Das Kopftuch – ein positives Zeichen?

Es ist noch Weihnachten, und so, wie es uns von der Politmedien-Elite verklickert wird, soll dieses Fest zum Symbol des großen Drübertünchens werden: „Piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb!“ Alles ist relativ, und was bei den einen übelster Rassismus oder Sexismus, gilt bei den anderen eben als bewahrenswerte „Wurzel“, denn der gemeinsame Feind steht halt woanders. 

Und dann gibt es ihn, diesen einen dämlichen Artikel, der das gedankliche Fass zum Überlaufen bringt. 

Auch wenn er von einer Geistesgröße verfasst wurde, die man vor allem nur aufgrund ihrer dämlichen „Sketche“ in Erinnerung hat, die man weiland ertragen musste, wenn man internationalen Pop im Fernsehen sehen wollte. 

Wenn eine erschreckend hohe Prozentzahl von Menschen laut Umfrage annimmt, dass zum Beispiel Frauen mit Kopftuch keine Deutschen sein können, empfehle ich Helene Fischer dringend, demnächst eines zu tragen; mehr noch: Die Beliebtheit dieser, mir ebenfalls sympathischen Künstlerin könnte musikalisch mit Kopftuch zum Tragen bringen, was unserem Land gut stehen würde: Eine Demokratie mit Herz!

Über den Spruch „Demokratie mit Herz“ sei an dieser Stelle der Mantel des Schweigens gebettet. Nur soviel: Er ist komplett inhaltsleer, und das zum Glück, denn jeder Versuch, ihn mit Inhalten aufzuladen, würde der Demokratie nur schaden. Aber Hauptsache, man hat sich selbst darin ein wenig gesonnt. Geschenkt.

Aber wie symptomatisch dieser Quark für die Botschaft ist, die uns jetzt, nach dem Auftreten eines kleinen, für Größeres viel zu heterogenen Haufens (selbst wenn die edlen Ritter gegen „Pegida“ Mancur Olson gelesen hätten, sie brauchen das Schreckensbild aber natürlich) in Dresden, auf allen Kanälen mit dem Holzhammer verabreicht wird! Man weiß gar nicht, weswegen man zuerst kotzen soll. 

Klar entscheidet ein Kleidungsstück nicht darüber, wer Deutscher ist und wer nicht. Ebenso wenig, wie das notorische Zucken des rechten Armes zum Hitlergruß darüber entscheidet. Allerdings, und dies zu erwähnen, gebietet der Respekt vor der Geschichte, hat sich diese Gegend hier u.a. deswegen so entwickelt, wie sie sich entwickelt hat, weil die Religion, die das Kopftuch für Frauen einfordert, mehrfach vor den Toren Wiens gestoppt werden konnte. Historisch gehört der Islam keinesfalls zu Deutschland. Eine andere Frage ist, ob er jetzt dazu gehören soll. Immerhin hat dieser Staat selbst durch entsprechende Anreize und Gesetze dafür gesorgt, dass die Zahl der Muslime mehr und mehr zunimmt, und dafür, dass die „Biodeutschen“ in ihrem Wohlstand nicht mehr so richtig Bock auf Nachwuchs haben, können die Muslime schließlich auch nichts. Man wird also denen, die hier leben, wohl kaum sagen können, dass sie nicht „dazu“ gehören, zumal wohl die meisten davon nur als „ehrenwerte Bürger“ eingestuft werden können, die eine durchweg positive Rolle in ihrer Gemeinde spielen. Aber das ist eben insgesamt nicht ganz unproblematisch. Denn wer von „erschreckend hohen Prozentzahlen“ redet, sollte vielleicht auch mal einen Blick auf Umfragen unter den in ihrer Mehrheit friedlichen Muslimen werfen – da erscheint eben auch bei „erschreckend vielen“ die Friedfertigkeit nur als Gnade der Lethargie. So, wie diese Religion von vielleicht doch zu vielen praktiziert wird (zu dem „das hat nichts mit dem Islam zu tun“ kommt noch ein anderer Blogeintrag), steht sie gegen wichtige Grundprinzipien der bisherigen deutschen Gesellschaft – und nein, das hat weder etwas mit Sauerkraut noch mit Gartenzwergen zu tun: Lasst eure allzu billigen Strohmänner doch gleich im Schuppen.

