Thüringer Scharade

Es ist ein erbärmliches Schauspiel.

Nein, nicht dass der IM Notar mit einem absurden rhetorischen Dreh die Verwendung des Begriffs „Unrechtsstaat“ für die DDR ausschließen will. Als ginge es dabei um das Recht der Gründung und nicht um die Willkürherrschaft seiner Partei. Aber irgendetwas in der Art war schließlich vorherzusehen. Die SED kann sich noch so oft umbenennen, ihre DNA ist immer noch die der sozialistischen Diktatur, für die ein Menschenleben nichts zählt.

Wirklich erbärmlich ist aber, wie der Vorsitzende der Thüringer „Grünen“ mit allen Kräften Steigbügelhalter für den ersten SED-Ministerpräsidenten der Bundesrepublik bleiben will, obwohl Gysi ihm gerade das eben wegen des dort verwendeten Begriffs „Unrechtsstaat“ als Persilschein dienende gemeinsame „Papier“ der drei Volksfrontparteien vor die Füße gerotzt hat. Es ist ja nur der in Berlin als Oppositionsführer fungierende Fraktionsvorsitzende der SED  und ihr bekanntestes Gesicht – also eine im Vergleich zu den Granden aus Thüringen eher mediokre Gestalt, die daher unmöglich für die gesamte Partei sprechen kann. Ehrlicher und weniger jämmerlich wäre es sogar gewesen, der Herr Lauinger hätte sich die Ohren zugehalten und laut „Lalalala!“ gerufen.

Aber gut zu wissen, dass fortan die „Grünen“ jedes Recht verwirkt haben, für sich eine höhere Moral einzufordern. 

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One Comment on “Thüringer Scharade”

  1. n_s_n sagt:

    „Aber gut zu wissen, dass fortan die “Grünen” jedes Recht verwirkt haben, für sich eine höhere Moral einzufordern.“

    Da liegt ein Mißverständnis vor. Der Maßstab muß sich nicht messen lassen.


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