Die bösen Rechten

Die brandenburgische AfD-Fraktion sei so sehr von Rechtsextremen (lies: Nazis) unterwandert, dass sogar der Erz-Konservative Gauland nach Möglichkeiten suche, diese auf subversive Weise aus ihren Mandaten zu entfernen. So war es kürzlich zu lesen.

Jetzt werden die Vorwürfe konkreter:

Königer hatte in der Wahlkabine ein Foto seines Stimmzettels gemacht und später auf Facebook veröffentlicht. Zudem wurde ihm vorgeworfen, früher für die rechtskonservative Zeitung „Junge Freiheit“ gearbeitet zu haben.

Andreas Kalbitz hatte 2003 einen Artikel bei der rechtsextremen „Jungen Landsmannschaft Ostpreußen“ veröffentlicht und in seinem inzwischen insolventen Hörbuchverlag etwa Ernst Jüngers „Waldgang“ und den „Heeresbericht“ von Edlef Köppen angeboten. Sein Verlag führte aber auch Hörbücher von Kurt Tucholsky. Jung und van Raemdonck hatten vor ihrem AfD-Engagement hohe Posten in der islamfeindlichen Partei Die Freiheit inne. Van Raemdonck war zudem Mitglied von SED und CDU gewesen.

Für die „Junge Freiheit“ zu arbeiten, macht einen zum Nazi? Einen Artikel in einer von anderen als rechtsextrem bezeichneten Zeitschrift zu veröffentlichen, macht einen zum Nazi? Bücher von Ernst Jünger anzubieten, macht einen zum Nazi? In der „Freiheit“ gewesen zu sein, macht einen zum Nazi?

Und das alles unabhängig von dem, was diese Leute im Namen der AfD vertreten? Zur „Jungen Freiheit“: Es gibt nicht viele Publikationen, die bereit sind, konservatives Gedankengut zu verbreiten. Viele Konservative sehen die „Junge Freiheit“ als einzige Chance, ihre Gedanken wirksam publizieren zu können. Ist das ihr Fehler?

Die „Junge Landsmannschaft Ostpreußen“ ist mir unbekannt, aber kommt es nicht viel mehr darauf an, was in dem Artikel stand, der dort veröffentlicht wurde? Anscheinend gab der nichts her, sonst hätten wir davon lesen können. Und Bücher von Jünger und Tucholsky anzubieten, sollte hierzulande doch wirklich nicht für den Nachweis nazistischer Umtriebe reichen.

Kommen wir zur „Freiheit“. Ein Teil von deren Mitgliedern befleißigt sich tatsächlich eines platten Anti-Islamismus. Aber ursprünglich gegründet wurde sie u.a. auch von enttäuschten Konservativen und Liberalen. Selbst die mit großem liberalem Aplomb aus der AfD ausgetretene Michaela Merz war mal Mitglied dort. Die Linie der AfD gegenüber der „Freiheit“ lautete demnach auch: Jeder, der anlässlich oder sogar vor der Übernahme der vorwiegend anti-islamischen Kräfte aus der „Freiheit“ austrat, sollte einen Platz bei der AfD haben. Der übrig gebliebene „harte Kern“ jedoch nicht. Und so sind dann auch die Landtagsmitglieder zu beurteilen.

Dass jemand zuvor Mitglied von SED und CDU gewesen ist, mag man beurteilen, wie man will: Ein Zeugnis rechtsradikaler Gesinnung scheint es aber weniger zu sein.

Und so bleibt nur eins übrig, nämlich ein weiterer Versuch, die neue Partei zu diskreditieren. Wenn die herrschenden Medien doch nur ähnlich viel Ehrgeiz dafür aufwenden würden, hinter die Kulissen der Karteillparteien zu schauen…

Advertisements


Platz für Senf.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s