Es ist eine köstliche Ironie und wohl tatsächlich nur durch das Prinzip erklärbar, wonach der Feind meines Feindes mein Freund sein müsse, dass es diversen Gutmenschen nicht die geringsten Probleme verursacht, zugleich einem extremen Feminismus zu huildigen als auch den Spielraum für islamische Regeln mehr und mehr auszudehnen. Anekdotisch werden uns gerne immer wieder Muslimas präsentiert, die voller Stolz von ihrer freiwilligen Entscheidung für das Kopftuch berichten. Vielleicht sogar verbunden mit dem Hinweis, einen entsprechenden Zwang gebe es in ihrer Religion gar nicht. Für die ganz Dummen wird dann auch noch auf den Koran verwiesen, aus dem sich derartige Vorschriften nicht herauslesen ließen. Letzteres mag zwar stimmen, aber die Vorschriften für Muslime finden sich eben nicht nur im Koran. Und irgendwie ist es ja schon seltsam, dass nur Muslimas diesen Wunsch verspüren – nicht jede Korrelation ist eine Kausalität, aber bei einigen liegt die Vermutung doch arg nahe… Wenn wir uns dann die Begründung für dieses „Stück Tuch“ anschauen, das eben, je nach islamischer Spielart, und die radikalsten sind nun mal die mit dem meisten Zulauf, schnell mehr als das werden kann, so würden es wohl die meisten unserer heutigen Islamfreunde, käme die Argumentation z.B. von einem katholischen Bischof, ohne zu Zögern sofort als „massiv sexistisch“ einstufen. Die Frau soll ihre Reize bedecken, damit sie nicht die Begierde der Männer auf sich zieht. Diese an Alltagsvorschriften so reiche Religion sieht also das Übel nicht in der männlichen Lust, denn dann hätte das Verbot dort angesetzt. Nein, das Übel sind die Reize der Frau – ihre Körperlichkeit hat aus dem Alltag zu verschwinden ins Haus ihrer Eltern oder ihres Ehemannes. Das Ganze lässt sich womöglich evolutionsbiologisch ganz gut erklären, aber es gilt in unserer Gesellschaft, die die Gleichrangigkeit von Mann und Frau betont (und sogar gerne über dieses Ziel hinausschießt), als längst überwundenes und letztlich auch dem Grundgesetz widersprechendes Denken. 

Soll man deswegen das Kopftuch also verbieten? Nun, es ist ein Symbol. Und das spricht zum einen für ein Verbot und zum anderen dagegen. Dafür, wenn es um Bereiche staatlicher Hoheit geht. In Schulen und Beamtenstuben haben Kopftücher nichts zu suchen, weil sie das Symbol eines Denkens sind, das dieser Staat nicht mehr tolerieren darf. Landesweit wird ja nach jedem „rechten“ Gedanken gefahndet und seine Träger aus öffentlichen Institutionen entfernt, mittlerweile auch nicht nur aus denen. Das Kopftuch ist die Manifestation ähnlichen Gedankenguts, und immerhin haben seine Trägerinnen die Chance, es für die Dauer ihres Jobs abzulegen, ohne dass man ihnen übel nimmt, die dahinter stehende Ideologie weiter zu unterstützen. Dagegen, wenn es um alles andere geht. Außerhalb der Stellvertretung des Staates handelt die Kopftuchträgerin nur für sich, und mit dem Verbot ihres Symbols wird man ihr Denken nicht ändern. Auch, wenn sie das Tuch nur unter Zwang trägt, der von ihrer Familie oder ihrer sonstigen Gemeinschaft ausgeübt wird, unterwirft man sie dadurch nur einem Dilemma und müsste am Ende die Falsche bestrafen. Im Grunde ist es sogar ganz in Ordnung so, denn am Kopftuch kann man sehen, wie es steht mit dem Islam in diesem Land, und ob es reicht, seine Passivität als Friedfertigkeit zu loben.

Jetzt aber ganz normale Menschen, die mit der Lehre des Islam rein gar nichts am Hut und schon gar nicht am Kopftuch haben, aufzufordern, sich dieses Symbol der weiblichen Unterdrückung überzustreifen, zeugt nur davon, wie sehr den Kämpfern für das Hehre und Wahre mittlerweile die Maßstäbe verrutscht sind. Nur, weil das Kopftuch diejenigen ärgert, die Deutschland am liebsten „ausländerfrei“ hätten, eignet es sich noch lange nicht als Zeichen einer „Willkommenskultur“ – es sei denn, man wollte explizit solch vormittelalterliche Regeln willkommen heißen. 

Man kann das ja verstehen – in unserer Medienwelt regieren die Symbole, und gerade Fernsehmenschen klammern sich gern an das Visuelle. Aber deswegen muss man den Kakao, durch den einen die Fundamentalisten ziehen wollen, nicht auch noch trinken. 

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