Der Mindestlohn: plötzlich und unerwartet

Haben Sie das auch bemerkt? Plötzlich tauchen in den Sendungen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens Gewerbetreibende auf, die vom seit dem 1.1. geltenden Mindestlohn existenziell bedroht werden. Und Mitarbeiter von kleinen Betrieben im Osten Deutschlands, die sagen, dass sie schon zum bisherigen Nicht-Mindestlohn hätten leben können (kein Wunder bei den unterschiedlichen Preisniveaus in Deutschland). Kurzum: Plötzlich werden alle Argumente in Bilder umgesetzt, die von Mindestlohn-Kritikern seit Beginn der Diskussion geäußert wurden.

Ähnliche Beiträge gab es aber nicht, so lange die Diskussion noch lief. Da wurden nur Bilder von Arbeitnehmern gezeigt, die weniger als den Mindestlohn bekamen, und es wurde vorgerechnet, wieviel mehr Geld diese dann bekommen würden, wenn diese soziale Wohltat endlich Realität würde. 

Während die Diskussion lief, wurde nur die Absicht visualisiert. Seitdem das Gesetz in Kraft ist, kümmert sich das Demokratieabgabefernsehen auch um die Folgen. 

Der amerikanische Journalist Henry Hazlitt formulierte in seinem mehr als empfehlenswerten Buch „Economics in one lesson“ zwei ewig gültige Anforderungen:

Die Kunst guter Wirtschaftspolitik besteht darin, nicht nur die aktuellen, sondern vielmehr die langfristigen Wirkungen der Politik zu betrachten; zugleich gilt es die Folgen der Politik nicht nur für eine Gruppe, sondern für alle Gruppen zu berücksichtigen, weshalb gute Wirtschaftspolitik allgemeingültig sein muss.

Leider sind nicht nur das Buch, sondern auch diese Grundsätze offensichtlich in Politik und Medien weitgehend unbekannt. 

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