifeln. Und die Energiewende ist bekanntermaßen vor allem eine Subventionsgoldader für Immobilien- und Landbesitzer sowie “windige” Unternehmer.

Das eigentlich Traurige ist ja nicht, dass ein Journalist so einen Unsinn schreibt. Das eigentlich Traurige ist, dass er annehmen kann, damit bei seiner Leserschaft locker durchzukommen.

Advertisements


Platz für Senf.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s